St.-Georgs-Basilika (Bazilika sv. Jiří)

Die St.-Georgs-Basilika (Bazilika sv. Jiří) zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken im Areal der Prager Burg (Pražský hrad) und gehört zu den bedeutendsten Kirchenbauten der Stadt. Als herausragendes Beispiel romanischer Architektur in Böhmen beeindruckt sie durch ihre klare Formensprache, massive Mauern und ruhige Monumentalität. Gerade diese schlichte, fast archaische Ausstrahlung bildet einen spannenden Kontrast zu den prunkvollen gotischen, renaissancezeitlichen und barocken Bauten, die das Burgareal in späteren Jahrhunderten prägten.

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Geschichte der Basilika

Die Basilika wurde im Jahr 920 von Herzog Vratislav I. gegründet und nur ein Jahr später, 921, geweiht. Sie war zunächst eine einfache dreischiffige Kirche und diente als Grabstätte der Přemysliden-Dynastie, der frühen böhmischen Herrscherfamilie.

Ende des 10. Jahrhunderts wurde neben der Kirche das Benediktinerinnenkloster St. Georg (Klášter sv. Jiří) gegründet – das erste Frauenkloster in Böhmen. Es entwickelte sich bald zu einem der bedeutendsten religiösen Zentren des Landes. Die Äbtissin des Klosters hatte sogar das Recht, bei der Krönung böhmischer Königinnen mitzuwirken – ein Zeichen der hohen Stellung dieser Institution.

Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1142 wurde die Kirche im romanischen Stil erneuert. Ihre heutige Form mit den markanten Doppeltürmen stammt aus dieser Zeit. Im 17. Jahrhundert erhielt die Basilika eine barocke Fassade, die bis heute das äußere Erscheinungsbild prägt.

Während der josephinischen Reformen im 18. Jahrhundert wurde das Kloster aufgelöst, und die Gebäude wurden zeitweise militärisch genutzt. Erst im 20. Jahrhundert wurde die Basilika umfassend restauriert und wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute gehört sie zu den meistbesuchten Kirchen der Prager Burg und dient auch als Konzertsaal mit hervorragender Akustik.

Architektur und Innenraum

Die St.-Georgs-Basilika ist eines der besten Beispiele romanischer Baukunst in Tschechien. Ihre klaren Formen, Rundbögen und massiven Steinwände verleihen ihr eine zeitlose Strenge. Im Gegensatz zu den reich verzierten Barockkirchen Prags beeindruckt sie durch ihre Schlichtheit und spirituelle Ruhe.

Der Innenraum ist dreischiffig, mit einem erhöhten Chor und einer Krypta, in der mehrere Mitglieder der Přemysliden beigesetzt sind. Besonders bekannt ist das Grab der heiligen Ludmilla von Böhmen, der Großmutter des heiligen Wenzel.

Zwei schlanke Türme – volkstümlich Adam und Eva genannt – ragen über dem Ostteil der Kirche auf. Die barocke Fassade mit ihren rötlichen Tönen bildet einen markanten Kontrast zur romanischen Struktur im Inneren.

Im südlichen Seitenschiff sind wertvolle Kunstwerke zu finden, darunter Gemälde aus dem 16. Jahrhundert, die das Martyrium der heiligen Ursula und der „11.000 Jungfrauen“ darstellen.

Bedeutung und Nutzung heute

Die St.-Georgs-Basilika gilt als Symbol der frühen Christianisierung Böhmens und spiegelt den Beginn der kirchlichen Tradition im Land wider. Durch ihre lange Geschichte, ihre Grabstätten und die Verbindung zum Kloster St. Georg spielt sie bis heute eine zentrale Rolle in der Geschichte der Prager Burg.

Heute dient sie nicht nur als Museum, sondern auch als Veranstaltungsort für klassische Konzerte. Die akustischen Eigenschaften des romanischen Gewölbes schaffen dabei eine besonders feierliche Atmosphäre – ein einzigartiges Erlebnis im Herzen der Burganlage.

Besuch der Basilika

Die Basilika befindet sich im östlichen Teil der Prager Burg, unweit des Alten Königspalastes und des Veitsdoms. Sie ist im Rahmen des Burg-Rundgangs zugänglich, der in verschiedenen Ticketvarianten angeboten wird. Der Besuch lohnt sich besonders in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag, wenn die Kirche weniger überlaufen ist und die Lichtstimmung das schlichte Innere besonders eindrucksvoll erscheinen lässt.


Adresse: náměstí U Svatého Jiří, 119 00 Praha 1 – Hradčany


Quellen: