Live on Tour: The Prodigy live in Prag

Kaum eine Band hat Rave, Punk und elektronische Musik so kompromisslos miteinander verbunden wie The Prodigy. Am 23. November 2026 kehren die britischen Elektro-Pioniere nach Prag zurück und spielen dabei erstmals in der O2 arena. Auf dem Programm steht eine komplett überarbeitete Liveshow mit massiven Beats, neuer visueller Produktion, Klassikern wie „Firestarter“ und „Breathe“ und möglicherweise auch neuem Material.


The Prodigy bringen ihre European Tour 2026 nach Prag

Am Montag, 23. November 2026, stehen The Prodigy in der O2 arena in Prag 9 auf der Bühne. Konzertbeginn ist um 20:00 Uhr. Der Auftritt gehört zur European Tour 2026, die die Band im November unter anderem durch Oslo, Stockholm, Kopenhagen, Düsseldorf, Stuttgart, Berlin, Prag, Wien, Brüssel und Amsterdam führt.

Für The Prodigy ist der Abend durchaus besonders: Obwohl die Band bereits mehrfach in Tschechien aufgetreten ist, wird es laut Veranstaltungsort ihr erstes Konzert überhaupt in der Prager O2 arena. Für 2026 wurde außerdem die komplette Liveshow überarbeitet. Neben Liam Howlett und Maxim stehen die langjährigen Live-Musiker Rob Holliday an der Gitarre und Leo Crabtree am Schlagzeug auf der Bühne. Die Produktion soll elektronische Musik, Live-Instrumente und eine deutlich ausgebaute visuelle Show miteinander verbinden.

The Prodigy European Tour 2026
Datum: 23.11.2026
Beginn: 20:00 Uhr
Ort: O2 arena, Prag 9

Dass der Abend ausschließlich eine Reise zurück in die 1990er-Jahre wird, ist eher unwahrscheinlich. Für 2026 kündigte die Band ausdrücklich neue Musik an, die im Laufe des Jahres erscheinen beziehungsweise erstmals live präsentiert werden soll. Gleichzeitig dürfte ein Prodigy-Konzert ohne Stücke wie „Firestarter“, „Breathe“, „Voodoo People“, „No Good (Start the Dance)“, „Omen“ oder „Smack My Bitch Up“ kaum vorstellbar sein.

Passend dazu feiert die Band 2026 gleich mehrere Jubiläen. „Firestarter“ wird 30 Jahre alt und wurde im März als neue Vinyl-Ausgabe veröffentlicht. Auch „Breathe“ feiert im November sein 30-jähriges Jubiläum – nur wenige Tage vor dem Prager Konzert.

Über The Prodigy

The Prodigy entstanden 1990 im englischen Braintree in Essex und wurden von Produzent und Songwriter Liam Howlett gegründet. Was zunächst tief in der britischen Rave- und Underground-Szene verwurzelt war, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem der international erfolgreichsten elektronischen Acts überhaupt. Dabei passten The Prodigy schon früh in keine saubere Genreschublade: Breakbeats trafen auf Techno, Hardcore, Hip-Hop, Punk und später immer stärker auf Rockelemente.

Der erste große Erfolg kam bereits 1991 mit „Charly“. Der Track erreichte Platz drei der britischen Singlecharts und gehörte zu jener frühen Rave-Welle, die elektronische Musik aus illegalen Partys und Clubs zunehmend in die Charts brachte. Das Debütalbum „Experience“ erschien 1992 und machte The Prodigy zu einem der wichtigsten Namen der britischen Breakbeat- und Rave-Szene.

Mit „Music for the Jilted Generation“ von 1994 wurde der Sound deutlich härter, dunkler und politischer. Songs wie „Voodoo People“, „No Good (Start the Dance)“ und „Poison“ zeigten, dass elektronische Tanzmusik bei The Prodigy genauso aggressiv und energiegeladen funktionieren konnte wie Rock oder Punk. Das Album markierte gleichzeitig den Übergang von einer erfolgreichen Rave-Formation zu einem internationalen Live-Act.

Der endgültige Sprung in den weltweiten Mainstream folgte Mitte der 1990er-Jahre. „Firestarter“ erschien im März 1996 und wurde zum ersten britischen Nummer-eins-Hit der Band. Wenige Monate später gelang „Breathe“ das Gleiche. Beide Songs machten auch Keith Flint mit seinem extremen Bühnenauftritt, seiner markanten Frisur und der Mischung aus Punk und Rave zu einem der bekanntesten Gesichter der damaligen Musikszene.

1997 folgte „The Fat of the Land“. Das Album enthält neben „Firestarter“ und „Breathe“ auch „Smack My Bitch Up“und wurde zum kommerziell größten Erfolg der Band. In Großbritannien stand es insgesamt sechs Wochen auf Platz eins der Albumcharts. Damit war endgültig klar, dass The Prodigy nicht nur innerhalb elektronischer Musik funktionierten: Die Band spielte plötzlich auf denselben großen Festivalbühnen und in denselben Arenen wie internationale Rockacts.

Der besondere Reiz lag dabei immer in der Verbindung zweier Welten. Liam Howlett blieb der musikalische Kopf und Produzent hinter dem Projekt, während die Bühne zunehmend wie eine Punkshow funktionierte. Elektronische Sequenzen, Samples und Breakbeats wurden mit Live-Gitarre, Schlagzeug und extrem körperlicher Performance verbunden. Ein Prodigy-Konzert konnte dadurch gleichzeitig wie ein Rave, ein Rockkonzert und ein kontrollierter Zusammenbruch wirken.

Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb die Band erfolgreich. Alben wie „Invaders Must Die“, „The Day Is My Enemy“ und schließlich „No Tourists“ führten den charakteristischen Mix aus aggressiver Elektronik und Live-Energie weiter. Insgesamt erreichten The Prodigy in Großbritannien sieben Nummer-eins-Alben. „No Tourists“ setzte diese Serie 2018 fort.

Ein tiefer Einschnitt folgte 2019 mit dem Tod von Keith Flint. Er war nicht der Gründer oder alleinige kreative Kopf von The Prodigy, aber über Jahrzehnte eines der wichtigsten Gesichter und eine prägende Figur ihrer Liveshows. Nach einer Pause kehrten Liam Howlett und Maxim später gemeinsam auf die Bühne zurück und entschieden sich, The Prodigy weiterzuführen. Keith Flint bleibt dabei sichtbar Teil der Geschichte und Identität der Band.

Heute stehen vor allem Liam Howlett und Maxim im Zentrum der Liveshows. Unterstützt werden sie von langjährigen Musikern wie Gitarrist Rob Holliday und Schlagzeuger Leo Crabtree. Das Ergebnis ist weiterhin deutlich näher an einem explosiven Livekonzert als an einem klassischen elektronischen DJ-Set. Genau diese neu überarbeitete Produktion bringt die Band 2026 auch nach Prag.

Dass The Prodigy nach mehr als 35 Jahren noch immer große Arenen füllen, hat deshalb nicht nur mit Nostalgie zu tun. Stücke wie „Firestarter“, „Breathe“ oder „Voodoo People“ klingen zwar unüberhörbar nach der wilden elektronischen Musik der 1990er-Jahre, funktionieren vor einer heutigen Festival- oder Arenakulisse aber weiterhin erstaunlich unmittelbar.

Am 23. November 2026 bekommt Prag genau diese Mischung zu sehen: Klassiker aus mehr als drei Jahrzehnten, eine neu konzipierte visuelle Show und eine Band, die elektronische Musik bis heute lieber mit maximalem Druck auf die Bühne bringt als sie einfach nur abzuspielen.


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