Palais Schwarzenberg (Schwarzenberský palác)

Das prächtige Palais Schwarzenberg (Schwarzenberský palác) liegt auf dem Hradschiner Platz (Hradčanské náměstí) direkt gegenüber dem Haupttor der Prager Burg. Es gilt als eines der schönsten Beispiele der böhmischen Renaissancearchitektur und zieht durch seine kunstvoll verzierte Fassade, die aufwendig gestalteten Decken und seine kulturelle Bedeutung bis heute viele Besucher an. Heute ist das Palais Teil der Nationalgalerie Prag (Národní galerie Praha) und präsentiert Meisterwerke der europäischen Kunstgeschichte.

Adresse: Hradčanské náměstí 2, 118 00 Prag 1

Geschichte des Palais Schwarzenberg

Nach dem großen Brand von 1541 ließ Johann IV. Popel von Lobkowitz die stark beschädigten Häuser auf dem Hradschiner Platz abreißen und an ihrer Stelle ein neues Stadtpalais errichten. Der Bau begann um 1545 und wurde vom italienischen Architekten Agostino Galli entworfen, der den Stil italienischer Renaissancepaläste nach Prag brachte. Die Bauarbeiten endeten 1567, und schon bald galt das Palais als eines der schönsten Beispiele der Renaissance-Architektur in Böhmen.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Gebäude mehrfach den Besitzer. Es gehörte zunächst den Rosenbergern (Rožmberk), später den Familien Švamberk und Eggenberg. Erst 1719 ging es in den Besitz der Fürsten von Schwarzenberg über, nach denen es bis heute benannt ist.

Im 20. Jahrhundert verlor das Palais seine Funktion als Adelsresidenz. Es beherbergte zeitweise das Technische Museum und später das Militärhistorische Museum. Nach einer umfassenden Restaurierung wurde das Gebäude schließlich der Nationalgalerie Prag übergeben, die hier seit 2008 ihre Ausstellungen präsentiert.


Architektur und Besonderheiten

Das Palais Schwarzenberg ist ein Meisterwerk der böhmischen Renaissance. Besonders auffällig ist die aufwendig gestaltete Sgraffito-Fassade, die mit geometrischen Mustern und Diamantquader-Imitationen überzogen ist. Diese Technik, bei der hellere und dunklere Putzschichten freigelegt werden, erzeugt einen täuschend echten Steinrelief-Effekt – ein Markenzeichen der italienischen Renaissancearchitektur.

Das Gebäude hat einen T-förmigen Grundriss und öffnet sich mit einem Ehrenhof zum Hradschiner Platz. Im Inneren sind zahlreiche originale Holzdecken mit Malereien aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Besonders bemerkenswert sind die Deckenbilder in der zweiten Etage, die Szenen aus der antiken Mythologie zeigen, darunter „Der Raub der Sabinerinnen“ und „Die Eroberung Trojas“.

Ein weiteres Highlight ist eine Renaissance-Sonnenuhr mit der lateinischen Inschrift Hora ruit – „Die Stunde eilt“ – ein Symbol für die Vergänglichkeit der Zeit.


Die Nationalgalerie Prag im Palais Schwarzenberg

Heute gehört das Palais Schwarzenberg zu den wichtigsten Ausstellungsorten der Nationalgalerie Prag. In seinen Räumen wird die Dauerausstellung „Alte Meister“ gezeigt, die Werke europäischer Kunst vom 16. bis 18. Jahrhundert umfasst. Zu den gezeigten Künstlern zählen unter anderem Lucas Cranach der ÄltereHans von AachenRubens und Rembrandt.

Neben den ständigen Sammlungen finden im Palais regelmäßig SonderausstellungenKonzerte und Kulturveranstaltungen statt, die das historische Ambiente in Szene setzen.