Das Palais Lobkowitz (Lobkowicz Palác) ist eines der eindrucksvollsten Gebäude im Areal der Prager Burg (Pražský hrad) und zugleich ein Ort, an dem sich Geschichte, Kunst und Musik auf faszinierende Weise verbinden. Es ist das einzige privat besessene Palais auf dem Gelände der Burg – im Eigentum der traditionsreichen böhmischen Adelsfamilie Lobkowitz – und beherbergt heute ein renommiertes Museum mit einzigartigen Kunst- und Musiksammlungen.
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Geschichte und Architektur
Das heutige Palais geht auf das 16. Jahrhundert zurück, als an seiner Stelle das Palais Pernstein stand. In den Jahren 1651 bis 1668 ließ Fürst Wenzel Eusebius von Lobkowitz das Gebäude umfassend im barocken Stil umgestalten. Der Entwurf stammte vom italienischen Architekten Carlo Lurago, der auch an anderen bedeutenden Bauwerken der Prager Barockzeit mitwirkte.
Über die Jahrhunderte war das Palais Schauplatz zahlreicher politischer und kultureller Ereignisse. Während der NS-Zeit wurde es beschlagnahmt, später unter der kommunistischen Regierung verstaatlicht und erst nach der Samtenen Revolution im Jahr 2002 an die Familie Lobkowitz zurückgegeben. Nach aufwendiger Restaurierung eröffnete 2007 das Lobkowitz-Museum, das seither zu den eindrucksvollsten privaten Museen Mitteleuropas zählt.
Kunst, Musik und Geschichte unter einem Dach
Die Lobkowicz Collections zählen zu den bedeutendsten privaten Sammlungen Europas. Sie umfassen Gemälde, Skulpturen, Porzellan, historische Waffen, Musikinstrumente und Manuskripte, die über Generationen hinweg zusammengetragen wurden. Zu den Höhepunkten zählen Werke von Pieter Bruegel dem Älteren, Canaletto und Velázquez, ebenso wie persönliche Gegenstände und Briefe bedeutender Komponisten.
Besonders bemerkenswert ist die enge Beziehung der Familie Lobkowitz zu Ludwig van Beethoven. Der Fürst Joseph Franz Maximilian von Lobkowitz war einer seiner wichtigsten Mäzene – ihm widmete Beethoven unter anderem seine 3., 5. und 6. Sinfonie. Im Museum kannst du originale Partituren, Instrumente und persönliche Dokumente des Komponisten bewundern.
Neben der Dauerausstellung finden im Palais regelmäßig klassische Konzerte statt – meist im prachtvollen Konzertsaal zur Mittagszeit. Die Atmosphäre im barocken Interieur, kombiniert mit den Klängen von Mozart, Dvořák oder Vivaldi, gehört zu den unvergesslichen Erlebnissen eines Burgbesuchs.
Aussicht und Café
Nicht nur das Museum selbst ist sehenswert: Von der Terrasse des Palais Lobkowitz bietet sich einer der schönsten Ausblicke über Prag – mit einem Panorama, das vom Veitsdom über die Kleinseite (Malá Strana) bis zur Moldau reicht. Im angeschlossenen Café Lobkowicz kannst du bei Kaffee und Kuchen oder einem Glas tschechischen Weins den Blick über die Stadt genießen.
Besuchsinformationen
- Öffnungszeiten: täglich 09:00 – 18:00 Uhr
- Eintritt: ca. 340 CZK (≈ 14 €)
- Tipp: Plane für den Besuch etwa 1–1,5 Stunden ein. Kombiniere ihn idealerweise mit einem Spaziergang durch den Burghof oder einem Konzertbesuch.
- Erreichbarkeit: Das Palais liegt im östlichen Teil der Prager Burg, in unmittelbarer Nähe des Alten Königspalastes.
Warum du das Palais Lobkowitz besuchen solltest
Wer sich für Musikgeschichte, Kunst und aristokratische Lebenswelten interessiert, wird hier fündig. Das Palais Lobkowitz ist kein typisches Museum – es ist ein lebendiges Stück europäischer Kulturgeschichte. Die Kombination aus barocker Architektur, historischen Meisterwerken, Beethovens Vermächtnis und atemberaubender Aussicht macht den Besuch zu einem Höhepunkt jedes Burg-Rundgangs.
Adresse: Jiřská 3, 119 00 Prag 1 – Hradčany