10 besten Sehenswürdigkeiten in Prag

Prag wird nicht umsonst als die „Goldene Stadt“ bezeichnet – an jeder Ecke triffst du auf historische Bauten, romantische Gassen und beeindruckende Ausblicke. In diesem Artikel stellen wir dir die Top 10 der zeitlos relevanten Sehenswürdigkeiten in Prag vor, die du bei deinem Besuch nicht verpassen solltest. Von mittelalterlichen Wahrzeichen über prachtvolle Plätze bis hin zu moderner Architektur ist alles dabei. Lass dich inspirieren und entdecke die Highlights, die Prag so einzigartig machen!

Top 10 Sehenswürdigkeiten in Prag – Highlights für deine Reise:

  1. Prager Burg (Pražský hrad) – Das größte Burgareal der Welt
  2. Karlsbrücke (Karlův most) – Romantischer Spaziergang über der Moldau
  3. Altstädter Ring und Astronomische Uhr – Das historische Herz Prags
  4. Wenzelsplatz (Václavské náměstí) – Boulevard der Geschichte
  5. Jüdisches Viertel Josefov – Zwischen Geschichte und Legende
  6. Prager Kleinseite (Malá Strana) – Barockes Viertel am Burgberg
  7. Petřín-Hügel und Aussichtsturm – Prags kleine „Eiffelturm“-Experience
  8. Vyšehrad – Sagenumwobene Festung über der Moldau
  9. Tanzendes Haus (Tančící dům) – Moderne Architektur mit Schwung
  10. Strahov-Kloster und Bibliothek – Barocke Schatzkammer der Bücher


1. Prager Burg (Pražský hrad) – Das größte Burgareal der Welt

Die Prager Burg erhebt sich majestätisch über der Stadt und ist das größte geschlossene Burgareal der Welt Seit dem 9. Jahrhundert residierten hier die böhmischen Könige und später die Präsidenten. Wenn du das Burgviertel Hradčany erklimmst, wirst du zunächst mit einem grandiosen Panoramablick über die Dächer Prags belohnt. Innerhalb der Burgmauern erwarten dich mehrere Höfe, prachtvolle Paläste, malerische Gärten und bedeutende Bauwerke.

Veitsdom: Im Herzen der Burganlage ragt der gotische Veitsdom (Katedrála Sv. Víta) empor, dessen farbenprächtige Glasfenster und filigrane Türme schon von weitem sichtbar sind. Der Bau der Kathedrale begann 1344 und wurde erst im 20. Jahrhundert vollendet – ein Meisterwerk der Gotik und Symbol der Stadt. Wenn du die 99 Meter hohen Turmstufen erklimmst, erwartet dich ein atemberaubender Rundblick über Prag.

Goldenes Gässchen: Schlendere unbedingt durch das Goldene Gässchen (Zlatá ulička) am Rande des Burgareals. In den winzigen, bunten Häuschen dieser Gasse arbeiteten einst Alchimisten für Kaiser Rudolf II., und der Schriftsteller Franz Kafka lebte hier zeitweise bei seiner Schwester und schrieb an einigen Werken. Heute findest du in den Häuschen kleine Ausstellungen und Läden – ein Spaziergang fühlt sich an wie eine Reise ins Mittelalter.

Insidertipp: Erlebe um 12 Uhr mittags die Wachablösung der Burgwache auf dem Ehrenhof – eine traditionelle Zeremonie mit Fanfarenklängen. Plane für die gesamte Burg ausreichend Zeit ein; es gibt verschiedene Tickets, je nachdem, ob du alle Museen und Innenräume besichtigen möchtest. Die Prager Burg gehört verdient zu den Top-Sehenswürdigkeiten, denn sie vereint Geschichte, Architektur und grandiose Ausblicke in einmaliger Weise.

Blick über die Moldau zur Prager Burg mit Veitsdom und historischen Häusern am Flussufer
Blick auf die Prager Burg mit dem Veitsdom, der hoch über der Stadt thront.

2. Karlsbrücke (Karlův most) – Romantischer Spaziergang über der Moldau

Ein Prag-Besuch ohne die Karlsbrücke? Undenkbar! Diese weltberühmte Steinbrücke aus dem 14. Jahrhundert verbindet die Altstadt mit der Kleinseite. Beim Überqueren spürst du das Flair vergangener Jahrhunderte: links und rechts säumen insgesamt 30 barocke Statuen die Brücke, die Heilige und biblische Figuren darstellen. (Keine Sorge – die Originale aus dem 18. Jahrhundert stehen heute im Museum und wurden durch detailgetreue Kopien ersetzt.) Besonders bekannt ist die Statue des heiligen Nepomuk: Der Legende nach bringt es Glück, die kleine Plakette unter der Figur zu berühren – du wirst sehen, dass sie vom vielen Anfassen ganz blank poliert ist.

Die Karlsbrücke ist eine der ältesten Steinbrücken Europas und war einst die einzige Verbindung über die Moldau, was Prag zu Reichtum verhalf. Heute ist sie Fußgängern vorbehalten – Autos sucht man hier vergeblich. Dafür triffst du viele Straßenkünstler, Musiker und Maler, die der Brücke eine lebendige Atmosphäre verleihen. In der Hochsaison strömen täglich bis zu 30.000 Menschen über die „heilige Brücke“, daher lohnt es sich, besondere Momente abzupassen:

Insidertipp: Genieße die Karlsbrücke frühmorgens beim Sonnenaufgang, wenn du sie (fast) für dich allein hast und die ersten Sonnenstrahlen Prag in goldenes Licht tauchen. Auch spät abends, wenn die Laternen leuchten und die Stadt ruhig wird, entfaltet die Brücke ihren Zauber. Von hier aus hast du einen Bilderbuchblick auf die Moldau, die Prager Burg und die Altstadtsilhouette – Romantik pur! Kein Wunder, dass die Karlsbrücke als Wahrzeichen Prags in jede Top-10-Liste gehört.

Die Karlsbrücke in Prag mit ihren barocken Statuen – ein Wahrzeichen der Stadt.

3. Altstädter Ring und Astronomische Uhr – Das historische Herz Prags

Der Altstädter Ring (Staroměstské náměstí) ist der zentrale Platz der Prager Altstadt und einer der schönsten Marktplätze Europas. Umgeben von prachtvollen Bürgerhäusern mit bunten Fassaden, atmet jeder Pflasterstein hier Geschichte. Seit dem Mittelalter schlägt an diesem 9.000 m² großen Platz das Herz der Stadt: Hier fanden Märkte, Feste und auch tragische Ereignisse (wie Hinrichtungen) statt. Heute flanieren Touristen und Einheimische gleichermaßen über den Platz, bewundern die Architektur oder genießen einen Kaffee in einem der umliegenden Straßencafés.

Zu den Sehenswürdigkeiten am Altstädter Ring zählen die markante Teynkirche mit ihren zwei unterschiedlich hohen, schwarzen Turmspitzen und das barocke St.-Nikolaus-Kirche (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Kirche in der Kleinseite). In der Platzmitte thront das Denkmal für Jan Hus – ein Reformator, der im 15. Jahrhundert als Märtyrer verbrannt wurde und bis heute als Nationalheld verehrt wird. Rund um den Platz kannst du an den Häusern viele kunstvolle Details entdecken, zum Beispiel das Haus „Zur Steinernen Glocke“ oder das „Haus zum Einhorn“, wo einst Franz Kafka und andere Intellektuelle verkehrten.

Der größte Publikumsmagnet ist jedoch das Altstädter Rathaus mit der Astronomischen Uhr. Die gotische Rathausfassade mit dem hohen Turm prägt die Südostecke des Platzes. An dieser Wand befindet sich die über 600 Jahre alte Astronomische Uhr (Orloj): ein technisches Wunderwerk aus dem Jahr 1410, das bis heute funktioniert. Sie zeigt nicht nur die Zeit, sondern auch die Stellung von Sonne und Mond, die Tierkreiszeichen und das Datum an – und zu jeder vollen Stunde bietet sie ein kleines Schauspiel: Dann drehen sich oben in den Fenstern die Figuren der 12 Apostel, während unten der Tod in Form eines Skeletts an einer Glocke zieht und weitere bewegliche Figuren (der Geizhälse, der Eitelkeit, des Türken) ihren Kopf schütteln. Hunderte Schaulustige versammeln sich stündlich vor der Uhr, um dieses Spektakel zu sehen. Zugegeben, es dauert nur wenige Sekunden – aber die Idee, dass dieses Uhrwerk das schon seit dem Mittelalter tut, ist einfach faszinierend.

Besuchertipp: Warte nach dem Glockenspiel nicht gleich auf die nächste Stunde, sondern steig auf den Rathausturm hinauf! Von oben hast du einen grandiosen 360°-Blick über den Altstädter Ring und die ganze Altstadt. Gerade im Abendlicht, wenn die Dächer rot leuchten, ist der Ausblick unvergesslich. Der Altstädter Ring mit Rathaus und Aposteluhr gehört deshalb in jede Top-Liste: Hier erlebst du Prag im Zeitraffer – Vergangenheit und Gegenwart an einem Ort.

Der Altstädter Ring mit der Teynkirche – lebendiger Marktplatz und historisches Herzstück der Prager Altstadt.

4. Wenzelsplatz (Václavské náměstí) – Boulevard der Geschichte

Der Wenzelsplatz ist eigentlich weniger ein Platz als vielmehr ein 750 Meter langer Boulevard. Einst als mittelalterlicher Pferdemarkt angelegt, ist er heute die pulsierende Lebensader der Neustadt. Tagsüber tummeln sich hier Einkaufslustige in den zahllosen Geschäften, abends erwacht das bunte Nachtleben in Bars und Klubs. Trotz der modernen Fassade ist der Wenzelsplatz ein geschichtsträchtiger Ort: Immer wieder wurde er zur Bühne wichtiger Ereignisse der tschechischen Nation.

Am oberen Ende thront das imposante Nationalmuseum mit seiner monumentalen Kuppel – ein Blickfang und Treffpunkt. Direkt davor steht das Reiterdenkmal des heiligen Wenzel, umgeben von vier böhmischen Schutzheiligen (Ludmilla, Prokop, Agnes und Adalbert). Dieses Denkmal ist für Prager ein Symbol nationalen Stolzes und beliebter Treffpunkt („unter dem Schwanz beim Wenzel“ sagen sie scherzhaft, da man sich beim Pferdeschwanz des Reiters trifft).

Genau hier spielten sich 1989 die großen Demonstrationen der Samtenen Revolution ab, mit denen die Tschechen das kommunistische Regime zu Fall brachten. Auch 1968, während des Prager Frühlings, und 1969 (als Jan Palach sich hier aus Protest verbrannte) war der Wenzelsplatz Schauplatz dramatischer Momente. Wenn du heute über die breite Flaniermeile spazierst, stell dir die jubelnden Menschenmengen von damals vor – Gänsehaut!

Doch der Wenzelsplatz hat auch eine angenehme, alltägliche Seite: Zwischen den eleganten Jugendstil- und Neorenaissance-Fassaden laden Cafés, Restaurants und Hotels zum Verweilen ein. Hier kannst du wunderbar Leute beobachten. In der Weihnachtszeit verwandelt sich der untere Platzbereich in einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt mit duftendem Trdelník (Schornsteinkuchen) und heißem Punsch.

Warum in den Top 10? Der Wenzelsplatz vereint Prags Vergangenheit und Gegenwart. Als Ort historischer Wendepunkte und gleichzeitig Einkaufs- und Ausgehmeile ist er für die breite Masse der Besucher interessant: Geschichtsfans wandeln auf den Spuren der Revolution, Shoppingfreunde finden internationale Marken, Architekturliebhaber bewundern die verzierte Häuserfronten – hier kommt jeder auf seine Kosten. Und wenn du genug vom Trubel hast, spazier die breite Straße hinauf bis zum Nationalmuseum und genieße von dort den Blick zurück über den belebten Boulevard.

Der Wenzelsplatz in Prag mit Blick Richtung Nationalmuseum – eine breite Prachtstraße voller Geschichte.

5. Jüdisches Viertel Josefov – Zwischen Geschichte und Legende

Mitten in der Altstadt liegt das Jüdische Viertel Josefov, ein Viertel voller Geschichte, Tragik und kultureller Bedeutung. In diesen Gassen lebte über Jahrhunderte die Prager jüdische Gemeinde. Trotz vieler Zerstörungen im 19. Jahrhundert blieben einige der wichtigsten Stätten jüdischen Erbes erhalten, die heute zum Jüdischen Museum zusammengefasst sind: Synagogen, Friedhof und Ritualbäder erzählen vom Leben der Prager Juden.

Ein absolutes Muss ist der Alte Jüdische Friedhof, der einen tiefen Eindruck hinterlässt. Aufgrund von Platzmangel wurden hier von 1439 bis 1787 über 100.000 Verstorbene in bis zu zwölf Schichten übereinander begraben. Rund 12.000 Grabsteine – krumm, schief und mit Moos bewachsen – ragen eng an eng aus dem Boden. Beim Spaziergang über die schattigen Pfade spürst du die Ehrfurcht dieses Ortes. Hier ruht unter anderem der berühmte Rabbiner Jehuda Löw (1525–1609), um den sich die Legende des Golem rankt – eines vom Rabbi geschaffenen Lehmwesens, das auf dem Dachboden der Altneu-Synagoge schlafen soll.

Apropos Synagogen: Gleich sechs historische Synagogen kannst du in Josefov besichtigen. Besonders bedeutend ist die Altneu-Synagoge (Staronová synagoga) von 1270 – sie gilt als die älteste aktive Synagoge Europas. Ihr schlichtes gotisches Äußeres täuscht, denn im Inneren spürt man die jahrhundertealte Spiritualität. Ganz anders präsentiert sich die Spanische Synagoge mit ihrer maurischen Pracht: Hier funkeln goldene Ornamente und farbige Glasfenster – ein ungeahnter Orient-Flair in Prag. In der Spanischen Synagoge sowie der Maisel- und Klausen-Synagoge sind Ausstellungen über die Geschichte der Juden in Böhmen zu sehen, teils mit bewegenden Holocaust-Gedenktafeln (z.B. in der Pinkas-Synagoge, deren Wände mit den Namen von 77.297 Holocaust-Opfern aus Tschechien beschriftet sind).

Warum gehört Josefov zu den Top-Sehenswürdigkeiten? Kaum ein anderer Ort spiegelt die wechselvolle Geschichte Prags so wie dieses Viertel: vom blühenden Gemeinde-Leben über Pogrome bis hin zur nahezu vollständigen Auslöschung im Holocaust. Gleichzeitig sind die erhaltenen Stätten unglaublich eindrucksvoll – sei es der melancholische Friedhof oder die architektonisch einzigartigen Synagogen. Ein Spaziergang durch Josefov ist ein bewegendes Erlebnis. Insidertipp: Nimm an einer geführten Tour teil oder leihe dir einen Audioguide, um die reichen Hintergründe zu erfahren. Und vergiss nicht, im jüdischen Viertel auch die elegante Pariser Straße (Pařížská) entlangzuschlendern: Heute eine Luxus-Shoppingmeile, war sie einst Teil des Ghettos und zeigt eindrucksvoll, wie sich Josefov gewandelt hat.

Der Alte Jüdische Friedhof im Josefov – dicht an dicht stehen die uralten Grabsteine, ein Ort von besonderer Atmosphäre.

6. Prager Kleinseite (Malá Strana) – Barockes Viertel am Burgberg

Zu Füßen der Prager Burg schmiegt sich die Kleinseite (Malá Strana) ans Ufer der Moldau. Dieses historische Viertel besticht durch seine romantischen Gassen, Barockpaläste und lauschigen Gärten – ein echtes Bilderbuchviertel. Einst wohnten hier vor allem Adelige und reiche Kaufleute, was man den prachtvollen Palais noch ansieht. Beim Schlendern über das Kopfsteinpflaster entdeckst du immer wieder charmante Ecken: versteckte Innenhöfe, alte Laternen, bunte Hausfassaden mit Wappen und Hauszeichen.

Das Herz der Kleinseite ist der Malostranské náměstí (Kleinseitner Ring) mit der gewaltigen St.-Nikolaus-Kirche. Diese Kirche aus dem 18. Jahrhundert zählt zu den schönsten Barockkirchen Mitteleuropas. Ihre grüne Kuppel und der schlanke Glockenturm prägen die Skyline der Kleinseite. Innen überwältigt sie mit einem Meer aus Marmor, Gold und Deckenfresken – hier haben die Baumeister wirklich geklotzt! Wenn du magst, steig auf den 79 Meter hohen Kirchturm hinauf; von dort bietet sich eine fantastische Aussicht über die roten Dächer der Altstadt.

Ein besonderes Kapitel Kleinseite ist die sogenannte Hungermauer (Hladová zeď) am Petřín-Hang oberhalb des Viertels. Diese 1362 unter Kaiser Karl IV. errichtete Mauer diente eigentlich der Befestigung, doch laut Legende ließ der Kaiser sie bauen, um in einer Hungersnot den Armen Arbeit und Brot zu geben – daher der Name. Heute kannst du Reste der Hungermauer im Park am Petřín sehen und dabei den Blick auf die Kleinseite genießen.

Die Kleinseite steckt voller pittoresker Plätze: Überquere von der Karlsbrücke kommend das eindrucksvolle Malteserplatz mit der Kirche Maria unter der Kette, spaziere durch die verwinkelte Gasse U Lužického semináře entlang des Čertovka-Kanals (dort findest du auch die berühmte „John-Lennon-Mauer“ mit bunten Graffiti, ein Treffpunkt der Jugend seit den 1980ern). Ein paar Schritte weiter gelangst du zur Kampa-Insel, einer grünen Oase direkt an der Moldau – perfekt für eine Pause mit Schwanenblick.

Geheimtipp: Bücherfreunde sollten den legendären englischsprachigen Buchladen „Shakespeare and Sons“ in der Nähe der Karlsbrücke aufsuchen. Und Genießer kehren in einer traditionellen Kneipe oder Weinbar ein – in Malá Strana gibt es lauschige Lokale, die teils seit Jahrhunderten existieren. Die Prager Kleinseite gehört auf die Top-10-Liste, weil sie wie ein lebendiges Museum wirkt: Hier fühlst du dich in der Zeit zurückversetzt und kannst das barocke Prag in seiner authentischsten Form erleben.

Malerische Gasse in der Prager Kleinseite: Blick von der Mostecká Richtung St.-Nikolaus-Kirche im Morgenlicht.

7. Petřín-Hügel und Aussichtsturm – Prags kleine „Eiffelturm“-Experience

Wenn du frische Luft und einen traumhaften Blick über Prag suchst, führt kein Weg am Petřín-Hügel (Laurenziberg) vorbei. Dieser 327 Meter hohe bewaldete Hügel westlich der Moldau ist Prags zentraler Stadtpark und lädt zu Spaziergängen im Grünen ein. Hinauf kommst du entweder sportlich zu Fuß oder gemütlich mit der historischen Petřín-Standseilbahn, die seit 1891 bergauf schnauft. Oben erwartet dich eine Mischung aus Natur und Attraktionen.

Das markanteste Bauwerk ist der Petřín-Aussichtsturm – oft liebevoll als „kleiner Eiffelturm“ bezeichnet. Kein Zufall: Er wurde tatsächlich 1891, nur zwei Jahre nach dem Pariser Original, für eine Jubiläumsausstellung errichtet und sieht diesem ähnlich. Der Stahlturm ist zwar „nur“ 63,5 Meter hoch, doch da er auf dem Hügel steht, reicht er nahezu auf die gleiche Höhe über dem Meeresspiegel wie sein französisches Vorbild. Überwinde die 299 Stufen bis zur oberen Plattform – oder nutze den kleinen Aufzug, falls in Betrieb. Belohnt wirst du mit einer herrlichen Aussicht über die ganze Stadt: Zu deinen Füßen liegen die rote Dächerlandschaft, die Moldau mit ihren Brücken, der Hradschin mit der Burg, und an klaren Tagen kannst du bis ins Böhmische Umland blicken.

Doch Petřín hat noch mehr zu bieten: Gleich neben dem Turm befindet sich ein Spiegellabyrinth, das vor allem mit Kindern großen Spaß macht. In dem historischen Pavillon (er sieht aus wie eine kleine Burg) erwarten dich verwirrende Spiegel und ein Diorama, das an die Verteidigung Prags im Dreißigjährigen Krieg erinnert. Ebenfalls auf dem Hügel steht die Sternwarte Štefánik – Hobbyastronomen können hier abends durch Teleskope die Sterne beobachten. Und ganz romantisch ist der Rosengarten etwas unterhalb des Turms, der im Frühsommer herrlich duftet und blüht.

Insider-Tipp: Pack ein kleines Picknick ein und such dir auf Petřín ein nettes Plätzchen auf einer Wiese mit Aussicht – zum Beispiel unterhalb des Aussichtsturms mit Blick auf die Burg. Bei Sonnenuntergang ist es hier oben magisch ruhig, während Prag unten allmählich sein Lichterkleid anzieht. Petřín zeigt dir eine andere Seite der Stadt: grün, entspannt und panoramareich. Nach all den kopfsteingepflasterten Straßen tut so ein Ausflug ins Grüne richtig gut – deshalb gehört der Laurenziberg mitsamt Aussichtsturm definitiv in diese Top 10.

Der Petřín-Aussichtsturm auf dem Laurenziberg – eine kleine Version des Eiffelturms mit großem Ausblick.

8. Vyšehrad – Sagenumwobene Festung über der Moldau

Ein wenig abseits der Haupttouristenpfade, etwa 3 km südlich der Altstadt, erhebt sich auf einem Felsen über der Moldau die Festung Vyšehrad. Dieser Ort vereint Geschichte, Legende und Erholung zu einem einzigartigen Erlebnis. Der Legende nach soll Fürstin Libuše von hier aus die Gründung Prags vorausgesagt haben – ein sagenumwobener Platz, der als erster Sitz der böhmischen Fürsten gilt (auch wenn archäologisch die Prager Burg älter ist).

Heute lädt das weitläufige Areal von Vyšehrad zu einem Spaziergang mit fantastischen Aussichten ein. Durch mächtige Barock-Tore betrittst du das Festungsgelände und fühlst dich gleich in vergangene Zeiten versetzt. Auf dem Gelände findest du die Rotunde des hl. Martin (ein rundes Kapellchen aus dem 11. Jahrhundert – eines der ältesten Gebäude Prags) und als herausragendes Bauwerk die Basilika St. Peter und Paul. Deren zwei neugotische Türme ragen hoch in den Himmel und sind schon von weitem sichtbar. Im Inneren überrascht die Basilika mit farbenprächtigen Jugendstil-Malereien an Wänden und Decke – ein echter Kunstgenuss abseits der Touristenmassen.

Unbedingt besuchen solltest du den Vyšehrad-Friedhof neben der Basilika, insbesondere das Ehrengrab Slavín. Hier liegen zahlreiche berühmte Tschechen begraben, ein richtiger Pantheon der Nation: die Komponisten Antonín Dvořák und Bedřich Smetana, der Maler Alfons Mucha, Schriftsteller, Wissenschaftler und viele mehr. Vor dem monumentalen Gemeinschaftsgrab thront eine Engelsfigur; es ist bewegend, an diesem ruhigen Ort die großen Namen zu lesen, die die tschechische Kultur geprägt haben. Vom Friedhof und den alten Festungsmauern genießt du zudem einen tollen Blick auf die Stadt und die Moldau – perfekt für Fotos, vor allem im Licht des späten Nachmittags.

Warum Vyšehrad in den Top 10? Dieser Ort bietet eine andere Perspektive auf Prag – sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinne. Abseits der Touristenströme kannst du hier durch grüne Parks schlendern, auf den Bänken entlang der mittelalterlichen Bastionsmauern sitzen und die Seele baumeln lassen, während die Stadt unter dir pulsiert. Kinder freuen sich über die Spielplätze und viel Platz zum Rennen, Kulturfans über die Geschichten von Libuše, dem legendären Felsen (Libušín) und die barocken Kasematten (in denen übrigens originale Barockstatuen der Karlsbrücke lagern). Abends finden im Sommer im Vyšehrad-Amphitheater auch mal Konzerte oder Theateraufführungen statt.

Kurz gesagt: Vyšehrad kombiniert romantische Ruinen, sagenhafte Geschichten und entspannte Parkatmosphäre mit einem der schönsten Ausblicke auf Prag. Ein echter Geheimtipp, der jedoch völlig zu Recht zu den zeitlos interessanten Sehenswürdigkeiten Prags zählt.

Blick auf Vyšehrad über der Moldau: die Festung mit den Doppeltürmen der Peter-und-Paul-Basilika, ein Ort voller Legenden.

9. Tanzendes Haus (Tančící dům) – Moderne Architektur mit Schwung

Prag ist nicht nur alt und historisch – es kann auch modern und mutig! Der beste Beweis dafür ist das Tanzende Haus, ein Bürogebäude an der Uferstraße Rašínovo nábřeží, das durch seine ungewöhnliche Form sofort ins Auge sticht. Die zwei Turmteile des Hauses aus Glas und Beton scheinen in schwungvoller Bewegung zu sein – als würde ein Tanzpaar eng umschlungen einen eleganten Schritt machen. Deshalb der Spitzname „Ginger und Fred“, nach dem berühmten Tanzduo Fred Astaire und Ginger Rogers.

Das Haus wurde 1996 fertiggestellt und vom kanadisch-amerikanischen Stararchitekten Frank O. Gehrygemeinsam mit dem tschechischen Architekten Vlado Milunić entworfen. Inmitten der Barock- und Jugendstilbauten der Umgebung war das futuristische Design zunächst umstritten – heute ist das Tanzende Haus längst ein beliebtes Stadtwahrzeichen und zeigt, dass Prag auch architektonisch in die Zukunft tanzt.

Im Inneren beherbergt das Gebäude Büros, eine Galerie für moderne Kunst und in der obersten Etage ein Restaurant mit Bar. Besuchertipp: Auch ohne großes Budget kannst du nach oben – das Restaurant „Ginger & Fred“ bietet nicht nur gutes Essen, sondern auch einen Panoramablick über die Moldau und die Prager Burg. Im Sommer gibt es auf dem Dach eine kleine Terrasse, wo du bei einem Drink die grandiose Aussicht genießen kannst. Unten im Erdgeschoss befindet sich ein schickes Café sowie wechselnde Kunstausstellungen, oft mit zeitgenössischen tschechischen Künstlern.

Warum gehört das Tanzende Haus in diese Top 10? Weil es Prags Aufbruch in die Moderne symbolisiert. Zwischen all den historischen Stätten zeigt es eine andere Facette der Stadt – kreativ, innovativ und ein bisschen verrückt (im positivsten Sinne). Besonders schön wirkt das Gebäude in der Abenddämmerung, wenn es von innen beleuchtet ist und golden schimmert. Ein Foto mit dem Tanzenden Haus im Hintergrund darf in keinem Prag-Fotoalbum fehlen! Also nichts wie hin zu „Ginger und Fred“ und staunen, wie beschwingt Architektur sein kann.

Das Tanzende Haus („Ginger und Fred“) direkt an der Moldau – Prags ikonischstes modernes Gebäude.

10. Strahov-Kloster und Bibliothek – Barocke Schatzkammer der Bücher

Zum Abschluss unserer Top 10 entführen wir dich noch einmal in die Welt der Geschichte und Kunst: Kloster Strahov (Strahovský klášter) oberhalb der Kleinseite ist ein Juwel barocker Kultur. Gegründet wurde das Prämonstratenser-Kloster bereits 1143 und blickt damit auf nahezu 900 Jahre ununterbrochenes klösterliches Leben zurück. Die Anlage selbst mit der strahlend weißen Fassade der Klosterkirche ist schon sehenswert – doch das eigentliche Highlight verbirgt sich im Inneren: die Strahov-Bibliothek, eine der schönsten historischen Bibliotheken der Welt.

Betrittst du die Bibliotheksräume, verschlägt es dir den Atem: Zunächst die Theologische Halle (gebaut 1679), ein länglicher Saal mit barocken Schnitzereien, vollgestellt mit alten Ledereinbänden und einer fantastischen Deckenfreske über die Apotheose Gottes Wort. Noch imposanter vielleicht die Philosophische Halle (gebaut 1794): ein 32 Meter langer, prachtvoller Bibliothekssaal mit einer Decke, die mit einem riesigen Fresko zum Thema Geschichte der Menschheit bedeckt ist. Hölzerne Globusse, geheimnisvolle alte astronomische Instrumente und natürlich tausende historische Bücher schaffen eine Atmosphäre wie in Harry Potter – nur echt. Insgesamt hütet die Strahov-Bibliothek über 200.000 Bände, darunter unschätzbar wertvolle Handschriften und Erstdrucke. Nicht umsonst wurde sie schon als Filmkulisse genutzt (etwa in „Die drei Musketiere“) – so märchenhaft schön ist dieser Ort.

Leider darf man die Säle nur vom Eingang aus bestaunen – ein Zutritt zwischen die Regalreihen ist aus konservatorischen Gründen meist nicht gestattet. Doch auch vom Sehen allein bleibt die Schönheit unvergesslich. Wer möchte, kann gegen extra Gebühr eine Fotolizenz erwerben, um die Hallen abzulichten (ohne Blitz, versteht sich). Selbst Papst Benedikt XVI. zeigte sich bei seinem Besuch 2009 tief beeindruckt von dieser „Kathedrale des Geistes“.

Insidertipp: Im Kloster Strahov gibt es auch weltliche Genüsse – nämlich das Klosterbrauhaus Strahov, wo Mönche bereits im Mittelalter Bier brauten. Heute wird dort das köstliche St.-Norbert-Bier ausgeschenkt, benannt nach dem Ordensgründer. In rustikal-gemütlicher Atmosphäre kannst du ein selbstgebrautes Bier und böhmische Spezialitäten kosten – der perfekte Abschluss eines Besuchs. Stell dir vor: Erst nährst du den Geist in der Bibliothek, dann den Körper mit einem kühlen Klosterbier!

Das Strahov-Kloster zeigt, dass Prag nicht nur draußen auf den Straßen, sondern auch hinter Klostermauern unschätzbare Schätze birgt. Warum Top 10? Weil es ein Ort voller Inspiration und Ruhe ist. Nach dem Trubel der Altstadt findest du hier fast meditative Stille zwischen alten Büchern und barocker Kunst. Es ist ein Platz, der oftmals übersehen wird von eiligen Touristen – dabei gehört er unbedingt auf die Liste für alle, die das authentische, kulturelle Prag erfahren wollen.

Die Theologische Halle der Strahov-Bibliothek – ein barocker Büchertempel mit prächtiger Deckenbemalung.

Prag bietet weit mehr als zehn Sehenswürdigkeiten – aber diese Top 10 zeitlose Attraktionen bilden einen perfekten Einstieg. Von der Prager Burg bis zum Strahov-Kloster, von der Karlsbrücke bis zum Tanzenden Haus – jede dieser Stationen begeistert auf ihre Weise und erzählt einen Teil der Prager Geschichte. Pack also bequeme Schuhe ein, lade die Kameraakkus und mach dich auf den Weg: Dein Prag-Abenteuer wartet auf dich.

Viel Spaß beim Entdecken – und vergiss nicht, zwischendurch ein kühles tschechisches Bier oder einen süßen Trdelník zu genießen.


Schreibe einen Kommentar