Die Terrasse der Reithalle (Terasa Jízdárny) liegt an der Nordseite der Prager Burg (Pražský hrad) direkt vor der barocken Reithalle. Trotz ihres Namens handelt es sich nicht nur um eine Aussichtsterrasse, sondern um einen großzügig angelegten Dachgarten. Von hier eröffnet sich ein besonders schöner Blick auf die Nordseite der Burganlage mit den Türmen des St.-Veitsdoms (Katedrála svatého Víta), den historischen Befestigungsmauern und den Gebäuden rund um die Pulverbrücke.
Ursprünglich befand sich an dieser Stelle eine offene Sommerreithalle. Sie ergänzte die überdachte Reithalle, in der der kaiserliche Hof während der kalten Jahreszeit Reitübungen, Turniere und andere Veranstaltungen durchführen konnte. Ein bedeutendes historisches Ereignis fand hier 1723 statt: Anlässlich der Krönung Kaiser Karls VI. zum König von Böhmen wurde in der damaligen Sommerreithalle die Festoper „Constanza e Fortezza“ des Hofkomponisten Johann Joseph Fux uraufgeführt.
Das heutige Erscheinungsbild entstand erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Zwischen 1950 und 1956 wurden auf dem Gelände der ehemaligen Sommerreithalle unterirdische Garagen und Werkstätten für das Amt des tschechoslowakischen Präsidenten errichtet. Auf deren Dach entstand eine rund 3.452 Quadratmeter große Terrasse, die als Garten gestaltet wurde. Damit zählt die Anlage zu den jüngsten Gärten der Prager Burg.
Die grundlegende Gestaltung entwarf der damalige Burgarchitekt Pavel Janák, der zuvor bereits die benachbarte Reithalle zu einem Ausstellungsgebäude umgebaut hatte. Vollendet wurde die Gartenanlage 1957 unter dem Architekten Vladimír Tintěra. Obwohl die Terrasse aus moderner Zeit stammt, orientiert sich ihre symmetrische Gliederung an historischen Barockgärten.
Charakteristisch sind die klar abgegrenzten Rasenflächen, niedrigen geschnittenen Hecken, kugelförmigen Sträucher und geometrisch angeordneten Wege. Kleine Wasserbecken und Brunnen unterstreichen die regelmäßige Gestaltung. Helle Steinplatten und weiße Sitzbänke verleihen der Anlage ein ruhiges, repräsentatives Erscheinungsbild. Die streng geordneten Gartenflächen bilden zugleich einen reizvollen Kontrast zur mächtigen barocken Fassade der Reithalle.
Die Terrasse wird gelegentlich für Konzerte, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen genutzt. Dadurch bildet sie eine Verbindung zwischen dem historischen Burgareal und der heutigen kulturellen Nutzung der Reithalle, die seit ihrem Umbau in den Jahren 1948 und 1949 zu den wichtigsten Ausstellungsräumen der Prager Burg gehört.
Du erreichst die Terrasse der Reithalle (Terasa Jízdárny) über den Vorplatz der Reithalle an der Straße U Prašného mostu. Der Zugang liegt nahe der Straßenbahnhaltestelle Pražský hrad und damit etwas abseits der stark besuchten Burghöfe. Die Terrasse eignet sich deshalb gut für eine kurze Pause vor oder nach dem Besuch der Prager Burg oder des gegenüberliegenden Königlichen Gartens (Královská zahrada). Bei Veranstaltungen können der Zugang und einzelne Bereiche zeitweise eingeschränkt sein.