Live on Tour: KoRn live in Prag

Tiefe Siebensaiter-Gitarren, ein Basssound, der eher schlägt als begleitet, und Jonathan Davis zwischen Flüstern, Schreien und unverwechselbarem Scat-Gesang: KoRn kommen am 16. November 2026 nach Prag. In der O2 arena macht die EURO TOUR 2026 Station – und mit Architects sowie Pixel Grip stehen gleich zwei Special Guests mit auf dem Programm.


KoRn bringen ihre EURO TOUR 2026 nach Prag

Am Montag, 16. November 2026, stehen KoRn in der O2 arena in Prag 9 auf der Bühne. Das Konzert beginnt um 19:30 Uhr und gehört zur europäischen Tournee der amerikanischen Metalband. Begleitet werden KoRn von den britischen Metalcore-Größen Architects und dem aus Chicago stammenden Alternative-Electronic-Projekt Pixel Grip.

Das bedeutet für Prag einen Abend, der musikalisch deutlich über eine klassische Headliner-Show hinausgeht. Architects gehören selbst zu den etablierten Namen der modernen härteren Musik, während Pixel Grip elektronische und alternative Einflüsse in das Programm bringen. Danach dürfte sich die O2 arena allerdings endgültig in Richtung Nu Metal bewegen.

Welche Songs KoRn in Prag genau spielen werden, steht naturgemäß erst am Konzertabend fest. An Material mangelt es jedenfalls nicht. „Blind“, „Freak on a Leash“, „Got the Life“, „Here to Stay“, „Falling Away from Me“ und „Coming Undone“ gehören zu den bekanntesten Stücken einer Band, die seit den 1990er-Jahren entscheidend daran beteiligt war, Metal für eine neue Generation neu zu definieren.

KoRn EURO TOUR 2026
Datum: 16.11.2026
Beginn: 19:30 Uhr
Ort: O2 arena, Prag 9
Special Guests: Architects & Pixel Grip

Der Veranstalter bezeichnet KoRn als eine der einflussreichsten Formationen der modernen Metal-Szene. Weltweit hat die Band inzwischen mehr als 40 Millionen Alben verkauft und zwei Grammy Awards gewonnen. Auch mehr als drei Jahrzehnte nach ihrem Debüt gehören KoRn damit nicht nur zu den großen Namen der Nu-Metal-Ära, sondern weiterhin zu den international gefragten Livebands des Genres.

Über KoRn

KoRn entstanden Anfang der 1990er-Jahre im kalifornischen Bakersfield. Als 1994 das selbstbetitelte Debütalbum „Korn“ erschien, passte die Band nur bedingt in die damals üblichen Kategorien der Rock- und Metalszene. Die Gitarren waren extrem tief gestimmt, der Bass klang perkussiv und ungewöhnlich präsent, dazu kamen Einflüsse aus Hip-Hop, Funk und Alternative Rock. Sänger Jonathan Davis wechselte zwischen melodischem Gesang, Schreien, Flüstern und rhythmischem Scat. Selbst Dudelsack tauchte plötzlich in einem Metal-Song auf.

Gerade diese Mischung wurde zum Ausgangspunkt dessen, was wenige Jahre später unter dem Begriff Nu Metal zu einer der größten Rockbewegungen der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre werden sollte. KoRn waren dabei nicht die einzige Band, aber eine der entscheidenden. Sie kombinierten massive Gitarren mit Groove und Hip-Hop-Rhythmik und verzichteten weitgehend auf die klassischen Gitarrensoli des Heavy Metal. Hinzu kamen Texte über Außenseitertum, Mobbing, Wut, Angst und persönliche Traumata – Themen, die deutlich direkter wirkten als vieles, was zuvor im Metal-Mainstream üblich gewesen war.

Schon das Debüt enthielt mit „Blind“ einen Song, dessen berühmtes „Are you ready?“ bis heute regelmäßig einen Konzertsaal innerhalb weniger Sekunden in Bewegung versetzt. Das Album war zunächst kein sofortiger Mainstream-Erfolg, entwickelte sich durch intensive Tourneen und Mundpropaganda jedoch über Jahre zu einem Millionenseller. Laut Grammy.com wurden weltweit schließlich rund zehn Millionen Exemplare verkauft.

Nach „Life Is Peachy“ von 1996 folgte 1998 der endgültige internationale Durchbruch mit „Follow the Leader“. Das Album stieg auf Platz eins der amerikanischen Billboard 200 ein und brachte mit „Freak on a Leash“ und „Got the Life“ zwei der bekanntesten KoRn-Songs hervor. „Follow the Leader“ wurde in den USA fünffach mit Platin ausgezeichnet und verkaufte sich weltweit mehr als zehn Millionen Mal.

Vor allem „Freak on a Leash“ wurde Ende der 1990er zu einem kulturellen Phänomen. Das aufwendig produzierte Musikvideo lief auf MTV in Dauerschleife und gewann später einen Grammy für das beste Kurz-Musikvideo. Einen zweiten Grammy erhielt KoRn 2003 für „Here to Stay“ in der Kategorie Best Metal Performance.

1999 legte die Band mit „Issues“ direkt nach. Songs wie „Falling Away from Me“, „Make Me Bad“ und „Somebody Someone“ führten die dunklere, emotionalere Seite von KoRn weiter. Auch dieses Album erreichte Platz eins der amerikanischen Charts. Später folgten unter anderem „Untouchables“, „Take a Look in the Mirror“, „See You on the Other Side“, „The Paradigm Shift“, „The Serenity of Suffering“ und „The Nothing“.

Dabei blieben KoRn musikalisch nicht einfach drei Jahrzehnte beim gleichen Rezept. Besonders deutlich zeigte sich das 2011 auf „The Path of Totality“, für das die Band mit Produzenten aus der elektronischen Musik und Dubstep-Szene zusammenarbeitete – darunter Skrillex. Für manche langjährige Metal-Fans war das zunächst gewöhnungsbedürftig, gleichzeitig zeigte es ziemlich gut, warum KoRn schon in den 1990ern funktioniert hatten: Genregrenzen waren für die Band schon immer eher Material zum Einreißen als feste Regeln.

Auch die Instrumentierung trug wesentlich zum typischen KoRn-Sound bei. Die Gitarristen James „Munky“ Shafferund Brian „Head“ Welch machten tief gestimmte Siebensaiter-Gitarren zu einem wichtigen Bestandteil des Nu Metal. Dazu kam der ungewöhnlich perkussive Bass von Reginald „Fieldy“ Arvizu und Jonathan Davis‘ Gesangsstil, der von zerbrechlich bis aggressiv reicht. Viele Bands, die später mit Nu Metal und Alternative Metal erfolgreich wurden, griffen Elemente dieses Sounds auf.

Der Einfluss reicht entsprechend weit. Musiker von Linkin Park, Slipknot und Limp Bizkit haben KoRn beziehungsweise Jonathan Davis als wichtigen Einfluss genannt. In den späten 1990ern wurde aus der Band damit mehr als nur ein erfolgreicher Metal-Act: KoRn halfen dabei, eine ganze Szene mit eigener Musik, Ästhetik und Jugendkultur in den Mainstream zu bringen.

Mehr als 30 Jahre später funktioniert der Sound noch immer erstaunlich unmittelbar. Wenn das Intro von „Blind“ einsetzt oder der Bass von „Freak on a Leash“ durch eine große Halle drückt, braucht es kaum Nostalgie, damit diese Stücke funktionieren. Genau deshalb dürfte die O2 arena am 16. November 2026 weniger wie ein Rückblick auf die Nu-Metal-Zeit wirken als wie der nächste große Konzertabend einer Band, die diese Ära entscheidend mitgeprägt hat und bis heute auf riesigen Bühnen zuhause ist.


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