Inseln

In Prag gibt es zahlreiche Inseln auf der Moldau (Vltava), die das Stadtbild auf ganz unterschiedliche Weise bereichern. Einige von ihnen liegen mitten im historischen Zentrum und sind leicht zugänglich, andere wirken abgeschieden, naturbelassen oder erfüllen bis heute vor allem technische Funktionen. Die Moldau selbst ist seit Jahrhunderten prägend für die Entwicklung der Stadt – und ihre Inseln sind sichtbare Zeugnisse dieser engen Verbindung zwischen Fluss und urbanem Raum.


Zwischen den Ufern entstanden im Laufe der Zeit natürliche Inseln, aufgeschüttete Landzungen und künstlich geformte Flächen, die immer wieder verändert, erweitert oder mit dem Festland verbunden wurden. Sie spiegeln verschiedene Epochen der Stadtgeschichte wider: barocke Lustgärten und Sommerresidenzen, ruhige Grünanlagen für Spaziergänge, ebenso wie moderne Freizeit-, Sport- und Kulturareale. Während einige Inseln heute lebendige Treffpunkte mit Parks, Konzertsälen, Cafés und eindrucksvollen Blicken auf Brücken und Türme sind, bleiben andere bewusst im Hintergrund – still, funktional oder kaum zugänglich.

Gemeinsam formen die Moldauinseln ein vielschichtiges Mosaik aus Kultur, Natur und Stadtentwicklung. Sie gehören zu den weniger offensichtlichen, aber besonders charaktervollen Elementen Prags und eröffnen eine Perspektive auf die Stadt, die abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten liegt.


  • Slawische Insel (Slovanský ostrov)
    Die Slawische Insel – oft auch einfach Žofín genannt – ist eine der beliebtesten Freizeitinseln Prags. Sie liegt unweit des Nationaltheaters und ist über eine kleine Brücke von der Národní třída aus erreichbar. Das Herzstück bildet das prachtvolle Žofín-Palais, ein traditionsreicher Konzert- und Ballsaal, in dem schon Komponisten wie Antonín Dvořák und Bedřich Smetana auftraten. Heute finden hier regelmäßig Konzerte, Galas und Ausstellungen statt. Die Insel selbst ist parkähnlich gestaltet, mit Spazierwegen, Bootsverleih und herrlichem Blick auf die Moldau und die Altstadt.
  • Kampa-Insel (Kampa)
    Die Kampa-Insel gehört zu den bekanntesten und meistbesuchten Orten der Stadt. Sie liegt direkt an der Karlsbrücke (Karlův most) und ist über kleine Treppen und Stege erreichbar. Der Kampa-Park zählt zu den schönsten Grünflächen im Zentrum Prags und lädt zum Verweilen mit Blick auf die Moldau ein. Auf der Insel befindet sich außerdem das Museum Kampa, das moderne mitteleuropäische Kunst präsentiert, sowie die berühmte John-Lennon-Mauer, ein Symbol für Frieden und Freiheit. Kampa verbindet Geschichte, Romantik und Kultur auf einzigartige Weise.
  • Kinderinsel (Dětský ostrov)
    Wie der Name verrät, ist die Kinderinsel besonders familienfreundlich. Sie liegt südlich der Brücke der Legionen (Most Legií) und bietet Spielplätze, Klettergerüste, Sportflächen und im Sommer kleine Veranstaltungen für Kinder. Die Atmosphäre ist ruhig und entspannt – ein Ort, an dem Prager Familien gern Zeit verbringen. Von hier aus eröffnet sich ein schöner Blick auf die Kleinseite und die Brücken flussaufwärts.
  • Schützeninsel (Střelecký ostrov)
    Die Schützeninsel liegt direkt unterhalb der Brücke der Legionen und war bereits im Mittelalter Schauplatz von Bogenschießwettbewerben, daher ihr Name. Heute ist sie eine grüne Ruheoase mitten im Stadtzentrum, mit Liegewiesen, Bäumen und einem beliebten Café. Im Sommer finden hier regelmäßig Open-Air-Konzerte und kleine Festivals statt. Von der Insel hast du einen der schönsten Ausblicke auf die Karlsbrücke und die Prager Burg (Pražský hrad) – besonders bei Sonnenuntergang ein Highlight.
  • Kaiserwiese (Císařská louka)
    Etwas südlich des Zentrums, bei Smíchov, liegt die Kaiserwiese – eine langgestreckte Insel, die im 19. Jahrhundert durch Flussregulierung entstand. Heute ist sie ein beliebter Freizeitort: Hier kannst du Wakeboarden, grillen, campen oder picknicken. Im Sommer finden regelmäßig Sport- und Musikveranstaltungen statt, und vom Wasser aus starten Bootsverleihe und Kajaktouren. Trotz der Nähe zur Stadt herrscht hier eine entspannte, fast ländliche Atmosphäre.
  • Štvanice-Insel (Štvanice)
    Die Štvanice-Insel liegt zwischen den Stadtteilen Holešovice und Karlín und ist über mehrere Brücken erreichbar. Sie hat eine bewegte Geschichte: Früher stand hier eine der ersten Eislaufhallen Europas, später Tennisanlagen und Eventflächen. Heute wird die Insel zunehmend zu einem modernen Freizeit- und Sportareal umgestaltet – mit Skatepark, Beachvolleyballfeldern und gelegentlichen Open-Air-Events. Auch alternative Kulturveranstaltungen finden hier ihren Platz.
  • Rohaninsel (Rohanský ostrov)
    Die Rohaninsel ist streng genommen eine Halbinsel und Teil des modernen Stadtteils Karlín. Lange Zeit war sie ein Industrie- und Hafengebiet, wird aber derzeit in eines der größten städtebaulichen Entwicklungsprojekte Prags verwandelt. Geplant ist ein neues Viertel mit Wohnhäusern, Promenaden, Parks und Radwegen entlang der Moldau. Schon heute laden die Wege entlang des Wassers zu Spaziergängen und Radtouren ein – ein spannendes Beispiel für den Wandel urbaner Räume.
  • Kaiserinsel (Císařský ostrov)
    Nördlich von Holešovice, zwischen der Troja-Brücke und dem Zoo Prag, liegt die ausgedehnte Kaiserinsel. Sie wird hauptsächlich für technische Einrichtungen genutzt, unter anderem für die Wasseraufbereitung der Stadt. Teile der Insel sind jedoch grün und naturbelassen, mit schmalen Pfaden entlang des Flusses. Sie dient zudem als wichtiges Rückhaltebecken bei Hochwasser.
  • Libeň-Insel (Libeňský ostrov)
    Die Libeň-Insel liegt zwischen dem Libeňský- und dem Holešovický-Hafen und ist nicht öffentlich zugänglich. Sie gehört zu den technischen und industriellen Zonen der Stadt. Historisch war das Gebiet durch Werften und Lagerflächen geprägt, heute dient es vor allem der Flussregulierung und dem Hochwasserschutz.
  • Kleinvenedig (Malé Benátky)
    Kleinvenedig ist eine kleine, fast unscheinbare Insel bzw. Halbinsel bei der Kampa-Insel, die früher durch Mühlkanäle und Wasserläufe vom Festland getrennt war. Ihren Spitznamen verdankt sie den vielen kleinen Brücken und Wasserwegen, die einst an Venedig erinnerten. Heute ist das Gebiet Teil der Kampa, doch Spuren der alten Strukturen sind noch erkennbar – etwa an den restaurierten Mühlrädern und historischen Gebäuden.
  • Maniny-Insel (Ostrov Maniny)
    Die Maniny-Insel befindet sich im nördlichen Teil von Holešovice und war ursprünglich eine natürliche Flussinsel. Durch die Regulierung der Moldau im 19. und 20. Jahrhundert wurde sie weitgehend mit dem Festland verbunden und verlor ihren Inselcharakter. Heute ist das Gebiet urban geprägt, beherbergt Gewerbeflächen und Teile des Hafens – doch in den stilleren Ecken erinnern alte Flussarme noch an ihre frühere Gestalt.
  • Kreuzherreninsel (Křižovnický ostrov)
    Die Kreuzherreninsel liegt direkt an der Karlsbrücke (Karlův most) auf der Altstädter Seite der Moldau. Sie ist klein, aber historisch bedeutend: Hier befindet sich der Altstädter Brückenturm (Staroměstská mostecká věž) und die Kirche des Heiligen Franziskus Seraphicus, die dem Kreuzherrenorden ihren Namen gab. Die Insel diente früher als Brückenpfeilerbasis und war Teil der Befestigung der Brücke.
  • Ruderinsel (Ostrov Veslařský)
    Die Ruderinsel ist eine schmale, langgezogene Insel südlich der Kaiserwiese (Císařská louka), nahe dem Stadtteil Smíchov. Sie dient heute hauptsächlich als Standort für Rudervereine und Bootshäuser. Der Zugang ist teils eingeschränkt, da sie sportlich genutzt wird. Durch ihre ruhige Lage und die Nähe zur Moldau bietet sie ideale Bedingungen für den Rudersport – daher auch ihr Name.

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