Der Křižík-Brunnen (Křižíkova fontána) auf dem Prager Ausstellungsgelände (Výstaviště Praha) gehört zu den bekanntesten technischen Anlagen des Areals in Holešovice. Seine Geschichte reicht bis zur großen Jubiläums-Landesausstellung von 1891 zurück, als die Verbindung aus Wasser, elektrischem Licht und wechselnden Farben für viele Besucher noch eine technische Sensation war. Heute befindet sich an dieser Stelle eine deutlich modernere Anlage aus dem Jahr 1991. Die früher regelmäßig veranstalteten Musik-, Licht- und Wassershows gehören inzwischen weitgehend der Vergangenheit an. Der Bereich wird heute vor allem für Konzerte, Shows und andere Veranstaltungen genutzt.
Ein technisches Highlight der Ausstellung von 1891
Der ursprüngliche Brunnen entstand für die Jubiläums-Landesausstellung von 1891, für die große Teile des heutigen Ausstellungsgeländes errichtet wurden.
Entwickelt wurde die Anlage von František Křižík, einem der bedeutendsten tschechischen Elektrotechniker und Erfinder seiner Zeit. Křižík beschäftigte sich intensiv mit elektrischer Beleuchtung und trug wesentlich zur frühen Elektrifizierung Prags bei.
Am 24. Mai 1891 wurde der Brunnen erstmals elektrisch beleuchtet. Die Kombination aus Wasserfontänen und farbigem Licht war Ende des 19. Jahrhunderts etwas Außergewöhnliches und entwickelte sich schnell zu einer der Attraktionen der Ausstellung.
Wasser und elektrisches Licht
Der ursprüngliche Křižík-Brunnen war ungefähr 30 × 40 Meter groß. Rund 50 Wasserdüsen erzeugten verschiedene Fontänen, während 26 elektrische Bogenlampen das Wasser beleuchteten.
Farbige Filter vor den Lichtquellen ermöglichten unterschiedliche Lichtfarben. Bei voller Leistung flossen etwa 250 Liter Wasser pro Sekunde durch die Anlage.
Damit verband der Brunnen zwei technische Entwicklungen, die damals große Aufmerksamkeit erregten: leistungsfähige Wassertechnik und die noch junge elektrische Beleuchtung.
František Křižík und das elektrische Prag
Der Brunnen war nur eines der Projekte, mit denen František Křižík die Ausstellung von 1891 prägte. Er war auch an der elektrischen Beleuchtung des Ausstellungsgeländes beteiligt.
Besonders bekannt wurde außerdem seine elektrische Bahn zwischen Letná und dem Ausstellungsgelände. Sie gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zur späteren Elektrifizierung des Prager Straßenbahnnetzes.
Der Křižík-Brunnen steht damit auch für eine Zeit, in der Prag moderne Technik bewusst öffentlich präsentierte und Elektrizität zu einem sichtbaren Bestandteil des städtischen Lebens wurde.
Vom historischen Brunnen zur heutigen Anlage
Die ursprüngliche Konstruktion blieb nicht vollständig erhalten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Becken unter anderem als Löschwasserreservoir genutzt. Feuchtigkeit, Alterung und bauliche Schäden setzten der Anlage im Laufe der Jahrzehnte zusätzlich zu.
Für die Allgemeine Tschechoslowakische Ausstellung 1991 wurde der Bereich schließlich umfassend neu gestaltet.
Die heutige Anlage entstand damit rund 100 Jahre nach dem historischen Brunnen und ist keine original erhaltene Konstruktion aus dem Jahr 1891.
Der Neubau von 1991
Am 15. Mai 1991 wurde der erneuerte Křižík-Brunnen wieder in Betrieb genommen. Zur Eröffnung erklang passenderweise Bedřich Smetanas bekannte sinfonische Dichtung „Vltava“.
Die neue Anlage war wesentlich größer und technisch deutlich aufwendiger als ihr historischer Vorgänger. Auf einer Wasserfläche von rund 1.500 Quadratmetern kamen etwa 3.000 Düsen, zahlreiche Unterwasserleuchten, leistungsfähige Pumpen und ein umfangreiches Beschallungssystem zum Einsatz.
Licht, Wasser und Musik konnten computergesteuert miteinander kombiniert werden.
Musik-, Licht- und Wassershows
Vor allem ab den 1990er-Jahren wurde der Křižík-Brunnen zu einer bekannten Abendattraktion in Prag.
Die Fontänen bewegten sich passend zur Musik, während farbige Beleuchtung, Projektionen und teilweise weitere Bühneneffekte eingesetzt wurden. Neben klassischer Musik gehörten auch moderne Programme, Tanz und Inszenierungen bekannter Werke zum Angebot.
Zu den aufgeführten Produktionen zählten unter anderem Programme rund um „Carmen“, „Romeo und Julia“, „Schwanensee“ oder „Rusalka“.
Viele Jahre gehörten diese Shows fest zum touristischen Angebot des Ausstellungsgeländes.
Keine regelmäßigen Wassershows mehr
Wer ältere Prag-Reiseführer oder Reiseberichte liest, findet den Křižík-Brunnen häufig noch als klassische Abendattraktion mit regelmäßig stattfindenden Musik- und Wassershows.
Dieses Angebot besteht heute jedoch nicht mehr in dieser Form.
Der langjährige reguläre Showbetrieb endete 2017. Seitdem wird die Anlage nicht mehr täglich oder nach einem festen touristischen Programm bespielt.
Die Wassertechnik ist grundsätzlich weiterhin Bestandteil des Areals und kann bei ausgewählten Veranstaltungen eingesetzt werden.
Der Křižík-Brunnen heute
Heute dient der Bereich rund um den Brunnen vor allem als Veranstaltungsfläche. Hier finden je nach Programm Konzerte, kulturelle Veranstaltungen, Shows, Präsentationen und weitere Events statt.
Außerhalb solcher Veranstaltungen ist das Gelände grundsätzlich öffentlich zugänglich. Besucher können den Bereich daher auch ohne Eintritt in eine Wassershow erkunden.
Gerade zusammen mit dem modernisierten Ausstellungsgelände ist der Brunnen weiterhin ein interessanter Ort, auch wenn seine heutige Funktion eine andere ist als während der großen Zeit der regelmäßigen Abendshows.
Die Křižík-Pavillons rund um den Brunnen
Der Brunnen wird von den Křižík-Pavillons (Křižíkovy pavilony) eingerahmt. Auch sie entstanden in ihrer heutigen Form im Zusammenhang mit der großen Neugestaltung des Ausstellungsgeländes von 1991.
Gemeinsam bilden Brunnen und Pavillons einen amphitheaterartigen Veranstaltungsbereich.
In den vergangenen Jahren wurde das Umfeld weiter modernisiert. Auf den Dächern der Pavillons entstanden begrünte Aufenthaltsflächen mit Sitzmöglichkeiten und Ausblicken auf das Ausstellungsgelände.
Dadurch hat sich der Bereich zunehmend von einer klassischen Showarena zu einem vielseitig nutzbaren öffentlichen Raum entwickelt.
Teil des Prager Ausstellungsgeländes
Der Křižík-Brunnen liegt im hinteren Bereich des Prager Ausstellungsgeländes (Výstaviště Praha) hinter dem Industriepalast (Průmyslový palác).
In direkter Umgebung befinden sich neben den Křižík-Pavillons weitere Veranstaltungs-, Kultur- und Freizeitangebote. Auch der große Stromovka-Park grenzt unmittelbar an das Ausstellungsgelände.
Dadurch lässt sich ein Besuch gut mit einem Spaziergang über das Výstaviště oder durch den Stromovka verbinden.
Wie kommst du zum Křižík-Brunnen?
Der Křižík-Brunnen befindet sich auf dem Gelände des Výstaviště Praha im Stadtteil Holešovice.
Eine der nächstgelegenen Haltestellen ist Výstaviště, die von mehreren Straßenbahnlinien bedient wird. Von dort gehst du über das Ausstellungsgelände in Richtung Industriepalast und weiter zum dahinterliegenden Brunnen.
Auch vom Bahnhof Praha-Holešovice und von der Metrostation Nádraží Holešovice lässt sich das Gelände mit der Straßenbahn oder zu Fuß erreichen.
Historische Technik trifft modernes Ausstellungsgelände
Auch ohne die früheren täglichen Wassershows bleibt der Křižík-Brunnen ein besonderer Teil des Výstaviště. Seine Geschichte verbindet die große Ausstellung von 1891, die frühen Jahre der Elektrifizierung Prags und die umfassende Modernisierung des Areals ein Jahrhundert später.
Wer heute durch das Ausstellungsgelände läuft, sieht deshalb nicht einfach nur eine große Brunnenanlage. Der Ort erinnert gleichzeitig an eine Zeit, in der elektrisches Licht selbst noch eine Attraktion war und František Křižík mit seinen technischen Ideen das moderne Prag mitprägte.




Quellen:
- https://navystavisti.cz/areal/krizikova_fontana/
- https://prague.eu/cs/objevujte/krizikova-fontana-vystaviste-praha/
- https://prague.eu/cs/cesky-edison-ktery-rozzaril-prahu/
- https://praha.eu/web/praha/w/strechy-krizikovych-pavilonu-na-vystavisti-se-promenily-v-zelene-pobytove-terasy-pro-odpocinek-zabavu-i-akce
- https://www.irozhlas.cz/kultura/krizikova-fontana-je-stale-plne-funkcni-budoucnost-je-ale-nejista-revitalizace_2408271122_hof
