Disco-Kugel, große Stimme und eine gehörige Portion Studio-54-Glamour: Jessie Ware kommt am 12. November 2026nach Prag. Im SaSaZu präsentiert die britische Sängerin ihre The Superbloom Tour 2026 und bringt dabei den eleganten Dance-Pop ihres aktuellen Albums mit Songs aus mehr als einem Jahrzehnt Karriere zusammen. Unterstützung bekommt sie von Tsatsamis.
Jessie Ware bringt die Superbloom Tour nach Prag
Am Donnerstag, 12. November 2026, steht Jessie Ware im SaSaZu in Prag 7 auf der Bühne. Das Konzert beginnt um 20:00 Uhr und gehört zum europäischen Abschnitt ihrer The Superbloom Tour 2026. Als Support ist der britische Dance-Pop-Künstler Tsatsamis angekündigt.
Im Mittelpunkt steht Wares sechstes Studioalbum „Superbloom“, das im Frühjahr 2026 erschienen ist. Die Platte führt jenen zunehmend euphorischen Disco- und Dance-Sound weiter, den sie bereits auf „What’s Your Pleasure?“ und „That! Feels Good!“ entwickelt hatte. Songs wie „I Could Get Used To This“, „Superbloom“, „Automatic“, „Sauna“, „Mr Valentine“ und „Ride“ verbinden klassische Disco-Einflüsse mit modernem Pop, großen Streicherarrangements und jener glamourösen Atmosphäre, die längst zu ihrem Markenzeichen geworden ist.
Ganz ohne ältere Stücke dürfte der Abend allerdings kaum auskommen. Mit „Wildest Moments“, „Say You Love Me“, „Spotlight“, „What’s Your Pleasure?“, „Free Yourself“, „Pearls“ und „Begin Again“ hat Ware inzwischen genügend Songs gesammelt, um zwischen emotionalen Balladen und ausgelassener Tanzfläche problemlos den ganzen Abend zu wechseln.
Jessie Ware The Superbloom Tour 2026
Datum: 12.11.2026
Beginn: 20:00 Uhr
Ort: SaSaZu, Bubenské nábřeží 306, Prag 7
Support: Tsatsamis
Der Prager Auftritt liegt mitten im europäischen Abschnitt der Tour. Wenige Tage zuvor steht Jessie Ware in Paris auf der Bühne, anschließend folgen unter anderem Konzerte in Berlin.
Über Jessie Ware
Jessie Ware gehört heute zu den elegantesten Stimmen des modernen britischen Pop, doch ihre Karriere begann erstaunlich weit entfernt von glitzernden Discokugeln und ausverkauften Konzerten. Die in London geborene Sängerin studierte zunächst englische Literatur an der University of Sussex und wollte ursprünglich Journalistin werden. Sie sammelte sogar erste berufliche Erfahrungen im Journalismus, unter anderem beim „Jewish Chronicle“ und im Umfeld des „Daily Mirror“. Die Musik lief zunächst eher nebenher.
Der entscheidende Umweg führte über einen alten Schulfreund. Musiker Jack Peñate fragte Ware, ob sie ihn als Backgroundsängerin begleiten wolle. Daraus entstanden weitere Kontakte in die Londoner Musikszene und schließlich Zusammenarbeiten mit Produzenten und Künstlern wie SBTRKT und Sampha. Gerade diese frühen Aufnahmen zwischen elektronischer Musik, Soul und damals aktuellem britischem Post-Dubstep halfen dabei, ihre außergewöhnlich warme und kontrollierte Stimme einem größeren Publikum bekannt zu machen.
2012 erschien schließlich ihr Debütalbum „Devotion“. Statt auf klassischen Radio-Pop setzte Ware auf eine zurückhaltende Mischung aus Soul, R&B und elektronischer Musik. Das Album erreichte Platz fünf der britischen Charts und wurde für den renommierten Mercury Prize nominiert. Zu den bekanntesten Songs dieser ersten Phase gehören „Wildest Moments“, „Running“ und „Night Light“.
Mit „Tough Love“ von 2014 und „Glasshouse“ von 2017 entwickelte Ware ihren eleganten Pop-Sound weiter. „Say You Love Me“ wurde zu einem ihrer bekanntesten Songs und zeigte besonders deutlich jene Seite der Sängerin, bei der Stimme und Emotion wichtiger sind als große Produktion. Trotzdem schien irgendwann die Frage im Raum zu stehen, wie es musikalisch weitergehen sollte.
Die Antwort kam 2020 und klang plötzlich nach einer ziemlich stilvollen Nacht im Club. Mit „What’s Your Pleasure?“erfand Jessie Ware ihre eigene Karriere ein Stück weit neu. Disco, Funk und Dance rückten deutlich stärker in den Vordergrund. Songs wie „Spotlight“, „Save a Kiss“ und der Titelsong „What’s Your Pleasure?“ verbanden den Glamour der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre mit moderner Produktion. Das Album erreichte Platz drei der britischen Charts und brachte Ware unter anderem eine Nominierung für das British Album of the Year bei den BRIT Awards 2021 ein.
Aus einer Sängerin, die zuvor vor allem für elegante Balladen und melancholischen Electro-Soul bekannt gewesen war, wurde plötzlich eine überzeugende Disco-Diva. Und offenbar gefiel ihr diese Rolle ziemlich gut. 2023 folgte „That! Feels Good!“ mit Songs wie „Free Yourself“, „Pearls“ und „Begin Again“. Die Konzerte wurden gleichzeitig bunter, körperlicher und deutlich stärker inszeniert – mit Choreografien, glamourösen Kostümen und einer Show, bei der das Publikum nicht nur zuhören, sondern ausdrücklich tanzen soll.
2026 setzt „Superbloom“ genau dort an und dreht die Idee noch ein Stück weiter auf. Das sechste Studioalbum umfasst 13 Tracks und orientiert sich hörbar an Disco, Groove-Pop und der glamourösen Clubkultur rund um Orte wie das legendäre Studio 54. Inhaltlich drehen sich die Songs um Nähe, Lust, Selbstvertrauen, Beziehungen und das Bedürfnis nach Verbindung – verpackt in eine Produktion, die eher nach voller Tanzfläche als nach stiller Singer-Songwriter-Bühne klingt.
Gerade darin liegt inzwischen der besondere Reiz von Jessie Ware. Sie kann weiterhin eine große Ballade fast nur mit ihrer Stimme tragen, wenige Minuten später aber einen Raum in eine Disco verwandeln. Diese Kombination aus Soul-Sängerin und glamouröser Dance-Pop-Entertainerin macht auch ihre heutigen Liveshows aus.
Das SaSaZu dürfte dafür ziemlich gut funktionieren. Statt einer riesigen Arena erwartet Prag am 12. November 2026 eine deutlich kompaktere Clubumgebung. Bei Musik, die immer stärker von Disco, Tanz und unmittelbarer Nähe zum Publikum lebt, ist das womöglich sogar die passendere Bühne – Discokugel gedanklich inklusive.
