Nacht der Burgen und Schlösser in Prag

Einmal im Jahr öffnen zahlreiche Burgen, Schlösser, Klöster, Paläste und historische Gartenanlagen in Tschechien bis spät in die Nacht. Die Nacht der Burgen und Schlösser (Hradozámecká noc) verbindet außergewöhnliche Besichtigungen mit Sonderführungen, Konzerten, historischen Vorführungen und stimmungsvoll beleuchteten Denkmälern.

Auch in Prag beteiligen sich mehrere historische Orte an der landesweiten Kulturnacht. Dadurch kannst du Gebäude und Gartenanlagen besuchen, die am Abend normalerweise geschlossen sind oder nur eingeschränkt zugänglich werden. Einige Veranstaltungsorte bieten klassische Führungen an, andere setzen auf Schauspiel, Musik, historische Vorführungen oder Angebote für Familien.

2026 findet die Nacht der Burgen und Schlösser am Samstag, dem 22. August, statt. In Prag sind unter anderem die Gärten unter der Prager Burg (Zahrady pod Pražským hradem), das Minoritenkloster St. Jakob (Klášter minoritů sv. Jakuba), das Schloss Chvaly (Chvalský zámek) und der Senat im Wallenstein-Palais (Valdštejnský palác) als Veranstaltungsorte angekündigt.

Was ist die Nacht der Burgen und Schlösser?

Die Nacht der Burgen und Schlösser ist eine jährlich stattfindende Kulturveranstaltung des tschechischen Nationalen Denkmalinstituts (Národní památkový ústav). Sie wurde erstmals 2010 veranstaltet und zählt inzwischen zu den wichtigsten landesweiten Aktionstagen für historische Denkmäler.

Der Termin liegt traditionell gegen Ende der sommerlichen Besuchersaison. Zahlreiche staatliche, kommunale und privat verwaltete Denkmäler verlängern an diesem Abend ihre Öffnungszeiten und stellen eigene Sonderprogramme zusammen.

Das Angebot unterscheidet sich von Ort zu Ort. Typisch sind:

  • Führungen durch abgedunkelte Schlossräume
  • Rundgänge mit Laternen oder Fackeln
  • Konzerte in historischen Sälen
  • Theater- und Tanzaufführungen
  • Vorführungen historischer Kleidung
  • Fechtkämpfe und historische Inszenierungen
  • Angebote für Kinder
  • geöffnete Innenhöfe und Gartenanlagen
  • Besichtigungen normalerweise unzugänglicher Räume

Die Hradozámecká noc ist keine zentrale Veranstaltung mit einem gemeinsamen Festivalgelände. Jedes Schloss, jede Burg und jedes Denkmal organisiert sein eigenes Programm. Deshalb gelten an den verschiedenen Orten unterschiedliche Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Reservierungsbedingungen.

Nacht der Burgen und Schlösser 2026

Die Ausgabe 2026 findet am Samstag, dem 22. August 2026, statt. Landesweit beteiligen sich zahlreiche historische Anlagen in Prag, Mittelböhmen und anderen Regionen Tschechiens.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht 2026 die Burg und das Schloss Bischofteinitz (Hrad a zámek Horšovský Týn)in Westböhmen. Das dortige Programm ist mit dem Jahresthema „Der Adel auf Reisen“ verbunden und widmet sich unter anderem den Beziehungen zwischen dem europäischen Adel und Japan.

Für Besucher in Prag ist jedoch vor allem das Programm innerhalb der Hauptstadt interessant. Mehrere Veranstaltungsorte liegen in der Altstadt oder auf der Kleinseite und lassen sich gut miteinander verbinden.

Gärten unter der Prager Burg

Die Gärten unter der Prager Burg (Zahrady pod Pražským hradem) gehören zu den stimmungsvollsten Veranstaltungsorten der Hradozámecká noc in Prag. Die historischen Terrassengärten erstrecken sich zwischen den Palästen der Kleinseite und dem südlichen Hang unterhalb der Prager Burg.

Während der Nacht der Burgen und Schlösser bleiben die Gärten 2026 voraussichtlich von 10:00 bis 23:00 Uhr geöffnet. Nach Einbruch der Dunkelheit werden Teile der Anlage mit Fackeln beleuchtet. Treppen, Balustraden, Pavillons und Aussichtsterrassen erhalten dadurch eine besonders atmosphärische Wirkung.

Geplant sind kommentierte Gartenführungen um 17:00, 19:00 und 21:00 Uhr. Zusätzlich werden historische Kampf- und Geschicklichkeitstechniken vorgestellt. Dazu gehören Vorführungen mit Stöcken, instinktives Bogenschießen sowie Messer- und Axtwerfen unter professioneller Aufsicht. Für Kinder soll eine eigene Bogenschule angeboten werden.

Die Gärten sind besonders interessant, wenn du die Hradozámecká noc mit einem abendlichen Spaziergang durch die Kleinseite (Malá Strana) verbinden möchtest. Von den Terrassen eröffnen sich Ausblicke über die Dächer der historischen Stadtviertel.

Da es sich um eine teilweise offene Gartenanlage handelt, kann das Programm vom Wetter abhängig sein. Bei starkem Regen oder anderen ungünstigen Bedingungen können einzelne Bereiche geschlossen bleiben.

Wallenstein-Palais und Senat

Der Wallenstein-Palais (Valdštejnský palác) auf der Kleinseite ist Sitz des Senats des tschechischen Parlaments. Der barocke Palastkomplex zählt zu den größten und bedeutendsten Adelspalästen Prags.

Das Gebäude entstand im 17. Jahrhundert für den böhmischen Feldherrn Albrecht von Wallenstein. Zum Ensemble gehören prunkvolle Säle, mehrere Innenhöfe, die St.-Wenzels-Kapelle und der weitläufige Wallenstein-Garten (Valdštejnská zahrada) mit Brunnen, Skulpturen, einer künstlichen Tropfsteinhöhle und der monumentalen Sala terrena.

Der Senat ist als Teilnehmer der Nacht der Burgen und Schlösser 2026 angekündigt. Das vollständige Sonderprogramm und die genauen Besuchszeiten waren Anfang August jedoch noch nicht veröffentlicht.

In den vergangenen Jahren konnten Besucher am Abend ausgewählte Repräsentationsräume, die Kapelle und Teile des Gartens besichtigen. Welche Bereiche 2026 geöffnet werden, sollte vor dem Besuch noch einmal auf der offiziellen Seite des Senats geprüft werden.

Der Wallenstein-Palais liegt nur wenige Gehminuten von der Metrostation Malostranská entfernt. Er lässt sich deshalb besonders gut mit den Gärten unter der Prager Burg kombinieren.

Minoritenkloster St. Jakob

Das Minoritenkloster St. Jakob (Klášter minoritů sv. Jakuba) liegt mitten in der Prager Altstadt, nur wenige Schritte vom Altstädter Ring entfernt. Trotz seiner zentralen Lage gehört der historische Klosterkomplex zu den weniger bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die Geschichte des Klosters reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Zum Ensemble gehören ein Kreuzgang, ein ruhiger Innenhof, repräsentative Säle mit Deckenmalereien und die angrenzende St.-Jakobs-Basilika (Bazilika svatého Jakuba Většího).

Die Basilika ist für ihre barocke Ausstattung, ihre große Orgel und die Grabmäler bedeutender Adelsfamilien bekannt. Einer historischen Überlieferung zufolge könnte Kaiser Karl IV. innerhalb des Klosterkomplexes geboren worden sein. Sicher belegt ist, dass hier die Hochzeitsfeier seiner Eltern, Johann von Luxemburg und Elisabeth von Böhmen, stattfand.

Während der Nacht der Burgen und Schlösser soll das Kloster 2026 von 17:00 bis 21:00 Uhr zugänglich sein. Besucher können ausgewählte historische Räume besichtigen und mehr über die Geschichte des Minoritenordens in Prag erfahren.

Der Eintrittspreis ist mit 150 CZK angekündigt. Da sich der Veranstaltungsort direkt in der Altstadt befindet, kannst du den Besuch problemlos mit einem Abendspaziergang über den Altstädter Ring (Staroměstské náměstí) oder durch die Gassen rund um den Pulverturm (Prašná brána) verbinden.

Schloss Chvaly

Das Schloss Chvaly (Chvalský zámek) befindet sich im Prager Stadtteil Horní Počernice. Es liegt deutlich außerhalb des historischen Zentrums und eignet sich deshalb eher als eigenständiges Ausflugsziel.

Das heutige Schloss ging aus einer mittelalterlichen Festung hervor und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Nach einer umfassenden Renovierung dient es heute als Kulturzentrum mit Ausstellungen, Veranstaltungen und Angeboten für Familien.

Zur Nacht der Burgen und Schlösser 2026 soll das Schloss von 17:00 bis 22:00 Uhr geöffnet bleiben. Zum geplanten Programm gehört ein sogenanntes CastleQuiz mit Fragen zur Geschichte, Geografie und europäischen Schlosskultur.

Ergänzt wird der Abend durch Musik, kommentierte Rundgänge und kleinere gastronomische Angebote im Schlosshof. Die Führungen sollen stündlich stattfinden.

Für den Besuch solltest du mehr Zeit für die Anfahrt einplanen. Horní Počernice ist vom Zentrum mit Vorortzügen und öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Das Schloss liegt in der Nähe des Bahnhofs Praha-Horní Počernice.

Weitere Burgen und Schlösser rund um Prag

Die Nacht der Burgen und Schlösser findet nicht nur in Prag statt. Auch zahlreiche bekannte Anlagen in Mittelböhmen beteiligen sich am Aktionstag.

Dazu gehören voraussichtlich unter anderem die Burg Karlstein (Hrad Karlštejn), das Schloss Konopischt (Zámek Konopiště), die Burg Křivoklát (Hrad Křivoklát), das Schloss Veltrusy (Zámek Veltrusy), das Schloss Mníšek pod Brdy, die Burg Böhmisch Sternberg (Hrad Český Šternberk) und das Schloss Loučeň (Zámek Loučeň).

Viele dieser Orte bieten eigene Nachtführungen, historische Darstellungen oder Konzerte an. Allerdings solltest du bei einem Ausflug ins Umland unbedingt die Rückfahrt beachten. Am späten Abend verkehren Regionalzüge und Busse teilweise nur noch eingeschränkt.

Schloss Konopischt

Das Schloss Konopischt (Zámek Konopiště) bei Benešov ist eines der bekanntesten Schlösser in der Umgebung von Prag. Es war der letzte Wohnsitz des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand d’Este.

Für die Nacht der Burgen und Schlösser 2026 ist ein Abendprogramm von etwa 19:00 bis kurz vor Mitternacht vorgesehen. Angeboten werden besondere Rundgänge durch die Schlossräume sowie ein Begleitprogramm, das bereits am frühen Abend beginnt.

Da die Teilnehmerzahl bei den Führungen begrenzt ist, wird eine vorherige Reservierung empfohlen. Von Prag aus erreichst du Benešov mit dem Zug. Vom Bahnhof führt ein längerer Spaziergang oder eine lokale Busverbindung zum Schloss.

Burg Karlstein

Die Burg Karlstein (Hrad Karlštejn) gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen ab Prag. Kaiser Karl IV. ließ die Burg im 14. Jahrhundert als Aufbewahrungsort für königliche Schätze und Reliquien errichten.

Während der Hradozámecká noc werden je nach Jahr besondere Abendführungen und historische Programme angeboten. Die mittelalterliche Burganlage wirkt nach Einbruch der Dunkelheit besonders eindrucksvoll.

Karlstein ist von Prag aus mit dem Regionalzug erreichbar. Vom Bahnhof führt ein rund 30- bis 40-minütiger Fußweg durch den Ort hinauf zur Burg. Für die Rückfahrt solltest du den Fahrplan vorher genau prüfen, da nicht alle Abendveranstaltungen mit den letzten Zügen abgestimmt sind.

Eintritt und Tickets

Für die Nacht der Burgen und Schlösser gibt es kein gemeinsames Ticket. Jeder Veranstaltungsort legt seine Preise und Zugangsbedingungen selbst fest.

Während einige Paläste oder staatliche Gebäude kostenlos zugänglich sein können, verlangen Schlösser, Klöster und Gartenanlagen meist einen regulären oder besonderen Veranstaltungseintritt. Bei geführten Rundgängen ist die Anzahl der Plätze häufig begrenzt.

Für 2026 sind unter anderem folgende Preise angekündigt:

  • Gärten unter der Prager Burg: 220 CZK regulär
  • Minoritenkloster St. Jakob: 150 CZK
  • Schloss Chvaly: 250 CZK regulär
  • Schloss Chvaly Familienkarte: 550 CZK

Preise und Programme können sich kurzfristig ändern. Bei beliebten Führungen außerhalb Prags ist eine vorherige Reservierung sinnvoll.

Welche Veranstaltungsorte lassen sich verbinden?

Für einen Abend im historischen Zentrum bietet sich zunächst das Minoritenkloster St. Jakob an. Anschließend kannst du durch die Altstadt und über die Karlsbrücke zur Kleinseite spazieren.

Dort lassen sich der Wallenstein-Palais und die Gärten unter der Prager Burg miteinander kombinieren. Zwischen beiden Orten beträgt die Gehzeit ungefähr 15 bis 20 Minuten. Durch die teilweise langen Öffnungszeiten der Gärten bleibt auch nach einem Palastbesuch noch genügend Zeit für einen Rundgang durch die beleuchteten Terrassen.

Das Schloss Chvaly liegt dagegen zu weit außerhalb, um es bequem in dieselbe Route einzubauen. Entscheidest du dich für das Schloss, solltest du den Abend hauptsächlich für Horní Počernice einplanen.

So erreichst du die Veranstaltungsorte

Die zentralen Veranstaltungsorte erreichst du bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Zu den Gärten unter der Prager Burg gelangst du über die Straßenbahn- und Metrostation Malostranská. Der Eingang befindet sich im Bereich der Straße Valdštejnská beziehungsweise über die Zugänge unterhalb des Burghangs.

Der Wallenstein-Palais liegt ebenfalls nahe der Station Malostranská. Vom U-Bahnhof sind es nur wenige Gehminuten.

Das Minoritenkloster St. Jakob befindet sich in der Straße Malá Štupartská in der Altstadt. Die nächsten Metrostationen sind Náměstí Republiky und Staroměstská.

Zum Schloss Chvaly fährst du am schnellsten mit dem Zug vom Prager Hauptbahnhof oder vom Masaryk-Bahnhof nach Praha-Horní Počernice. Vom Bahnhof erreichst du das Schloss zu Fuß oder mit einem lokalen Bus.

Praktische Tipps für die Hradozámecká noc

Plane nicht zu viele Veranstaltungsorte für einen Abend ein. Durch Wartezeiten, Führungen und Wege zwischen den Denkmälern kannst du meist zwei oder höchstens drei Orte ausführlich besuchen.

Bei Nachtführungen und Sonderprogrammen lohnt es sich, frühzeitig zu reservieren. Das gilt besonders für bekannte Schlösser wie Konopischt, Karlstein oder Křivoklát.

Auch im August kann es am späten Abend kühl werden. Für Gartenanlagen, Innenhöfe und Burgen außerhalb Prags ist eine leichte Jacke sinnvoll. Auf historischen Wegen und Treppen sind bequeme und feste Schuhe empfehlenswert.

Informiere dich am Veranstaltungstag noch einmal über mögliche Programmänderungen. Außenveranstaltungen können bei Regen, starkem Wind oder Gewitter eingeschränkt oder abgesagt werden.

Lohnt sich die Nacht der Burgen und Schlösser?

Die Hradozámecká noc bietet eine seltene Gelegenheit, historische Orte nach den regulären Öffnungszeiten zu erleben. Beleuchtete Gärten, abendliche Palastsäle und Führungen durch ruhige Klosteranlagen vermitteln eine andere Atmosphäre als ein normaler Besuch am Tag.

Besonders attraktiv ist die Veranstaltung für dich, wenn du bekannte Sehenswürdigkeiten nicht nur besichtigen, sondern in einem kulturellen und historischen Rahmen erleben möchtest. In Prag kannst du mehrere zentral gelegene Orte miteinander verbinden. Gleichzeitig bietet der Aktionstag eine gute Gelegenheit, eine der Burgen oder Schlossanlagen im mittelböhmischen Umland zu besuchen.