Live on Tour: Nothing But Thieves live in Prag

Eine Stimme, die innerhalb weniger Sekunden von zerbrechlich zu gewaltig wechseln kann, Gitarren zwischen Alternative Rock und großen Arena-Hymnen und Songs wie „Amsterdam“, „Sorry“ oder „Overcome“: Nothing But Thieveskommen am 22. Januar 2027 nach Prag. Im O2 universum präsentiert die britische Band ihre The Stray Dogs World Tour und bringt dabei auch das gerade erschienene fünfte Studioalbum „Stray Dogs“ auf die Bühne.


Nothing But Thieves bringen die Stray Dogs World Tour nach Prag

Am Freitag, 22. Januar 2027, stehen Nothing But Thieves im O2 universum in Prag 9 auf der Bühne. Das Konzert beginnt um 20:00 Uhr und gehört zur großen The Stray Dogs World Tour, die die Band Anfang 2027 durch Europa, Großbritannien und Nordamerika führt.

Im Mittelpunkt steht das neue Album „Stray Dogs“, das am 25. September 2026 erschienen ist. Die zwölf Songs markieren nach dem futuristischen Konzeptalbum „Dead Club City“ eine bewusst andere Richtung. Statt immer größerer elektronischer Klangwelten wollte die Band wieder stärker einfangen, wie Nothing But Thieves tatsächlich als fünf Musiker in einem Raum klingen. Gitarren, Bass und Schlagzeug stehen wieder deutlicher im Vordergrund, ohne dass die experimentelle Seite der Band verschwunden wäre.

Mit „Evolution“, „Baby Kool (Evelyn)“, „A Different Kind of Happiness“ und dem Titelsong „Stray Dogs“ sind bereits mehrere Stücke aus dieser neuen Phase erschienen. Gleichzeitig dürfte die Tour reichlich Platz für bekannte Songs aus früheren Alben lassen. „Amsterdam“, „Sorry“, „Trip Switch“, „If I Get High“, „Is Everybody Going Crazy?“, „Welcome to the DCC“ und „Overcome“ gehören inzwischen zu einem umfangreichen Repertoire, das von kleinen Indie-Clubs bis zu großen Arenen funktioniert.

Nothing But Thieves The Stray Dogs World Tour
Datum: 22.01.2027
Beginn: 20:00 Uhr
Ort: O2 universum, Prag 9

Die Dimensionen der aktuellen Tour zeigen gleichzeitig, wie stark die Band in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Neben dem Prager O2 universum stehen unter anderem große Hallen in Paris, Amsterdam, Mailand, Antwerpen und Großbritannien auf dem Tourplan. Die Tour wird als die bislang größte Headliner-Tour der Band angekündigt.

Über Nothing But Thieves

Nothing But Thieves stammen aus Southend-on-Sea in Essex und wurden 2012 gegründet. Zur Band gehören Sänger Conor Mason, die Gitarristen Joe Langridge-Brown und Dominic Craik, Bassist Philip Blake sowie Schlagzeuger James Price. Bereits diese Besetzung ist seit Jahren ein wichtiger Teil des Sounds: Statt sich um eine einzelne Frontfigur herum ständig neu zu formieren, entwickelte sich Nothing But Thieves als festes Quintett weiter.

Der erste große Schritt gelang 2015 mit dem selbstbetitelten Debütalbum „Nothing But Thieves“. Darauf finden sich Stücke wie „Trip Switch“, „Wake Up Call“ und „If I Get High“. Besonders auffällig war schon damals Conor Masons Stimme, die zwischen ruhigen, beinahe fragilen Passagen und erstaunlich kraftvollem Falsett wechseln kann. Das Album erreichte die britischen Top Ten und etablierte die Band international als einen der spannendsten neuen Namen im Alternative Rock.

Zwei Jahre später folgte „Broken Machine“ – und damit der nächste große Schritt. Das Album erreichte Platz zwei der britischen Albumcharts und brachte mit „Amsterdam“ und „Sorry“ zwei Songs hervor, die bis heute zu den festen Größen ihrer Konzerte gehören. Besonders „Amsterdam“ zeigt ziemlich gut, warum Nothing But Thieves live so gut funktionieren: ein zunächst kontrollierter Aufbau, eine Stimme, die sich immer weiter nach oben schraubt, und schließlich ein Refrain, der für eine volle Halle gemacht scheint.

2020 erschien „Moral Panic“. Songs wie „Is Everybody Going Crazy?“, „Impossible“ oder „Real Love Song“ entstanden in einer Phase gesellschaftlicher und politischer Unruhe und machten den Sound gleichzeitig breiter. Elektronische Elemente rückten stärker in den Vordergrund, die Gitarren blieben jedoch erhalten. In Großbritannien erreichte das Album Platz drei.

Der bislang größte kommerzielle Erfolg folgte 2023 mit „Dead Club City“. Das vierte Studioalbum war als Konzeptwerk über eine fiktive abgeschottete Stadt beziehungsweise einen exklusiven Mitgliederclub angelegt. Songs wie „Welcome to the DCC“ und „Overcome“ verbanden Alternative Rock mit Synthesizern, Funk, Pop und beinahe futuristischer Produktion. Das Experiment funktionierte: „Dead Club City“ wurde das erste Nummer-eins-Album von Nothing But Thieves in Großbritannien.

Mit „Stray Dogs“ folgt 2026 nun bewusst der Gegenentwurf. Für das fünfte Studioalbum kehrte die Band sogar in die Angelic Studios zurück, in denen bereits ihr Debüt entstanden war. Nostalgisch sollte das Ergebnis trotzdem nicht klingen. Vielmehr wollten Nothing But Thieves herausfinden, was ihren eigentlichen Kern als Band ausmacht. Produzent war diesmal weitgehend Gitarrist Dominic Craik selbst.

Das Album setzt deshalb stärker auf die Energie einer tatsächlich spielenden Rockband. Nach den ausgefeilten elektronischen Welten von „Dead Club City“ sollte „Stray Dogs“ roher, spontaner und näher an der Liveshow klingen. Gleichzeitig bleibt die Band musikalisch schwer auf einen Stil festzulegen: Alternative Rock trifft weiterhin auf Indie, Pop, elektronische Details und gelegentlich deutlich härtere Gitarren.

Genau diese Entwicklung erklärt auch, warum Nothing But Thieves inzwischen deutlich größere Hallen spielen als noch zu Beginn ihrer Karriere. Laut Sony Music haben sie weltweit mehr als 1,2 Millionen Alben verkauft und Milliarden Streams gesammelt. Noch wichtiger für ihre heutige Position dürfte allerdings ihr Ruf als Liveband sein: Conor Masons Stimme und die Dynamik zwischen sehr leisen Passagen und plötzlich explodierenden Refrains entfalten auf der Bühne oft noch mehr Wirkung als auf den Studioaufnahmen.

Das Konzert im O2 universum am 22. Januar 2027 kommt deshalb zu einem interessanten Zeitpunkt. Nothing But Thieves sind längst keine junge Indie-Hoffnung mehr, aber auch noch weit davon entfernt, nur ihre alten Hits zu verwalten. Mit einem frisch erschienenen fünften Album und ihrer bislang größten Tour reisen sie nach Prag – und dürften dort ziemlich eindrucksvoll zeigen, wie aus einer Band aus Southend innerhalb von gut 15 Jahren ein internationaler Arena-Act geworden ist.


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