Der Moldau-Tag (Den Vltavy) bringt jedes Frühjahr zahlreiche Schiffe, Vereine, Museen und technische Einrichtungen entlang der Moldau zusammen. Bei der dezentralen Veranstaltung kannst du kostenlos an ausgewählten Schifffahrten teilnehmen, historische Schiffe besichtigen und Orte kennenlernen, die sonst nur selten zugänglich sind.
Das Programm verteilt sich über mehrere Bereiche der Stadt. Wichtige Stationen liegen unter anderem in Holešovice, an der Altstadt, auf der Kleinseite, in Smíchov, Podolí und Bubeneč. Der Moldau-Tag eignet sich deshalb nicht nur für eine Bootsfahrt, sondern auch für einen abwechslungsreichen Tagesausflug entlang des Flusses.

Was ist der Moldau-Tag?
Der Moldau-Tag markiert traditionell den Beginn der neuen Schifffahrtssaison in Prag. Im Mittelpunkt steht die Moldau als Verkehrsweg, Freizeitort, Naturraum und wichtiger Bestandteil der Stadtgeschichte.
An der Veranstaltung beteiligen sich Reedereien, Fährbetreiber, Wassersportvereine, Rettungsdienste, Museen und verschiedene Einrichtungen der Prager Wasserwirtschaft. Dadurch entsteht ein vielseitiges Programm, das deutlich über klassische Rundfahrten hinausgeht.
Neben kostenlosen Bootsfahrten gehören häufig Führungen, offene Museen, Vorführungen der Feuerwehr und Wasserrettung sowie Angebote für Familien zum Programm. Auch historische und technische Anlagen öffnen teilweise ihre Türen.

Kostenlose Schifffahrten auf der Moldau
Die kostenlosen Schifffahrten gehören zu den beliebtesten Programmpunkten. Je nach Ausgabe starten größere Ausflugsschiffe, kleinere Boote und historische Fähren an verschiedenen Anlegestellen entlang der Moldau.
Zu den regelmäßig genutzten Ausgangspunkten zählen der Hafen Holešovice, die Uferpromenade Na Františku und mehrere Anleger im historischen Zentrum. Einige Fahrten führen durch das zentrale Prager Flussgebiet, andere verbinden weiter voneinander entfernte Veranstaltungsorte.
Besonders begehrt sind Fahrten in den Teufelsbach (Čertovka). Der schmale Wasserarm verläuft zwischen der Kleinseite und der Insel Kampa. Vom Boot aus kannst du alte Häuser, kleine Brücken und die Großprior-Mühle aus einer ungewöhnlichen Perspektive sehen.
Auch ausgewählte Prager Fähren können in das Programm eingebunden sein. Sie verbinden beispielsweise Uferbereiche in Smíchov, Podolí und rund um den Vyšehrad.

Begrenzte Plätze und Reservierungen
Viele Angebote des Moldau-Tages sind kostenlos. Die Kapazitäten auf Schiffen, bei Führungen und in technischen Anlagen sind jedoch begrenzt.
Für einige Programmpunkte ist eine vorherige Reservierung notwendig. Bei anderen Fahrten werden Plätze direkt an der Anlegestelle vergeben. Vor allem bei gutem Wetter entstehen an beliebten Einstiegsstellen längere Warteschlangen.
Wenn du eine bestimmte Schifffahrt oder Führung besuchen möchtest, solltest du das aktuelle Programm vorab prüfen. Gleichzeitig lohnt es sich, Alternativen an Land einzuplanen, falls einzelne Angebote bereits ausgelastet sind.
Historische Schiffe und Prager Schifffahrtsgeschichte
Der Moldau-Tag bietet die Gelegenheit, historische Schiffe aus der Nähe zu sehen. Dazu gehört der Dampfer Vyšehrad, der am Rašín-Ufer liegt und heute als Museumsschiff an die Geschichte der Prager Dampfschifffahrt erinnert.
Das Schiff wurde 1938 gebaut und war über viele Jahre auf der Moldau im Einsatz. Bei besonderen Veranstaltungen können Besucher Teile des Schiffes, die Decks und die historische Technik besichtigen.
Abhängig vom Jahresprogramm beteiligen sich weitere Traditionsschiffe und kleinere historische Boote. Einige davon werden für Sonderfahrten eingesetzt, andere können direkt am Ufer besichtigt werden.
Karlsbrückenmuseum und Altstädter Brückenturm
Das Karlsbrückenmuseum (Muzeum Karlova mostu) gehört regelmäßig zu den kulturellen Stationen des Moldau-Tages. Das Museum beschäftigt sich mit der Entstehung der Karlsbrücke und der Entwicklung des mittelalterlichen Prags.
Besonders interessant sind die erhaltenen Überreste der früheren Judithbrücke, die sich im Untergeschoss befinden. Die romanische Brücke verband bereits vor dem Bau der heutigen Karlsbrücke die beiden Moldauufer.
Je nach Programm werden kostenlose Führungen angeboten. Teilweise sind außerdem begrenzte Eintrittskarten für den Altstädter Brückenturm (Staroměstská mostecká věž) erhältlich.
Alte Kläranlage in Bubeneč
Eine der ungewöhnlichsten Stationen ist die Alte Kläranlage in Bubeneč (Stará čistírna odpadních vod v Bubenči). Der historische Industriekomplex gehört zu den bedeutendsten technischen Denkmälern Prags.
Bei Führungen kannst du unterirdische Hallen, Kanäle, Becken und erhaltene Dampfmaschinen kennenlernen. Die Anlage veranschaulicht, wie sich die Kanalisation und Abwasserreinigung der Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte.
Einige Führungen sind speziell auf Familien ausgerichtet. Andere Angebote führen tiefer in die technischen Bereiche der ehemaligen Kläranlage.
Hochwasserschutz und Prager Wassertechnik
Beim Moldau-Tag kannst du auch einen Blick auf die moderne Wasserinfrastruktur Prags werfen. Dazu gehören Hochwasserschutzanlagen, unterirdische Rückhaltebecken und technische Einrichtungen entlang der Moldau.
In Karlín werden gelegentlich Führungen durch Anlagen angeboten, die den tiefer gelegenen Stadtteil vor Überschwemmungen schützen sollen. Solche Besichtigungen sind aufgrund enger Zugänge, Treppen und Sicherheitsvorgaben teilweise erst ab einem bestimmten Alter möglich.
Ebenfalls interessant ist der Rudolfstollen (Rudolfova štola). Der historische Wasserstollen wurde unter Kaiser Rudolf II. angelegt und leitet Wasser von der Moldau in den Königlichen Wildpark Stromovka. Während des Moldau-Tages kann das Wachhaus am Stolleneingang geöffnet sein.
Programm an der Herget-Ziegelei
Die Herget-Ziegelei (Hergetova cihelna) auf der Kleinseite gehört häufig zu den lebhaftesten Veranstaltungsorten. Direkt am Moldauufer präsentieren sich Feuerwehr, Wasserrettung und weitere Einsatzkräfte.
Zu sehen sind je nach Ausgabe Rettungsfahrzeuge, Boote, Wasserscooter und technische Ausrüstung. Ergänzt wird das Programm durch Vorführungen, Mitmachangebote und Aktivitäten für Kinder.
Die Lage eignet sich besonders gut für einen Rundgang durch die Kleinseite. Von der Herget-Ziegelei erreichst du die Insel Kampa, die Karlsbrücke und den Kleinseitner Ring zu Fuß.
Angebote für Familien
Der Moldau-Tag ist gut für Familien geeignet. An mehreren Stationen gibt es Werkstätten, Spiele und altersgerechte Angebote rund um Wasser, Natur und Schifffahrt.
Kinder können Rettungstechnik kennenlernen, an kreativen Aktionen teilnehmen oder mehr über Segeln, Rudern und Kanufahren erfahren. Auch Yachtclubs, Wassersportvereine und Pfadfindergruppen beteiligen sich regelmäßig am Programm.
Nicht alle Führungen und technischen Anlagen sind für kleinere Kinder geeignet. Hinweise zu Altersbeschränkungen findest du im jeweiligen Jahresprogramm.
Wichtige Veranstaltungsbereiche
Da der Moldau-Tag keinen einzelnen Veranstaltungsort besitzt, solltest du deinen Besuch vorab grob planen. Die verschiedenen Stationen liegen teilweise mehrere Kilometer voneinander entfernt.
Im historischen Zentrum lassen sich das Karlsbrückenmuseum, die Herget-Ziegelei, die Insel Kampa und die Anlegestellen rund um die Altstadt gut miteinander verbinden.
Weitere größere Programmbereiche befinden sich häufig am Hafen Holešovice, am Bürgerlichen Schwimmbad (Občanská plovárna), am Rašín-Ufer, in Smíchov, Podolí, Karlín und Bubeneč.
Es ist kaum möglich, alle Angebote an einem Tag zu besuchen. Sinnvoller ist es, zwei oder drei Bereiche auszuwählen und diese mit einer Schifffahrt oder Führung zu kombinieren.
Moldau-Tag 2026
Die neunte Ausgabe des Moldau-Tages fand am Sonntag, dem 22. März 2026, statt. Das Programm lief von 9:00 bis 16:00 Uhr und verteilte sich auf zahlreiche Orte entlang der Moldau.
Zu den wichtigsten Angeboten gehörten kostenlose Schifffahrten ab dem Hafen Holešovice und der Uferpromenade Na Františku. Außerdem wurden Fahrten in den Teufelsbach und kostenlose Verbindungen mit ausgewählten Fähren angeboten.
Das Karlsbrückenmuseum konnte kostenlos besucht werden. Begrenzte Eintrittskarten wurden außerdem für den Altstädter Brückenturm ausgegeben. Weitere Führungen führten in die Alte Kläranlage in Bubeneč, zu den Hochwasserschutzanlagen in Karlín und zum Wachhaus am Rudolfstollen.
Am Rašín-Ufer konnte der historische Dampfer Vyšehrad besichtigt werden. An der Herget-Ziegelei präsentierten Feuerwehr und Rettungskräfte ihre Fahrzeuge und Ausrüstung. Auch die Prager Burg beteiligte sich mit einem Programm der Burgwache im Bereich des Pulverturms Mihulka.
So erreichst du die Veranstaltungsorte
Die Anreise hängt davon ab, welche Programmpunkte du besuchen möchtest. Viele zentrale Stationen erreichst du bequem mit Metro und Straßenbahn.
Für die Altstadt und den Bereich Na Františku eignen sich unter anderem die Metrostation Náměstí Republiky und verschiedene Straßenbahnverbindungen entlang des Moldauufers. Die Kleinseite erreichst du über Malostranská oder die Haltestellen rund um den Kleinseitner Ring.
Zum Hafen Holešovice gelangst du am besten über den Stadtteil Holešovice. Für Bubeneč, Podolí und Karlín solltest du zusätzliche Fahrzeit einplanen.
Die Anreise mit dem Auto ist wenig empfehlenswert. Parkplätze entlang der Ufer sind begrenzt, während die meisten Veranstaltungsbereiche gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind.
Womit lässt sich der Moldau-Tag verbinden?
Im historischen Zentrum kannst du den Moldau-Tag mit der Karlsbrücke (Karlův most), der Insel Kampa, der Kleinseite (Malá Strana) und dem Kleinseitner Ring (Malostranské náměstí) verbinden.
Vom Rašín-Ufer erreichst du das Tanzende Haus (Tančící dům), den Vyšehrad und die Uferpromenade Náplavka. Rund um Holešovice bieten sich der Letná-Park (Letenské sady) und der Prager Markt (Pražská tržnice) als weitere Ziele an.
Wenn du technische Orte bevorzugst, kannst du den Besuch der Alten Kläranlage mit einem Spaziergang durch Bubeneč und den Königlichen Wildpark Stromovka kombinieren.