Nur wenige Kilometer westlich der Prager Burg erwartet dich einer der geschichtsträchtigsten Orte der tschechischen Hauptstadt: das Břevnov-Kloster (Břevnovský klášter). Die weitläufige Barockanlage verbindet über 1.000 Jahre Geschichte mit einer aktiven Benediktinerabtei, einer prachtvollen Basilika, ruhigen Klostergärten und einer beliebten Klosterbrauerei. Während sich die meisten Besucher auf die Sehenswürdigkeiten der Altstadt konzentrieren, bietet das Kloster eine entspannte Alternative abseits der großen Touristenströme und gehört zu den schönsten Geheimtipps in Prag.
Das älteste Benediktinerkloster Tschechiens
Das Břevnov-Kloster (Břevnovský klášter) wurde im Jahr 993 gegründet und gilt als das älteste Benediktinerkloster Böhmens. Initiatoren waren Herzog Boleslav II. und der spätere Nationalheilige Adalbert von Prag (Vojtěch). Von hier aus verbreitete sich der Benediktinerorden im damaligen Böhmen und das Kloster entwickelte sich schnell zu einem religiösen, kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum.
Im Laufe seiner langen Geschichte überstand die Anlage zahlreiche Krisen. Während der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert wurde das Kloster weitgehend zerstört. Im 17. und 18. Jahrhundert entstand anschließend die heutige barocke Klosteranlage, die zu den bedeutendsten Sakralbauten des Landes zählt. Während der kommunistischen Herrschaft mussten die Benediktiner das Kloster verlassen. Erst nach 1989 kehrten sie zurück und restaurierten die historischen Gebäude umfassend.
Heute ist das Kloster wieder ein lebendiges geistliches Zentrum und gleichzeitig ein beliebtes Ausflugsziel.
Die beeindruckende Basilika der heiligen Margareta
Das architektonische Herzstück der Anlage bildet die Basilika der heiligen Margareta (Bazilika svaté Markéty). Sie wurde nach Plänen bedeutender Barockbaumeister errichtet und beeindruckt bereits von außen mit ihrer monumentalen Fassade.
Im Inneren erwarten dich hohe Gewölbe, reich verzierte Stuckarbeiten, kunstvolle Fresken und ein prachtvoll gestalteter Hochaltar. Die Basilika zählt zu den schönsten Barockkirchen Prags und wird bis heute regelmäßig für Gottesdienste, klassische Konzerte und Orgelabende genutzt.
Unter der Kirche befindet sich außerdem eine romanische Krypta, die noch an die mittelalterlichen Ursprünge des Klosters erinnert.
Ruhige Klostergärten mitten in Prag
Ein besonderer Reiz des Klosters sind die weitläufigen Gartenanlagen. Gepflegte Wege, alte Bäume, kleine Teiche und historische Gebäude schaffen eine außergewöhnlich ruhige Atmosphäre.
Gerade an warmen Tagen eignet sich der Garten hervorragend für einen Spaziergang oder eine kurze Pause während einer Stadterkundung. Anders als viele Parks im historischen Zentrum bleibt es hier meist angenehm ruhig.
Die traditionsreiche Klosterbrauerei
Direkt auf dem Klostergelände befindet sich die Břevnov-Klosterbrauerei des heiligen Adalbert (Břevnovský klášterní pivovar sv. Vojtěcha). Bereits im Mittelalter wurde hier Bier gebraut. Nach einer längeren Unterbrechung wurde die Brautradition wieder aufgenommen und gehört heute wieder fest zum Klosterleben.
Die Brauerei produziert verschiedene handwerklich gebraute Biere, darunter helle Lagerbiere sowie saisonale Spezialitäten. Im angeschlossenen Restaurant kannst du die Biere zusammen mit typisch tschechischen Gerichten probieren. Besonders an sonnigen Tagen ist der Biergarten ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher.
Führungen durch das Kloster
Wer mehr über die Geschichte erfahren möchte, kann an einer geführten Besichtigung teilnehmen. Dabei erhältst du Zugang zu Bereichen, die individuell nicht zugänglich sind.
Je nach Führung besichtigst du unter anderem:
- die Basilika
- die romanische Krypta
- historische Klosterräume
- Teile der Klosterbibliothek
- den Ehrenhof
- die Gartenanlagen
Die Führungen vermitteln einen spannenden Einblick in mehr als tausend Jahre Klostergeschichte.
Veranstaltungen im Jahresverlauf
Das Břevnov-Kloster (Břevnovský klášter) ist nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch ein lebendiger Veranstaltungsort.
Regelmäßig finden hier statt:
- klassische Konzerte
- Orgelkonzerte
- Ausstellungen
- spirituelle Veranstaltungen
- Advents- und Weihnachtsmärkte
- Sonderführungen
- kulturelle Festivals
Durch diese Veranstaltungen lohnt sich ein Besuch zu jeder Jahreszeit.
Wie kommst du hin?
Das Kloster liegt im Stadtteil Břevnov im Westen Prags und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar.
Am einfachsten gelangst du mit der Straßenbahn bis zur Haltestelle Břevnovský klášter, die sich unmittelbar vor dem Haupteingang befindet. Von der Prager Burg (Pražský hrad) benötigst du mit der Straßenbahn nur wenige Minuten. Auch mit dem Auto ist das Kloster gut erreichbar, allerdings stehen nur begrenzt Parkplätze in der Umgebung zur Verfügung.
Womit lässt sich der Besuch verbinden?
Ein Besuch des Klosters lässt sich hervorragend mit weiteren Sehenswürdigkeiten im Westen Prags kombinieren. Besonders empfehlenswert sind:
- Kloster Strahov (Strahovský klášter) mit seiner berühmten Bibliothek
- Prager Burg (Pražský hrad)
- Petřín-Hügel (Petřín) mit Aussichtsturm und Rosengarten
- Sternschloss (Letohrádek Hvězda)
- Weißer Berg (Bílá hora) mit seiner historischen Bedeutung
- Ladronka-Park (Park Ladronka) für einen Spaziergang oder eine Fahrradtour
Durch diese Kombination entsteht ein abwechslungsreicher Tagesausflug, der Geschichte, Architektur, Natur und tschechische Bierkultur miteinander verbindet.
Wissenswertes für deinen Besuch
Der Innenhof und große Teile der Außenanlagen können kostenlos besichtigt werden. Für Führungen sowie einzelne Innenbereiche wird ein Eintritt erhoben. Plane für deinen Besuch etwa zwei bis drei Stunden ein. Wenn du zusätzlich in der Klosterbrauerei einkehren möchtest, lohnt sich etwas mehr Zeit.
Besonders schön präsentiert sich das Kloster im Frühling und Sommer, wenn die Gartenanlagen in voller Blüte stehen. Aber auch im Herbst und während der Adventszeit entfaltet die barocke Anlage mit ihren kulturellen Veranstaltungen ihren ganz besonderen Charme.