Der Salm-Palast (Salmovský palác) steht am Hradschiner Platz (Hradčanské náměstí) unmittelbar vor dem Haupteingang der Prager Burg. Das klassizistische Gebäude mit Einflüssen des Empire-Stils entstand zwischen 1800 und 1811 durch den grundlegenden Umbau älterer Renaissancehäuser. Auftraggeber war der Prager Erzbischof Vilém Florentin von Salm-Salm, nach dem der Palast bis heute benannt ist. Die Pläne für den Neubau stammen vom Architekten František Pavíček. Charakteristisch sind die streng gegliederte Fassade, die drei Flügel und der kleine Ehrenhof, der durch ein schmiedeeisernes Gitter vom Platz getrennt wird.
Wenige Jahre nach seiner Fertigstellung ging der Palast in den Besitz der Familie Schwarzenberg über. Er diente anschließend als ergänzende Prager Residenz zum benachbarten Schwarzenberg-Palast (Schwarzenberský palác), weshalb er gelegentlich auch als Kleiner Schwarzenberg-Palast bezeichnet wird. Bis 1945 nutzte die Krumauer Linie der Schwarzenberger das Gebäude als Stadtpalais. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es verstaatlicht und zeitweise von staatlichen Einrichtungen verwendet. Seit 2003 wird der Salm-Palast von der Nationalgalerie Prag verwaltet; zwischen 2008 und 2012 erfolgte eine umfassende Sanierung.
Heute gehört der Palast zu den Ausstellungsorten der Nationalgalerie Prag (Národní galerie Praha). In seinen historischen Räumen werden thematische Ausstellungen mit tschechischer und internationaler Kunst präsentiert. Gemeinsam mit dem benachbarten Schwarzenberg-Palast und dem nahe gelegenen Sternberg-Palast bildet er eines der wichtigsten Kunst- und Museumsensembles rund um die Prager Burg. Auch ohne einen Ausstellungsbesuch lohnt sich ein Blick auf das Gebäude, da seine helle klassizistische Fassade einen markanten Kontrast zu den Renaissance- und Barockbauten des Hradschiner Platzes bildet.