„Maria Magdalena“, „In the Heat of the Night“ oder „Everlasting Love“: Sandra gehört zu den unverwechselbaren Stimmen des europäischen Pop der 1980er-Jahre. Am 6. Dezember 2026 kommt die deutsch-französische Sängerin nach Prag und feiert im Forum Karlín ein außergewöhnliches Jubiläum: 50 Jahre auf der Bühne. Für Fans der großen Synth-Pop-Ära wird der Abend damit zu einer musikalischen Zeitreise durch mehrere Jahrzehnte.
Sandra feiert 50 Jahre auf der Bühne in Prag
Am Sonntag, 6. Dezember 2026, steht Sandra im Forum Karlín in Prag 8 auf der Bühne. Das Konzert beginnt um 20:00 Uhr und wird ausdrücklich als „Celebrating 50 Years on Stage“ angekündigt. Laut Veranstaltungsort handelt es sich um Sandras einziges Konzert in Prag im Rahmen dieser Jubiläumsshow.
Das Programm soll vor allem die großen Songs umfassen, die Sandra seit Mitte der 1980er-Jahre international bekannt gemacht haben. Ganz vorne stehen natürlich „(I’ll Never Be) Maria Magdalena“ und „In the Heat of the Night“, aber auch „Everlasting Love“, „Heaven Can Wait“, „Secret Land“ oder „Hiroshima“ gehören zu jenem Repertoire, das ihren charakteristischen Sound zwischen Synth-Pop, Dance und melodischem Europop geprägt hat.
Sandra Celebrating 50 Years on Stage
Datum: 06.12.2026
Beginn: 20:00 Uhr
Ort: Forum Karlín, Pernerova 51, Prag 8
Das Jubiläum ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen. Sandras erste Single „Andy mein Freund“ erschien bereits 1976. Zehn Jahre später gehörte sie längst zu den erfolgreichsten europäischen Popsängerinnen ihrer Zeit. Das Konzert in Prag spannt damit einen Bogen von ihren ersten musikalischen Schritten bis zu den großen internationalen Hits der 1980er- und frühen 1990er-Jahre.
Über Sandra
Sandra, geboren als Sandra Ann Lauer am 18. Mai 1962 in Saarbrücken, begann erstaunlich früh mit Musik. Bereits als Kind nahm sie Tanz- und Gitarrenunterricht und trat bei Talentwettbewerben auf. Im Alter von 14 Jahren erschien 1976 ihre erste Single „Andy mein Freund“. Der ganz große Durchbruch lag damals allerdings noch einige Jahre entfernt.
Ein wichtiges Kapitel begann 1979, als Sandra mit 17 Jahren Mitglied der Disco-Gruppe Arabesque wurde. Die Formation war besonders in Japan und weiteren asiatischen Märkten erfolgreich. Sandra blieb rund fünf Jahre Teil der Gruppe und sammelte damit bereits internationale Bühnenerfahrung, bevor sie ihre eigentliche Solokarriere begann. In dieser Zeit lernte sie außerdem den Produzenten und Musiker Michael Cretu kennen, der später entscheidenden Einfluss auf ihren Sound haben sollte.
Nach dem Ende ihrer Zeit bei Arabesque startete Sandra Mitte der 1980er-Jahre neu als Solokünstlerin. Der entscheidende Song erschien 1985: „(I’ll Never Be) Maria Magdalena“. Produziert von Michael Cretu, verband das Stück elektronische Synthesizer, eine markante Basslinie und Sandras helle Stimme zu einem Sound, der perfekt in die europäische Poplandschaft jener Zeit passte. Die Single wurde in zahlreichen Ländern zum Hit und machte Sandra praktisch über Nacht international bekannt.
Noch im selben Jahr erschien das Debütalbum „The Long Play“. Neben „Maria Magdalena“ enthielt es mit „In the Heat of the Night“ einen weiteren Song, der bis heute zu ihren bekanntesten Titeln gehört. Sandra war damit nicht mehr nur ein deutsches Popphänomen. Ihre Musik wurde in weiten Teilen Europas sowie in Ländern wie Japan und später besonders stark in Osteuropa populär.
1986 folgte das Album „Mirrors“, danach erschienen weitere erfolgreiche Singles wie „Innocent Love“, „Hi! Hi! Hi!“ und „Loreen“. Ein Jahr später nahm Sandra eine Synth-Pop-Version des Klassikers „Everlasting Love“ auf. Auch diese Aufnahme wurde zu einem ihrer langlebigsten Hits und gehört bis heute regelmäßig zu ihren Konzertprogrammen.
Mit dem Album „Into a Secret Land“ von 1988 erreichte ihre Karriere eine weitere Hochphase. Songs wie „Heaven Can Wait“, „Secret Land“ und „We’ll Be Together“ zeigten einen etwas atmosphärischeren Sound, ohne die eingängigen Synth-Pop-Melodien aufzugeben. AllMusic bezeichnet diese Phase als kommerziellen Höhepunkt ihrer Karriere.
Auch hinter einem anderen großen Musikprojekt der frühen 1990er-Jahre steckt ein Stück Sandra. Sie wirkte stimmlich an frühen Produktionen von Enigma mit, dem erfolgreichen Studioprojekt von Michael Cretu. Ihre Stimme ist damit nicht nur mit ihren eigenen Pop-Hits verbunden, sondern auch mit einem der international erfolgreichsten elektronischen Projekte jener Zeit.
In den folgenden Jahren erschienen weiterhin neue Alben und Singles. Zu den bekannten späteren Veröffentlichungen gehören „Hiroshima“, „Don’t Be Aggressive“ und „Johnny Wanna Live“. Gleichzeitig veränderte sich die europäische Poplandschaft: Eurodance, Techno und neue Formen elektronischer Musik verdrängten zunehmend den klassischen Synth-Pop der 1980er-Jahre. Sandra blieb dennoch aktiv und veröffentlichte auch in den 2000er- und 2010er-Jahren neue Musik.
Heute haben viele ihrer Songs längst eine zweite Karriere begonnen. Der typische Synthesizer-Sound der 1980er-Jahre erlebt immer wieder Revivals, und Stücke wie „Maria Magdalena“ oder „In the Heat of the Night“ funktionieren längst nicht mehr nur als Erinnerungen an ihre Entstehungszeit. Sie sind zu Klassikern des europäischen Synth-Pop geworden.
Genau darauf baut auch das Prager Jubiläumskonzert auf. 50 Jahre nach ihrer ersten Single steht Sandra am 6. Dezember 2026 im Forum Karlín und bringt die Songs zurück auf die Bühne, die ihre Karriere geprägt haben. Für viele Besucher dürfte der Abend deshalb weit mehr als ein gewöhnliches Popkonzert sein: ein ziemlich direkter Ausflug in jene Zeit, als Synthesizer, Drumcomputer und große Refrains den europäischen Pop bestimmten – und „Maria Magdalena“ aus praktisch jedem Radio zu hören war.
