Die Gärten der Prager Burg: Königliche Anlagen und stille Oasen rund um die Burg

Es geht nichts über einen Spaziergang über den Dächern Prags durch historische Parkanlagen, vorbei an duftenden Blumenbeeten, plätschernden Brunnen und herrlichen Aussichtspunkten. Die Gärten der Prager Burg (Pražský hrad) sind ein wahrer Geheimtipp für jeden Prag-Besucher: Sie bilden einen grünen Gürtel rund um die Burg und bieten eine einzigartige Mischung aus königlicher Geschichte, Architektur und Natur. In diesen Gärten wandelten einst Könige und Kaiser – heute kannst du hier dem Trubel der Stadt entfliehen und gleichzeitig fantastische Ausblicke auf Prag genießen. In diesem ausführlichen Guide nehmen wir dich an die Hand und zeigen dir alle Gartenanlagen der Prager Burg, ihre Highlights, ihre Geschichte und praktische Tipps für deinen Besuch.

Inhaltsübersicht:

  • Der Königliche Garten
  • Die Südlichen Gärten: Paradiesgarten, Wallgarten und Hartig-Garten
  • Hirschgraben – der Burggraben der Hirsche
  • Weitere sehenswerte Gartenbereiche
  • Palastgärten unter der Prager Burg
  • Praktische Informationen für deinen Besuch

Der Königliche Garten

Beginnen wir mit dem prächtigsten und bedeutendsten Garten: dem Königlichen Garten (Královská zahrada). Dieser Park auf der Nordseite der Burg wurde bereits 1534 von König Ferdinand I. im Renaissancestil angelegt. Heute präsentiert er sich als weitläufige Anlage (etwa 3,6 ha) mit dem Flair eines englischen Landschaftsparks – perfekt für einen gemütlichen Spaziergang im Grünen. Einst galt der Königliche Garten als einer der exklusivsten Orte der Habsburger, in dem exotische Bäume und sogar die ersten Tulpen Europas kultiviert wurden (ein Geschenk des türkischen Sultans, von hier gelangten die Tulpen später bis nach Holland).

Gepflegte Gartenanlage mit Rasenflächen, Blumenbeeten, Ziersträuchern und Springbrunnen im Königlichen Garten der Prager Burg
Gepflegte Rasenflächen, geschwungene Pflanzbeete und ein Springbrunnen im Königlichen Garten der Prager Burg.

Bei deinem Rundgang durch den Königlichen Garten entdeckst du einige sehenswerte Bauwerke und Kunstwerke. Gleich ins Auge fällt das elegante Lustschloss der Königin Anna (Letohrádek královny Anny), auch Belvedere genannt – ein harmonischer Renaissance-Pavillon, den Ferdinand I. für seine Gemahlin Anna erbauen ließ. Davor steht der berühmte Singende Brunnen (Zpívající fontána) aus dem Jahr 1564. Der Legende nach „singt“ dieser filigrane Bronzespringbrunnen – wenn Wassertropfen in die metallene Schale fallen, erzeugen sie einen zarten Klang, den man mit etwas Glück hören kann. Nicht zu übersehen ist außerdem die moderne Orangerie am westlichen Ende des Gartens: ein 1999 von Eva Jiřičná entworfener gläserner Gewächshaus-Zylinder, der einen spannenden Kontrast zur historischen Umgebung bildet. Hier werden im Winter die empfindlichen Pflanzen untergebracht.

Lustschloss der Königin Anna mit Renaissance-Arkaden, Kupferdach, Ziergarten und Brunnen in Prag
Das Lustschloss der Königin Anna mit Renaissance-Arkaden und Kupferdach im Königlichen Garten der Prager Burg.

Eine besondere historische Kuriosität im Königlichen Garten ist das unscheinbare Königliche Ballhaus (Míčovna), ein länglicher Bau aus dem 16. Jahrhundert, in dem einst die adelige Gesellschaft Ballspiele austrug. Unweit davon befindet sich auch ein kleines Häuschen, das als Präsidentenresidenz diente – alle tschechoslowakischen Präsidenten von 1938 bis 1989 wohnten zeitweise hier in diesem Gartenhäuschen. Der Königliche Garten diente also nicht nur der Zierde, sondern auch ganz praktischen Zwecken.

Ballspielhaus im Königlichen Garten der Prager Burg mit Sgraffitifassade, Rundbogenfenstern und Zierpflanzen
Die reich verzierte Renaissancefassade des Ballspielhauses im Königlichen Garten der Prager Burg.

Unser Tipp: Genieße im Frühling die Blütenpracht im Königlichen Garten – viele der Beete und Bäume blühen dann auf, und der Duft von Flieder und Kastanien liegt in der Luft. Vom Garten aus hast du zudem immer wieder schöne Ausblicke, etwa Richtung Prager Metronom im Letná-Park oder hinunter in den Hirschgraben. Seit 1990 ist der Königliche Garten in den Sommermonaten für die Öffentlichkeit zugänglich. Du kannst ihn kostenfrei besuchen und zwischen Blumenrabatten und historischen Statuen königlich flanieren.


Die Südlichen Gärten: Paradiesgarten, Wallgarten und Hartig-Garten

An der südlichen Front der Prager Burg erstreckt sich ein Ensemble aus drei verbundenen Terrassengärten: dem Paradiesgarten (Rajská zahrada), dem Garten auf den Wällen (Na valech) – oft auch Wallgarten genannt – und dem Hartig-Garten (Hartigovská zahrada). Diese sogenannten Südgärten der Prager Burg (Jižní zahrady) ziehen sich fast 500 Meter entlang der Burgmauern und bilden einen der schönsten Panorama-Spazierwege Prags Von hier oben eröffnet sich ein verzaubernder Ausblick über die Kleinseite, die Türme der Altstadt und den grünen Petřín-Hügel – halte deine Kamera bereit!

  • Paradiesgarten: Den westlichsten Abschnitt bildet der Paradiesgarten, ein kleiner, intimer Garten (ca. 0,38 ha) mit großer Geschichte. Erzherzog Ferdinand II. von Tirol ließ sich Mitte des 16. Jahrhunderts diesen privaten Renaissance-Garten anlegen. Heute findest du dort gepflegte Rasenflächen, Blumenbeete und historische Elemente. Besonders charmant ist der Matthiasturm, ein runder Pavillon mit spitzem Dach, den Kaiser Matthias II. 1624 als Aussichtsaltan errichten ließ. Innen ist er mit alten Wandgemälden und Wappenmalereien geschmückt – außen bietet die kleine Terrasse davor, geschmückt mit der Statue “Der gute Hirte” von 1922, einen grandiosen Blick auf Prag. Im Paradiesgarten steht zudem eine massive Granitschale (über 4 m Durchmesser, 150 Tonnen schwer!), die der Architekt Jože Plečnik in den 1920ern als zentrales Deko-Element hier aufstellen ließ. Plečnik, der vom ersten tschechoslowakischen Präsidenten Masaryk beauftragt wurde, gestaltete die südlichen Gärten in jener Zeit neu und gab ihnen viel von ihrem heutigen Aussehen. Er schuf auch ein repräsentatives neues Eingangsportal vom Hradschin-Platz und eine breite steinerne Treppe, die direkt in den Paradiesgarten hinabführt. Diese Plečnik-Treppe mit ihren monumentalen Granitstufen ist heute einer der Haupteingänge in die Südgärten – schon der Abstieg dort ist ein Erlebnis!
  • Wallgarten: Östlich schließt sich fließend der Garten “Na valech” an, was übersetzt etwa “auf den Wällen”bedeutet. Dieser Abschnitt ist mit 1,4 ha der größte der Südgärten. Früher verlief hier die Burgbefestigung; als die Wehrmauern im 16. Jahrhundert ihre Bedeutung verloren, legte man auf den aufgeschütteten Wällen nach und nach Gärten und Weinberge an. Im 20. Jahrhundert formte Plečnik den Wallgarten neu: Er legte geometrische Wege, rechteckige Rasenfelder und Aussichtsterrassen an, die bis heute zum Verweilen einladen. Entlang der Balustraden kannst du wunderbar die Aussicht genießen. Halte Ausschau nach dem barocken Kleeblatt-Brunnen aus Sandstein – dieses verspielte Brunnenbecken aus der Barockzeit (um 1730) wurde ursprünglich im Paradiesgarten aufgestellt und später hierher in den Wallgarten versetzt. Der Wallgarten verbindet den Paradiesgarten im Westen mit dem östlichen Burgbereich nahe dem Schwarzen Turm (dem Ost-Ausgang der Burg). Am Übergang zwischen Paradies- und Wallgarten entdeckst du übrigens auch eine sehr alte Eibe, vermutlich über 400 Jahre alt, die als ältester Baum der Burganlage gilt.
  • Hartig-Garten: Am westlichen Ende des Wallgartens, nahe dem Aussichtspunkt bei der Ehrenhof-Terrasse, liegt der kleine Hartigovský-Garten. Dieser Mini-Garten (nicht einmal 800 m² groß) wurde im 17. Jahrhundert beim Palais Hartig angelegt. Auffällig ist hier ein hübscher Musikpavillon – eine filigrane schmiedeeiserne Garten-Laube, die förmlich zum Träumen einlädt. Leider ist der Hartig-Garten selbst derzeit für Besucher nicht zugänglich. Er ist zwar landschaftlich in die Südgärten integriert, aber durch ein Tor abgetrennt. Vom Wallgarten aus kannst du jedoch einen Blick auf den Pavillon erhaschen. Besonders abends, wenn die Lampen angehen, verbreitet dieser versteckte Winkel eine fast magische Stimmung.

Auch die Südgärten der Burg sind kostenfrei zugänglich. Sie sind absolute Muss-Punkte bei schönem Wetter – spazieren hier oben entlang der Burgmauer ist wie auf einem Balkon über der Stadt. Zahlreiche Bänke laden zum Ausruhen ein, während dir die goldene Stadt Prag zu Füßen liegt. Die Gesamtfläche aller Südgärten beträgt etwa 1,9 ha, ausreichend Platz also für einen ausgedehnten Spaziergang. Im Sommer findest du hier zudem schattige Plätze unter Linden und Kastanien, die an heißen Tagen sehr willkommen sind.

Unser Tipp: Nach deiner Besichtigung der Burg empfehlen wir dir, durch die Südgärten hinunterzuspazieren anstatt den gleichen Weg zurück zu gehen. Vom I. Burghof (dem Haupteingang der Prager Burg) gelangst du direkt auf die Aussichtsterrasse der Südgärten und kannst dann immer an der Mauer entlang Richtung Osten schlendern. Am Ende führen dich die Alten Schlossstufen (Staré zámecké schody) hinunter zur Kleinseite – ein herrlicher Abstieg mit Ausblicken, der deutlich angenehmer ist als die vollen Touristenwege zurück.


Hirschgraben – der Burggraben der Hirsche

Ein ganz anderer Gartentyp erwartet dich nördlich der Burg: der Hirschgraben (Jelení příkop). Dieser ehemalige Burggraben ist eigentlich eine natürliche, wild bewachsene Schlucht von etwa 8 Hektar Größe. Seinen Namen trägt der Hirschgraben seit der Zeit Kaiser Rudolfs II., der hier tatsächlich Hirsche und anderes Hochwild halten und jagen ließ – stell dir vor, mitten in Prag gab es ein kleines Jagdrevier! Heute ist der Hirschgraben ein ruhiger, naturnaher Park mit hohen Bäumen, Vogelgezwitscher und einem kleinen Bach, der durch den Grund plätschert. Im Vergleich zu den formalen Gärten oben wirkt dieser Ort fast wie ein Stück Wald in der Stadt.

Ein schmaler Bach fließt durch die üppig bewachsene Talsohle des Hirschgrabens neben einem befestigten Spazierweg.

Nach langen Renovierungsarbeiten ist der Hirschgraben inzwischen wieder zugänglich: Der obere Teil des Grabens ist für Besucher geöffnet. Über Wege und Stege kannst du entlang der Böschung spazieren und einen einzigartigen Kontrast zur Schlossarchitektur erleben – oben thronen die Paläste, unten läufst du durch Moos und Farn. Eine besondere Attraktion ist der von Plečnik gestaltete Tunnel im Hirschgraben, der den oberen und unteren Teil verbindet. Außerdem wurde ein malerischer Aussichtsweg vom Königsgarten in den unteren Hirschgraben geschaffen: Am Ballhaus vorbei führt dich dieser Weg hinab in die Schlucht, sodass du direkt vom gepflegten Park in die Wildnis wechseln kannst. Unten erwartet dich z.B. der sog. Bärenzwinger, ein Bereich, in dem zeitweise sogar Bären gehalten wurden.

Lustschloss Königin Annas (Belvedere) oberhalb des Hirschgrabens in den Gärten der Prager Burg
Blick aus dem Hirschgraben auf das Lustschloss Königin Annas (Belvedere) mit seiner markanten Kupferkuppel.

Beachte, dass der Hirschgraben nur in der Sommersaison geöffnet ist, ähnlich wie die anderen Gärten. Die Wege können bei schlechtem Wetter gesperrt sein, denn es ist teilweise steil und rutschig. Wenn er offen ist, lohnt sich der Abstieg aber sehr – es ist erstaunlich still dort unten, man hört fast nichts von der Stadt. Ein idealer Ort, um eine Pause im Schatten zu machen oder ein Picknick abseits der Massen zu genießen (nur bitte deinen Müll wieder mitnehmen). Tipp: Vom Pulverbrückentor nahe dem Königsgarten führt ein Zugang in den oberen Hirschgraben. So kannst du eine grüne Runde drehen: durch den Hirschgraben spazieren und dann über die Gärten wieder zurück zur Burg.


Weitere sehenswerte Gartenbereiche

Neben den großen Hauptgärten gibt es noch ein paar weitere grüne Oasen rund um die Prager Burg, die einen Besuch wert sind:

  • Garten auf der Bastei (Zahrada Na Baště): Auf dem IV. Burghof, an der Nordwestseite der Burg, befindet sich der sogenannte Basteigarten. Er bedeckt einen Großteil dieses Vorburg-Areals (rund 80 % der Fläche des IV. Hofs) und erinnert mit seinem Namen an die ehemaligen Bastionen der Festung. Heute ist der Garten auf der Bastion ein frei zugänglicher Platz mit Rasenflächen, Rosenbeeten und modernen Sitzgelegenheiten. Von hier hast du einen tollen Blick hinab in den Hirschgraben und hinüber zum Königlichen Garten. Der Basteigarten wurde in den 1920er Jahren ebenfalls von Architekt Plečnik neu gestaltet, u.a. mit einem japanisch inspirierten Teich und geometrischen Wegen. Da dieser Bereich noch innerhalb des äußeren Burgtores liegt, ist er ganzjährig geöffnet (ca. 6–22 Uhr) – sogar im Winter kannst du hier also spazieren gehen, auch wenn die eigentlichen Gärten geschlossen sind.
  • Terrasse der Reithalle (Terasa Jízdárny): In der Nähe des Basteigartens, über den Dächern der ehemaligen königlichen Reitschule, erstreckt sich eine weitere kleine Garten-Terrasse. Diese moderne Terrasse entstand erst im 20. Jahrhundert über den Garagen des Präsidentenbüros, an der Stelle, wo früher eine offene Reitschule stand. Sie bietet einen wunderbaren Panoramablick auf die Burg und den Stadtteil Hradčany. Oft wird diese Terrasse übersehen, da sie etwas versteckt liegt – wenn du jedoch die Gelegenheit hast, steig die Stufen hinauf! Von hier oben kannst du das Gesamtbild der Burganlagen genießen, inklusive der harmonisch angelegten Gärten rundherum.
  • St.-Wenzels-Weingarten (Svatováclavská vinice: Wusstest du, dass es an der Prager Burg auch einen Weinberg gibt? An der Südostflanke der Burg befindet sich der historische Weinberg des heiligen Wenzel. Der Legende nach wurde dieser Hang schon im 10. Jahrhundert von Fürst Wenzel höchstpersönlich mit Reben bepflanzt – damit wäre dies einer der ältesten Weinberge Böhmens! Nach langer Verwilderung ist der Weinberg heute wiederhergestellt: In geordneten Rebzeilen wachsen hier wieder Trauben, und mitten darin thront die klassizistische Villa Richter (ein schneeweißes Gartenhaus), die heute ein Restaurant beherbergt. Als Besucher kannst du über Wege durch den Weinberg schlendern und die Aussicht genießen. Infotafeln erzählen dabei von der Weingeschichte Prags. Besonders reizvoll ist ein Glas lokal erzeugter Wein auf der Terrasse der Villa Richter – mit Blick auf die Moldau und die Altstadt zu deinen Füßen. Der St.-Wenzels-Weinberg ist tagsüber frei zugänglich und ein echter Insidertipp für Romantiker.
Svatováclavská Vinice: Stadtidylle & Grünidyll in Prag

Palastgärten unter der Prager Burg

Nicht direkt Teil des Burgareals, aber unmittelbar an dessen Südhang gelegen, sind die Palastgärten unter der Prager Burg. Oft werden sie im selben Atemzug genannt, denn diese terrassenförmig angelegten Gärten schließen sich direkt unterhalb der Burgmauern an und stehen ihr in Sachen Schönheit keineswegs nach. Es handelt sich um fünf historische Gärten, die an die Adelspaläste der Kleinseite grenzen: den Ledebur-Garten, die Kleinen und Großen Pálffy-Gärten, den Kolowrat-Garten sowie den Kleinen Fürstenberg-Garten (der Große Fürstenberg-Garten liegt etwas abseits bei der Alten Schlossstiege). Diese Gärten gehörten einst verschiedenen Adelsfamilien, die hier ab dem 18. Jahrhundert prachtvolle Barockgärten anlegen ließen. Nach Zeiten des Verfalls wurden alle Palastgärten in den 1990er Jahren aufwändig renoviert und erstrahlen nun wieder in ihrem barocken Glanz.

Was dich in den Palastgärten erwartet, ist ein barockes Gartenparadies wie aus dem Bilderbuch: Überall findest du dekorative geschwungene Treppen, weiße Balustraden, symmetrische Terrassen mit gepflegten Buchsbaumhecken, duftende Rosenbeete, verspielte Pavillons, Grotten und Statuen. Während du Stufe um Stufe höher steigst, geben sich immer neue Ausblicke auf Prag und die darüber liegende Burg frei – jeder Absatz bietet einen anderen Fotospot. Besonders schön ist der Ledebur-Garten, von dessen oberster Terrasse man durch ein verziertes Sala-Terrena (eine Art offener Gartensaal) direkt in den Barockpalast hineinblicken kann. Im Sommer finden hier sogar gelegentlich klassische Konzerte statt, z.B. im Gartensaal des Ledebur-Palais – ein unvergleichliches Ambiente mit Gartenkulisse. Auch der Große Pálffy-Garten begeistert mit einer Sonnenuhr über einem Torbogen und der Kleine Fürstenberg-Garten mit romantischen Orangerien und einem Pavillon. Jeder dieser Gärten hat seinen eigenen Charme, und zusammen bilden sie ein einzigartiges Ensemble.

Wichtig: Die Palastgärten unterhalb der Burg sind nicht kostenlos zugänglich. Für den Eintritt benötigt man ein Ticket, da sie von der tschechischen Denkmalschutzbehörde verwaltet werden. Geöffnet sind diese Gärten nur in der warmen Jahreszeit, ungefähr von April bis Oktober täglich ca. 10:00–19:00 Uhr. Bei sehr schlechtem Wetter oder im Winter bleiben sie geschlossen. Du erreichst die Palastgärten am besten von unten, über die Straße Valdštejnská beim Wallensteinplatz: Dort führen unscheinbare Tore und Treppen in die einzelnen Gartenanlagen. Ein oberer Zugang von der Burg aus existiert zwar (ein Tor vom Wallgarten aus), doch aus Sicherheitsgründen ist dieser dauerhaft verschlossen. Plane für die Palastgärten mindestens eine Stunde ein – es gibt unzählige Winkel zu entdecken. Und vergiss deine Kamera nicht: Die barocken Treppen und Ausblicke sind schlicht märchenhaft!

Palastgärten unter der Prager Burg mit barocker Architektur und Blick auf die Kleinseite
Barocke Gartenanlagen auf der Kleinseite von Prag

Praktische Informationen für deinen Besuch

Zum Schluss noch einige praktische Tipps, damit dein Ausflug in die Gärten der Prager Burg perfekt gelingt:

Öffnungszeiten

Der Königliche Garten (Královská zahrada), die Südgärten (Jižní zahrady) und der Hirschgraben (Jelení příkop)sind von März bis Oktober zugänglich. Aktuell gelten folgende reguläre Öffnungszeiten:

März: 10:00 bis 17:00 Uhr
April bis Juni: 10:00 bis 19:00 Uhr
Juli und August: 10:00 bis 20:00 Uhr
September: 10:00 bis 19:00 Uhr
Oktober: 10:00 bis 17:00 Uhr

Von November bis Ende Februar bleiben diese Gärten geschlossen. Der Garten auf der Bastei (Zahrada Na Baště) ist dagegen ganzjährig von 6:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. Aufgrund staatlicher Veranstaltungen, technischer Arbeiten oder ungünstiger Witterung kann es kurzfristig zu Einschränkungen kommen. Prüfe deshalb vor deinem Besuch die aktuellen Schließungen auf der offiziellen Website der Prager Burg.

Für die Palastgärten unter der Prager Burg (Zahrady pod Pražským hradem) gelten eigene Zeiten. In der Saison 2026 sind sie vom 2. April bis zum 1. November täglich geöffnet: im April, Oktober und am 1. November von 10:00 bis 18:00 Uhr sowie von Mai bis September von 10:00 bis 19:00 Uhr. Bei schlechtem Wetter können die Gärten geschlossen werden.

Eintritt

Der Besuch des Königlichen Gartens, der Südgärten, des Hirschgrabens und des Gartens auf der Bastei ist kostenlos. Auch für den öffentlich zugänglichen Weg durch den St.-Wenzels-Weingarten (Svatováclavská vinice) benötigst du kein separates Gartenticket. Eintrittskarten brauchst du lediglich für die kostenpflichtigen Innenräume und Ausstellungen der Prager Burg. 

Für die Palastgärten unter der Prager Burg wird Eintritt erhoben. Der reguläre Eintrittspreis beträgt 2026 für Erwachsene von 25 bis 64 Jahren 180 CZK. Senioren ab 65 Jahren und junge Erwachsene von 18 bis 24 Jahren zahlen 140 CZK, Kinder von 6 bis 17 Jahren 50 CZK. Kinder bis einschließlich fünf Jahre haben freien Eintritt. Eine Reservierung ist für den normalen individuellen Besuch nicht erforderlich.

Der Zugang zu den Palastgärten befindet sich derzeit ausschließlich an der Valdštejnská-Straße und führt durch den Kolowrat-Hof. Die frühere obere Verbindung zwischen den Palastgärten und den Südgärten der Prager Burg ist bis auf Weiteres geschlossen. Du kannst die kostenpflichtigen Palastgärten daher momentan nicht als direkten Auf- oder Abstieg zwischen Kleinseite und Burg nutzen.

Wie kommst du hin?

Den Königlichen Garten erreichst du besonders bequem mit der Straßenbahnlinie 22. Von der Haltestelle Pražský hrad gehst du wenige Minuten zur Straße U Prašného mostu. Der westliche Haupteingang liegt ungefähr gegenüber der Reithalle der Prager Burg. Ein weiterer Zugang befindet sich am östlichen Ende bei der Haltestelle Královský letohrádek und dem Lustschloss der Königin Anna (Letohrádek královny Anny). Von dort kannst du den gesamten Garten in Richtung Prager Burg durchqueren. 

In die Südgärten gelangst du regulär über die Stiertreppe (Býčí schodiště) vom dritten Burghof oder über das Tor Na Opyši am östlichen Ende des Burgareals. Der Zugang vom Hradschin-Platz (Hradčanské náměstí) ist im normalen Besuchsbetrieb nur als Ausgang vorgesehen. Die frühere Beschreibung, nach der du von dort direkt über Plečniks Treppe in den Paradiesgarten eintreten kannst, ist daher nicht mehr aktuell. 

Am östlichen Ende der Südgärten kannst du das Burgareal bei Na Opyši verlassen. Von dort führen die Alten Schlossstufen (Staré zámecké schody) hinunter in Richtung Kleinseite. Unten erreichst du nach einem kurzen Fußweg die Metro- und Straßenbahnhaltestelle Malostranská. Diese Strecke eignet sich besonders gut, wenn du deinen Rundgang überwiegend bergab planen möchtest. 

Die Palastgärten unter der Prager Burg erreichst du am einfachsten von der Metrostation Malostranská. Folge der Valdštejnská-Straße etwa 200 Meter und nutze den gekennzeichneten Eingang auf der rechten Straßenseite.

Beste Besuchszeit

Besonders reizvoll sind die Gärten im späten Frühjahr und im Frühsommer, wenn Beete, Gehölze und Obstbäume in voller Blüte stehen. Im Juli und August lohnt sich ein Besuch am Vormittag oder am späten Nachmittag: Dann ist es meist angenehmer, und die Gärten bleiben bis 20:00 Uhr geöffnet.

Auch September ist eine gute Reisezeit. Die Temperaturen sind häufig milder, die Gärten schließen erst um 19:00 Uhr und das spätere Nachmittagslicht bietet gute Bedingungen für Ausblicke und Fotos. Im Oktober musst du dagegen beachten, dass die Anlagen bereits um 17:00 Uhr schließen. Unter der Woche und am frühen Vormittag ist es in der Regel ruhiger als an sonnigen Wochenenden.

Führungen und Veranstaltungen

Die Burgverwaltung bietet allgemeine Führungen durch die Prager Burg an. Spezielle Gartenführungen gehören jedoch nicht durchgehend zum regulären Standardprogramm, sondern werden eher im Rahmen ausgewählter Termine oder Veranstaltungen angeboten. Der Rundgang durch die Palastgärten unter der Prager Burg findet grundsätzlich ohne Führung statt. 

In den Gärten finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Dazu gehören beispielsweise Promenadenkonzerte in den Südgärten, Open-Air-Konzerte im Königlichen Garten und das Weinlesefest der Prager Burg. Termine und Zugangsregeln können sich jährlich ändern und sollten deshalb immer im offiziellen Veranstaltungskalender geprüft werden. 

Das bisher erwähnte Festival der kleinen Brauereien auf der Prager Burg sollte nicht mehr als aktueller Besuchstipp für Juni 2026 genannt werden. Die für den 12. und 13. Juni 2026 geplante Veranstaltung wurde wegen Bauarbeiten am bisherigen Veranstaltungsort abgesagt. 

Essen, Trinken und Picknicken

In den eigentlichen Gartenanlagen gibt es nur wenige dauerhaft verlässliche gastronomische Angebote. Nimm daher besonders an warmen Tagen ausreichend Wasser mit. In den Palastgärten unter der Prager Burg werden Speisen und Getränke nach Angaben der Verwaltung nur bei besonderen Veranstaltungen angeboten. 

Picknicken ist nicht überall erlaubt. Decken, Sitzgelegenheiten und Picknickausrüstung dürfen nur in ausdrücklich dafür vorgesehenen Bereichen verwendet werden. Eine ausgewiesene Picknickwiese befindet sich im oberen Teil des Hirschgrabens. Offenes Feuer und Grillen sind im Burgareal grundsätzlich verboten. Abfälle gehören in die bereitgestellten Mülleimer. 

Sicherheit und Regeln

Die Prager Burg ist ein bewachtes und besonders geschütztes Areal. Die früher flächendeckenden Sicherheitskontrollen wurden 2023 weitgehend abgeschafft. Heute finden an den Zugängen stichprobenartige Kontrollen statt. Große Gepäckstücke solltest du nicht mitbringen, und den Anweisungen von Polizei, Burgwache und Personal musst du folgen. 

Bleibe innerhalb der Gärten auf den vorgesehenen Wegen und betrete keine Beete oder abgesperrten Bereiche. Drohnen sind auf dem gesamten Gelände der Prager Burg und in der unmittelbaren Umgebung verboten. Haustiere dürfen in den Gartenanlagen grundsätzlich nicht mitgenommen werden. 

Barrierefreiheit

Die Wege im Königlichen Garten sind vergleichsweise eben, andere Bereiche können jedoch Treppen, Steigungen, unebenes Pflaster und längere Gefälle aufweisen. Die Palastgärten unter der Prager Burg sind wegen ihrer zahlreichen Treppen und Terrassen nicht barrierefrei. Für ihren Besuch solltest du außerdem ausreichend Zeit und eine gewisse Grundkondition einplanen. 

Plane für die Gärten der Prager Burg genügend Zeit ein. Besonders der Königliche Garten, der Hirschgraben und die Südgärten lassen sich zu einem abwechslungsreichen Spaziergang verbinden. Die Kombination aus historischen Gartenanlagen, ruhigen Wegen und weiten Ausblicken macht sie zu eigenständigen Sehenswürdigkeiten innerhalb des Burgareals.

Präsidentenhaus im Königlichen Garten der Prager Burg mit rotem Blumenbeet, Palme und verzierter Fassade
Das Präsidentenhaus mit symmetrischer Fassade und farbenprächtigen Blumenbeeten im Königlichen Garten der Prager Burg.

Zum Abschluss bleibt zu sagen: Nimm dir genug Zeit für die Gärten der Prager Burg. Sie sind weit mehr als nur ein Lückenfüller zwischen den größeren Sehenswürdigkeiten – vielmehr gehören sie selbst zu den Highlights Prags. Ob du nun unter duftenden Linden im Paradiesgarten träumst, am Singenden Brunnen dem leisen Plätschern lauschst oder von einer Palastgarten-Terrasse die Stadt überblickst – diese grünen Refugien werden dich verzaubern.

Viel Spaß beim Entdecken und Genießen der Gärten der Prager Burg!



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