Garten auf der Bastei (Zahrada Na Baště)

Der Garten auf der Bastei (Zahrada Na Baště) liegt am westlichen Rand der Prager Burg (Pražský hrad), unmittelbar nördlich des Ersten Burghofs. Er befindet sich zwischen dem Neuen Königspalast, der Mauer des Erzbischöflichen Palais und dem Oberen Hirschgraben. Mit einer Fläche von rund 2.720 Quadratmetern gehört er zu den kleineren Gärten der Burg. Durch seine geschützte Lage und die klare architektonische Gestaltung wirkt er wesentlich ruhiger als die großen Burghöfe. 

Seinen Namen verdankt der Garten den Überresten einer mittelalterlichen Befestigungsanlage, die bei archäologischen Untersuchungen in diesem Bereich entdeckt wurden. Das Gelände lag ursprünglich zwischen den Befestigungsmauern und den früheren Burggräben. Während der Regierungszeit Maria Theresias wurde es im 18. Jahrhundert zu einem sogenannten Basteihof umgestaltet. Hinweise auf noch ältere Bauwerke reichen sogar bis in die romanische Zeit zurück. 

Seine heutige Form erhielt der Garten nach der Gründung der Tschechoslowakei. Der slowenische Architekt Jože Plečnik, der im Auftrag des ersten tschechoslowakischen Präsidenten Tomáš Garrigue Masaryk zahlreiche Bereiche der Prager Burg modernisierte, gestaltete das Gelände Anfang der 1930er-Jahre grundlegend neu. Dabei verband er Elemente italienischer Gartenarchitektur mit Einflüssen japanischer Gärten. Der Garten auf der Bastei gehört zu den am besten erhaltenen Gartenanlagen Plečniks auf der Prager Burg. 

Plečnik teilte die Anlage in zwei unterschiedlich gestaltete Bereiche. Der südliche Teil besitzt eine strengere, geometrische Ordnung. Auf einer Fläche aus feinem Kies stehen regelmäßig angeordnete, kegelförmig geschnittene Nadelgehölze. Eine kreisförmige Treppenanlage verbindet diesen höher gelegenen Gartenbereich mit dem tiefer liegenden, manchmal als Vierter Burghof bezeichneten Platz. Die Kombination aus Kiesflächen, Naturstein, klaren Linien und sorgfältig geformten Pflanzen verleiht diesem Teil des Gartens ein fast feierliches Aussehen. 

Der nördliche Bereich ist deutlich natürlicher gestaltet und erinnert an einen kleinen japanischen Garten. Flache Trittsteine führen durch den Rasen, während unregelmäßig gepflanzte Bäume und Sträucher einen bewussten Kontrast zur geometrischen Ordnung des südlichen Abschnitts bilden. Eine von Glyzinien bewachsene Pergola steht über den Resten der alten Bastei. Plečnik integrierte die vorhandenen historischen Mauern in seine Gestaltung, anstatt sie vollständig zu beseitigen. Dadurch verbindet der Garten mittelalterliche Befestigungsspuren mit moderner Gartenarchitektur des 20. Jahrhunderts. 

Zu den weiteren charakteristischen Elementen gehören weiße Holzbänke, dekorative Leuchten, eine Aussichtsterrasse und mehrere ungewöhnlich gestaltete Treppen. Besonders markant ist die sogenannte Zyklopentreppe, die aus großen, unregelmäßig geformten Steinblöcken besteht und zum Weg am Oberen Hirschgraben hinabführt. Eine auf Arkaden ruhende Terrasse und die Plečnik-Brücke verbinden den Garten mit dem Bereich der Pulverbrücke und dem nördlichen Flügel des Neuen Königspalasts. 

Heute ist der Garten auf der Bastei (Zahrada Na Baště) ein angenehmer Rückzugsort innerhalb der viel besuchten Prager Burg. Er kann von der Pulverbrücke aus entlang des Nordflügels der Burg erreicht werden. Der Garten lohnt sich besonders für Besucher, die sich für Jože Plečniks Arbeiten interessieren oder abseits der großen Sehenswürdigkeiten einen ruhigeren Teil der Burganlage entdecken möchten.