Prague Sounds Festival

Jazz im Rudolfinum, elektronische Musik in historischen Sälen, experimentelle Projekte in Clubs und ungewöhnliche musikalische Begegnungen: Prague Sounds gehört zu den vielseitigsten Musikfestivals der tschechischen Hauptstadt. Statt sich auf ein Genre oder ein klassisches Festivalgelände zu beschränken, verbindet die Konzertreihe internationale Künstler mit besonderen Spielstätten in ganz Prag.

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Termin: 2.–22. November 2026
Ort: verschiedene Spielstätten in Prag
Tickets: je Konzert separat
Jubiläum: 30 Jahre Festivalgeschichte
Früherer Name: Strings of Autumn (Struny podzimu)


Prague Sounds auf einen Blick

Prague Sounds ist eine über mehrere Wochen verteilte Konzertreihe, die Jazz, zeitgenössische Klassik, Elektronik, Hip-Hop und experimentelle Musik miteinander verbindet.

Anders als bei einem klassischen Open-Air-Festival gibt es kein zentrales Festivalgelände. Die Konzerte finden an unterschiedlichen Abenden und an verschiedenen Orten in Prag statt – vom traditionsreichen Rudolfinum über Clubs bis zu modernen Kulturzentren.

Die einzelnen Veranstaltungen können deshalb sehr unterschiedlich wirken. Ein Abend gehört einem Jazzstar, der nächste elektronischer Musik und wenige Tage später folgt ein Orchester- oder Vokalprojekt.

Weitere aktuelle Veranstaltungen findest du in unserem Überblick zu den Events in Prag.


Von Strings of Autumn zu Prague Sounds

Gegründet wurde das Festival unter dem Namen Strings of Autumn (Struny podzimu). Diese Bezeichnung begleitete die Veranstaltung über viele Jahre.

Mit der Zeit wurde das musikalische Spektrum jedoch immer breiter. Jazz, Hip-Hop, elektronische Musik und genreübergreifende Projekte spielten längst eine ebenso große Rolle wie klassische und zeitgenössische Kompositionen.

Seit 2022 trägt das Festival deshalb den Namen Prague Sounds. Die neue Bezeichnung soll die musikalische Offenheit und gleichzeitig die enge Verbindung zur Stadt deutlicher widerspiegeln.


1996 auf der Prager Burg gegründet

Die Geschichte des Festivals begann 1996. Die ersten Konzerte fanden innerhalb des Komplexes der Prager Burg (Pražský hrad) statt.

Schon in den Anfangsjahren war das Programm deutlich vielfältiger, als der damalige Name „Strings of Autumn“ vermuten ließ. Künstler aus Jazz, zeitgenössischer Musik und unterschiedlichen internationalen Szenen gehörten früh zum Konzept.

Ab 2004 verlagerte sich das Festival stärker von der Prager Burg in verschiedene Teile der Stadt. Damit entstand ein Prinzip, das Prague Sounds bis heute prägt: Für jedes Projekt wird eine Spielstätte gesucht, die möglichst gut zur Musik und zur Atmosphäre des Abends passt.


Musik ohne Genregrenzen

Prague Sounds lässt sich nur schwer einem einzelnen Musikstil zuordnen. Genau das ist beabsichtigt.

Das Programm bewegt sich regelmäßig zwischen:

  • zeitgenössischer Klassik
  • Jazz
  • elektronischer Musik
  • Hip-Hop
  • Vokalmusik und Songprojekten
  • experimentellen und genreübergreifenden Produktionen

Entscheidend ist weniger das Genre als die künstlerische Idee. Das Festival präsentiert Musiker, die ihre jeweiligen Stilgrenzen erweitern, ungewöhnliche Kooperationen eingehen oder für Prag besondere Projekte entwickeln.


Prague Sounds 2026 – ausgewählte Konzerte

Die aktuelle Ausgabe steht im Zeichen des 30-jährigen Festivaljubiläums. Das Programm verbindet internationale Namen mit tschechischen Künstlern, Premieren und genreübergreifenden Projekten.

DatumKünstler / ProjektSpielstätte
02.11.Brooklyn Rider: GlassSignal Space
05.11.Ondřej Pivec + ShabakaLa Fabrika
10.11.HiromiGroßer Saal der Lucerna (Velký sál Lucerny)
11.11.Lenka Dusilová & KattaSalvatorkirche (kostel U Salvátora)
12.11.Anna MeredithLa Fabrika
16.11.Kojey RadicalLucerna Music Bar
18.11.Paul Hillier & Theatre of VoicesDivadlo X10
19.11.Steve Reich: 90Rudolfinum
20.11.Samara JoyRudolfinum
21.11.Max CooperRudolfinum
22.11.Anoushka ShankarRudolfinum

Das aktuelle Programm ist damit ein gutes Beispiel für die musikalische Spannweite von Prague Sounds: Streichquartett, Jazz, Hip-Hop, elektronische Musik, Minimal Music, Vokalkunst und zeitgenössische Projekte stehen innerhalb weniger Wochen nebeneinander.

Außerhalb des eigentlichen Festivalzeitraums ist außerdem ein zusätzliches Konzert im Dezember vorgesehen. Für deinen Besuch solltest du deshalb immer den aktuellen Konzertkalender des Veranstalters prüfen.


Vier besondere Abende im Rudolfinum

Einen Höhepunkt der Jubiläumsausgabe bilden vier aufeinanderfolgende Abende im Rudolfinum.

Den Auftakt bildet Steve Reich: 90. Das Konzert würdigt einen der wichtigsten Vertreter der Minimal Music mit mehreren seiner bekannten Werke.

Am folgenden Abend steht mit Samara Joy moderner Jazz im Mittelpunkt. Danach trifft mit Max Cooper elektronische Musik auf einen der bekanntesten historischen Konzertsäle Prags.

Den Abschluss bildet Anoushka Shankar. Ihr Projekt verbindet Sitar, zeitgenössische Musik und orchestrale Klangwelten gemeinsam mit dem Prager Symphonieorchester (Symfonický orchestr hl. m. Prahy FOK).

Gerade diese vier Abende zeigen sehr deutlich, dass Prague Sounds keinen festen Genrebegriff benötigt: Minimal Music, Jazz, Elektronik und indisch geprägte zeitgenössische Musik stehen direkt nebeneinander.


Warum die Spielstätte Teil des Konzerterlebnisses ist

Bei Prague Sounds wird der Veranstaltungsort bewusst als Teil des künstlerischen Konzepts verstanden. Deshalb gibt es nicht eine zentrale Festivalbühne.

Zu den aktuellen Spielstätten gehören unter anderem:

  • Rudolfinum
  • Lucerna
  • Lucerna Music Bar
  • La Fabrika
  • Divadlo X10
  • Salvatorkirche (kostel U Salvátora)
  • Signal Space

Ein elektronischer Künstler kann damit in einem historischen Konzertsaal auftreten, während ein anderes Projekt bewusst in einem Club oder experimentellen Kulturraum präsentiert wird.

Diese Kombination aus Musik und Architektur gehört seit vielen Jahren zum Charakter des Festivals.


Als die Moldau zur Konzertbühne wurde

Zu den spektakulärsten Projekten der Festivalgeschichte gehören Konzerte auf einer eigens errichteten schwimmenden Bühne auf der Moldau (Vltava).

Das Konzept entstand während der Pandemie und ermöglichte Konzerte unter freiem Himmel mit Prag selbst als Kulisse.

Zu den bekanntesten Momenten gehörte ein Auftritt von Yo-Yo Ma mit Musik von Johann Sebastian Bach. Später wurde die Bühne für den „Concert for Europe“ deutlich erweitert, bei dem die Tschechische Philharmonie direkt auf der Moldau spielte.

Die schwimmende Bühne ist jedoch kein jährlich wiederkehrender Bestandteil von Prague Sounds. Sie gehört vielmehr zu den besonderen Projekten, mit denen das Festival immer wieder ungewöhnliche Orte in Prag musikalisch neu interpretiert.


Internationale Stars und neue Entdeckungen

Prague Sounds verbindet bekannte internationale Künstler mit Musikern, die in Tschechien bislang deutlich seltener oder noch gar nicht aufgetreten sind.

Dazu kommen speziell entwickelte Kooperationen und tschechische Premieren. Manche Projekte entstehen sogar gezielt für einen bestimmten Raum oder für das Festival.

Dadurch lohnt sich ein Blick ins Programm auch dann, wenn dir zunächst nur wenige Namen bekannt vorkommen. Ein wesentlicher Teil des Festivalgedankens besteht gerade darin, musikalische Entdeckungen möglich zu machen.


So funktionieren die Tickets

Prague Sounds funktioniert eher wie eine kuratierte Konzertreihe als wie ein klassisches Festival mit Tagespass und abgesperrtem Gelände.

Tickets werden in der Regel für einzelne Konzerte verkauft. Preise und Verfügbarkeit unterscheiden sich entsprechend nach Künstler und Spielstätte.

Wenn du ein bestimmtes Konzert unbedingt besuchen möchtest, lohnt sich der Vorverkauf. Gerade bekannte internationale Namen oder besondere Projekte in kleineren Spielstätten können früh stark nachgefragt sein.

Da sich Preise und Verkaufsbedingungen ändern können, solltest du diese direkt beim aktuellen Programmeintrag überprüfen.


So planst du deinen Konzertabend

Prague Sounds lässt sich unkompliziert in einen normalen Prag-Tag integrieren. Viele Veranstaltungen beginnen am Abend, sodass du den Tag zunächst für Sehenswürdigkeiten, Museen oder einen Spaziergang nutzen kannst.

Für deinen Konzertabend empfiehlt sich folgende einfache Planung:

  1. Wähle zunächst das Konzert und prüfe die genaue Spielstätte.
  2. Buche bei beliebten Künstlern möglichst vorab.
  3. Plane genügend Zeit für den Weg ein, da die Spielstätten über verschiedene Stadtteile verteilt sind.
  4. Prüfe kurz vor Beginn noch einmal Einlasszeit und aktuelle Veranstaltungsinformationen.

Für die Fahrt zu den unterschiedlichen Veranstaltungsorten helfen Metro und Straßenbahn. Alles Wichtige dazu findest du in unserem Guide zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in Prag.


Gut zu wissen vor deinem Besuch

  • Kein zentrales Festivalgelände: Die Konzerte finden an verschiedenen Orten in Prag statt.
  • Tickets: Für die einzelnen Veranstaltungen werden normalerweise separate Eintrittskarten verkauft.
  • Programm prüfen: Künstler, Zeiten und Spielstätten können sich von Ausgabe zu Ausgabe vollständig ändern.
  • Abendprogramm: Viele Konzerte beginnen gegen Abend und lassen sich gut mit einem Sightseeing-Tag kombinieren.
  • Genre: Prague Sounds ist bewusst nicht auf Jazz, Klassik oder elektronische Musik allein festgelegt.
  • Moldau-Bühne: Die bekannten Konzerte auf dem Fluss waren besondere Projekte und sind kein fester jährlicher Programmpunkt.
  • Zusatztermine: Einzelne Sonderkonzerte können auch außerhalb des eigentlichen Festivalzeitraums stattfinden.

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