Live on Tour: Papa Roach live in Prag

„Cut my life into pieces…“ – kaum eine einzelne Zeile steht so sehr für die Nu-Metal-Ära der frühen 2000er wie der Einstieg von „Last Resort“. Mehr als 25 Jahre später sind Papa Roach längst mehr als dieser eine Welthit. Am 24. November 2026 kommt die kalifornische Rockband mit ihrer Rise Of The Roach Tour nach Prag und bringt mit LANDMVRKS und Sleep Theory gleich zwei weitere Bands ins O2 universum.


Papa Roach bringen die Rise Of The Roach Tour nach Prag

Am Dienstag, 24. November 2026, stehen Papa Roach im O2 universum in Prag 9 auf der Bühne. Das Konzert beginnt um 19:00 Uhr und folgt nur wenige Monate nach einem gefeierten Auftritt beim tschechischen Festival Rock for People 2026. Für die Rückkehr nach Tschechien wechselt die Band nun vom Festivalgelände in eine große Prager Halle.

Die Rise Of The Roach Tour führt Papa Roach im Herbst 2026 durch zahlreiche europäische Städte. Dabei steht nicht nur der umfangreiche Backkatalog im Mittelpunkt. Die Band veröffentlicht weiterhin neue Musik: Auf „Even If It Kills Me“ und „BRAINDEAD“ folgte Anfang 2026 „Wake Up Calling“, später erschien mit „See U in Hell“ ein weiterer neuer Song.

Trotzdem dürfte es spätestens bei Klassikern wie „Last Resort“, „Between Angels and Insects“, „Getting Away with Murder“, „Scars“, „…To Be Loved“ oder „Lifeline“ besonders laut werden. Papa Roach haben über Jahrzehnte genügend Material gesammelt, um einen Konzertabend problemlos zwischen Nu Metal, Alternative Rock, Rap Rock und modernem Hard Rock aufzubauen.

Papa Roach Rise Of The Roach Tour
Datum: 24.11.2026
Beginn: 19:00 Uhr
Ort: O2 universum, Prag 9
Special Guests: LANDMVRKS und Sleep Theory

Auch das Vorprogramm fällt umfangreicher aus als bei einem klassischen Support-Act. Die französische Band LANDMVRKS gehört zu den international erfolgreichen Vertretern des modernen Metalcore, während Sleep Theoryhärtere Rockmusik mit Alternative-, Metal- und R&B-Einflüssen verbindet. Damit beginnt der Abend musikalisch bereits deutlich vor dem eigentlichen Headliner.

Über Papa Roach

Papa Roach wurden 1993 im kalifornischen Vacaville gegründet. Sänger Jacoby Shaddix und Schlagzeuger Dave Buckner lernten sich während ihrer Schulzeit kennen und beschlossen, gemeinsam eine Band zu starten. Gitarrist Jerry Horton und später Bassist Tobin Esperance ergänzten die Formation. Der ungewöhnliche Bandname geht auf Shaddix‘ Großvater zurück, der den Spitznamen „Papa Roatch“ trug.

Die ersten Jahre verliefen noch weit entfernt von großen Arenen. Papa Roach veröffentlichten eigene Demos und EPs, spielten kleine Clubs und bauten sich Schritt für Schritt eine regionale Fangemeinde auf. Bereits 1997 erschien mit „Old Friends from Young Years“ ein erstes Album in Eigenregie. Der internationale Durchbruch sollte allerdings noch einige Jahre auf sich warten lassen.

Dann kam das Jahr 2000 – und mit ihm „Infest“. Das Album traf ziemlich genau den Moment, in dem Nu Metal und Rap Rock weltweit ihren kommerziellen Höhepunkt erreichten. Harte Gitarrenriffs, Rap-Passagen, melodische Refrains und Texte über Wut, familiäre Probleme und psychische Belastungen passten zu einer Generation, die gleichzeitig Linkin Park, Limp Bizkit, KoRn und System of a Down hörte.

Der alles verändernde Song war „Last Resort“. Schon die ersten Sekunden wurden zu einem der bekanntesten Einstiege der Rockmusik der frühen 2000er. Hinter der explosiven Musik steckt allerdings ein ernstes Thema: Der Text entstand aus der Geschichte eines Freundes, der sich in einer schweren psychischen Krise befand. Diese Offenheit im Umgang mit Depressionen, Verzweiflung und Suizidgedanken wurde später zu einem wiederkehrenden Bestandteil der Arbeit von Papa Roach.

Auch andere Songs auf „Infest“ griffen persönliche Themen auf. „Broken Home“ beschäftigte sich mit Shaddix‘ Erfahrungen mit der Scheidung seiner Eltern, während „Between Angels and Insects“ Konsum und Materialismus thematisierte. Das Album verkaufte sich weltweit millionenfach und machte Papa Roach innerhalb kurzer Zeit von einer kalifornischen Clubband zu einem internationalen Rockact.

Was danach folgte, war allerdings keine einfache Wiederholung von „Infest“. Schon auf „Lovehatetragedy“ rückten die Rap-Elemente etwas in den Hintergrund. Mit „Getting Away with Murder“ von 2004 entwickelte sich die Band stärker in Richtung Alternative und Hard Rock. Aus dieser Phase stammt auch „Scars“, eine ungewöhnlich melodische Ballade, die zu einem der größten Songs ihrer Karriere wurde und zeigte, dass Papa Roach auch ohne aggressiven Nu-Metal-Sound funktionieren konnten.

Spätere Alben wie „The Paramour Sessions“, „Metamorphosis“, „The Connection“, „F.E.A.R.“, „Crooked Teeth“, „Who Do You Trust?“ und „Ego Trip“ veränderten den Sound immer wieder. Elektronische Elemente, Punk, Pop, Rap und moderner Hard Rock tauchten je nach Album unterschiedlich stark auf. Gerade diese Bereitschaft zur Veränderung dürfte einer der Gründe sein, warum Papa Roach viele andere Bands ihrer ursprünglichen Nu-Metal-Generation überlebt haben.

Zur heutigen Besetzung gehören Jacoby Shaddix, Jerry Horton, Tobin Esperance und Schlagzeuger Tony Palermo. Shaddix ist dabei weiterhin das Gesicht der Band – ein Frontmann, der auf der Bühne kaum lange an einem Ort bleibt und den Kontakt zum Publikum zu einem zentralen Bestandteil der Shows macht.

Einen besonderen Stellenwert hat inzwischen auch das Thema mentale Gesundheit. Papa Roach unterstützen seit Jahren Initiativen zur Suizidprävention und sprechen offen über Depressionen, Sucht und persönliche Krisen. Mit „Leave a Light On (Talk Away the Dark)“ rückte dieses Engagement zuletzt besonders deutlich in den Mittelpunkt. Für die Band schließt sich damit ein Kreis zu „Last Resort“: Themen, die bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten in ihren Texten auftauchten, werden heute noch bewusster öffentlich angesprochen.

2025 feierten Papa Roach schließlich 25 Jahre „Infest“, ohne daraus eine reine Nostalgietour zu machen. Mit Songs wie „Even If It Kills Me“ und „BRAINDEAD“ erschien gleichzeitig neues Material, 2026 folgten „Wake Up Calling“ und „See U in Hell“. Die Band arbeitet damit weiterhin an neuer Musik, während ihre frühen Hits längst zur Rockgeschichte der Jahrtausendwende gehören.

Genau dieser Spagat dürfte auch das Konzert in Prag bestimmen. Wer Papa Roach Anfang der 2000er mit „Last Resort“ kennengelernt hat, bekommt die Klassiker einer ganzen Rockgeneration. Wer die Band erst später entdeckt hat, kennt möglicherweise eher „Scars“, „Help“, „Kill the Noise“ oder die neueren Songs. Am 24. November 2026 treffen diese verschiedenen Phasen im O2 universum aufeinander – wahrscheinlich mit deutlich mehr Energie, als das Alter der Bandgeschichte zunächst vermuten lässt.


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