Die Prager Straßenbahn (tramvaj) gehört seit mehr als 140 Jahren zum Stadtbild und ist bis heute eines der wichtigsten Verkehrsmittel der tschechischen Hauptstadt. Ihr dichtes Streckennetz verbindet das historische Zentrum mit zahlreichen Stadtteilen und macht sie auch für Besucher besonders praktisch. Gleichzeitig bietet eine Fahrt mit der Straßenbahn eine unkomplizierte Möglichkeit, Prag aus einer anderen Perspektive zu erleben – vorbei an historischen Gebäuden, großen Plätzen, Wohnvierteln und bekannten Sehenswürdigkeiten.
Themenübersicht:
- Tickets und Tarife: Einfach und flexibel
- Tipps für Touristen: Die Stadt vom Gleis aus entdecken
- Eine Reise durch die Zeit: Die Geschichte der Prager Straßenbahn
- Das heutige Netz: Umfangreich und effizient
- Fahrzeuge: Von Klassikern bis zur Moderne
- Das Straßenbahnmuseum: Ein Blick in die Vergangenheit
- Blick in die Zukunft: Ausbau und Modernisierung

Tickets und Tarife: Einfach und flexibel
Das Prager Nahverkehrssystem PID (Pražská integrovaná doprava) bietet verschiedene Ticketoptionen für Metro, Straßenbahn und Bus. Seit Januar 2026 kostet ein 30-Minuten-Ticket 39 CZK als Papierticket und ein 90-Minuten-Ticket 50 CZK. Günstiger ist der Kauf über die PID-Lítačka-App: Hier kosten die Tickets 36 CZK beziehungsweise 46 CZK. Auch Tageskarten sind erhältlich – für 24 Stunden ab 140 CZK und für 72 Stunden ab 340 CZK in der App.
Kinder unter 15 Jahren fahren innerhalb Prags kostenlos; bei Kindern ab 10 Jahren muss das Alter bei einer Kontrolle nachgewiesen werden. Auch Senioren ab 65 Jahren können die öffentlichen Verkehrsmittel in Prag kostenlos nutzen, benötigen dafür jedoch einen Altersnachweis wie Personalausweis oder Reisepass.
Tickets bekommst du unter anderem an Fahrkartenautomaten, Verkaufsstellen und Informationszentren sowie über die PID-Lítačka-App. Der Kauf per SMS ist ebenfalls möglich, setzt jedoch eine tschechische SIM-Karte voraus. Kontaktlose Ticketautomaten findest du mittlerweile in allen Straßenbahnen und Stadtbussen sowie an Metrostationen, sodass du Fahrkarten direkt mit einer Bankkarte oder einem kompatiblen mobilen Bezahldienst kaufen kannst.

Tipps für Touristen: Die Stadt vom Gleis aus entdecken
Die Prager Straßenbahn ist mehr als nur ein Verkehrsmittel – sie ist ein integraler Bestandteil der Stadtgeschichte und bietet eine einzigartige Möglichkeit, Prag aus einer besonderen Perspektive zu erleben. Ob du die Stadt erkunden oder einfach nur von A nach B gelangen möchtest, die Straßenbahn ist stets eine zuverlässige und charmante Wahl.
Besonders empfehlenswert sind die Linien 22 und 17, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Die Linie 22 passiert unter anderem die Prager Burg und das Nationaltheater, während die Linie 17 entlang der Moldau verläuft und einen schönen Blick auf die Altstadt bietet. Für eine nostalgische Fahrt bietet sich die Linie 42 an, die mit historischen Wagen durch die Stadt fährt.

Eine Reise durch die Zeit: Die Geschichte der Prager Straßenbahn
Die Geschichte der Prager Straßenbahn beginnt am 23. September 1875 mit der Eröffnung der ersten Pferdebahnlinie zwischen Národní třída und Karlín. Bereits 1891 fuhr die erste elektrische Straßenbahn, entwickelt von František Křižík, auf einer 800 m langen Strecke zur Landesjubiläumsausstellung. Ab 1896 begann der reguläre elektrische Betrieb, und 1897 gründete die Stadt Prag ihre eigene Straßenbahngesellschaft. Bis zum Ersten Weltkrieg wuchs das Netz auf 102 km mit 14 Linien. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Nachtbetrieb eingeführt, und ab den 1950er Jahren modernisierte man das Netz mit neuen Fahrzeugtypen wie dem Tatra T1. Trotz der Einführung der Metro ab 1974 blieb die Straßenbahn ein zentraler Bestandteil des Prager Verkehrs.
Das heutige Netz: Umfangreich und effizient
Mit einer Streckenlänge von 150,3 km und 778 Fahrzeugen ist das Prager Straßenbahnnetz das größte in Tschechien. Es umfasst 26 Tageslinien (Nummern 1–26), die von etwa 5:00 bis 24:00 Uhr verkehren, sowie neun Nachtlinien (Nummern 91–99), die zwischen Mitternacht und 5:00 Uhr im Einsatz sind. Die Taktfrequenz liegt tagsüber bei 4–8 Minuten und nachts bei 30 Minuten. Zentrale Umsteigepunkte sind unter anderem der Karlsplatz und Lazarská.

Fahrzeuge: Von Klassikern bis zur Moderne
Die Prager Straßenbahnflotte besteht aus einer Mischung historischer und moderner Fahrzeuge. Klassische Modelle wie der Tatra T3 sind ebenso im Einsatz wie moderne Niederflurwagen vom Typ Škoda 15T. Insgesamt umfasst die Flotte über 1.000 Fahrzeuge, die auf sieben Depots verteilt sind. Besonders beliebt bei Touristen sind die nostalgischen Linien 41 und 42, die mit historischen Wagen durch die Stadt fahren.

Das Straßenbahnmuseum: Ein Blick in die Vergangenheit
Im Depot Střešovice befindet sich das Prager Straßenbahnmuseum, das eine umfangreiche Sammlung historischer Fahrzeuge und Exponate zur Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs präsentiert. Hier kannst du originale Triebwagen, alte Fahrpläne und Uniformen besichtigen und mehr über die Entwicklung des Prager Verkehrs erfahren.
Blick in die Zukunft: Ausbau und Modernisierung
Die Prager Straßenbahn wird kontinuierlich modernisiert und erweitert. Aktuelle Projekte umfassen den Bau neuer Streckenabschnitte, wie die Verbindung zwischen Modřany und Libuš, die bis 2025 fertiggestellt werden soll. Auch die Einführung neuer Fahrzeuge, wie der Škoda 52T, ist geplant, um den Komfort und die Kapazität weiter zu erhöhen.
















Quellen:
- https://pid.cz/en/trams/
- https://www.dpp.cz/en/entertainment-and-experience/dpp-history/history-of-the-public-transport-in-prague
- https://de.wikipedia.org/wiki/Straßenbahn_Prag
- https://en.wikipedia.org/wiki/Trams_in_Prague
- https://www.myguide-prague.com/de/veranstaltungen/prag-hop-on-hop-off-ticket-fur-die-historische-strassenbahn-der-linie-42
