Mitten im charmanten Prager Viertel Vinohrady erwartet dich ein Weihnachtsmarkt, der als Geheimtipp unter Prag-Fans gilt. Der Weihnachtsmarkt auf dem Friedensplatz (Náměstí Míru) bietet eine festliche Atmosphäre vor der eindrucksvollen Kulisse der neugotischen Kirche St. Ludmila (Kostel sv. Ludmily). Hier erlebst du Adventsstimmung wie aus dem Bilderbuch – authentisch, gemütlich und vor allem unter Einheimischen. In diesem umfassenden Guide nehmen wir dich mit auf den Friedensplatz und zeigen dir, was diesen Weihnachtsmarkt so besonders macht, welches Angebot dich erwartet und wie du deinen Besuch optimal planst.
Themenüberblick:
- Atmosphäre und Kulisse
- Marktstände und Angebot
- Kulinarische Spezialitäten
- Praktische Informationen (Öffnungszeiten, Anreise)
Atmosphäre und Kulisse
Sobald Ende November die ersten Lichter auf dem Friedensplatz angehen, verwandelt sich der grüne Platz in ein winterliches Märchenland. Zwischen der festlich beleuchteten Kirche St. Ludmila und den duftenden Holzständen herrscht eine warme, einladende Stimmung – weniger touristisch als am Altstädter Ring, dafür mit echtem Prager Charme. Hier mischt du dich unter Prager Familien, Studenten und Anwohner, die diesen Markt für seine gemütliche Nachbarschaftsatmosphäre lieben. Weihnachtsmusik klingt dezent über den Platz, während tausende Lichter die Bäume und Fassaden ringsum in goldenes Licht tauchen. Besonders am Abend, wenn die Dämmerung einsetzt und die Zweiturm-Fassade der Kirche angestrahlt wird, fühlst du dich in eine andere Welt versetzt.
Unser Tipp: Am Wochenende kann es auch hier voller werden – plane deinen Besuch also lieber unter der Woche ein, wenn du es etwas ruhiger magst. Unter der Woche oder am frühen Abend schlenderst du entspannt zwischen den Ständen umher, wärmst dir die Hände an einer Tasse Glühwein und genießt die besinnliche Stimmung nahezu ohne Drängeln. Offiziell eröffnet dieser Markt übrigens jedes Jahr als erster in Prag die Adventszeit – schon Mitte November, noch bevor die großen Märkte in der Altstadt starten. Entsprechend steigt hier früh die Vorfreude: Wenn anderswo noch Herbst herrscht, duftet es auf dem Friedensplatz schon nach Weihnachten.

Marktstände und Angebot
Stände auf dem Weihnachtsmarkt am Friedensplatz bieten eine Vielfalt an handgefertigten Waren und Leckereien; Schilder weisen auf Honigwein (Medovina) und Lavendelprodukte hin.
Rund 60 Holzbuden reihen sich auf dem Friedensplatz aneinander und laden zum Stöbern ein. Das Angebot reicht von klassischen Weihnachtsdekorationen bis zu originellem Kunsthandwerk aus Tschechien. Viele Stände sind liebevoll thematisiert und beschriftet – so entdeckst du zum Beispiel einen „Medový krámek“ (Honig-Laden) mit duftenden Bienenwachs-Kerzen und Honigseifen, einen Stand voller Lavendel-Produkte, oder Auslagen mit handgeschnitzten Holzspielzeugen und Puppen. Auch Christbaumschmuck aller Art gibt es zuhauf: filigran bemalte Kugeln aus böhmischem Glas, Strohsterne, geschnitzte Krippenfiguren und funkelnde Baumspitzen. Weiterhin findest du keramische Weihnachtkrippen, Erzeugnisse aus Schafwolle (etwa warme Hausschuhe oder Fellmützen) sowie Schmuck und Accessoires von lokalen Kunsthandwerkern. Selbst exotischere Geschenkideen sind vertreten – von handgezogenen Duftkerzen, Salzlampen, über Bücher und Papierwaren mit Weihnachtsmotiven bis hin zu Kräuterseifen und Gewürzmischungen.
Während du von Stand zu Stand schlenderst, kannst du Kunsthandwerkern teilweise sogar bei der Arbeit zusehen. Mancherorts werden direkt vor Ort Glaskugeln bemalt oder Holzspielzeuge geschnitzt, was besonders Kinder staunen lässt. Die Händler sind herzlich und oft für einen Plausch zu haben – gern erklären sie dir die Herkunft ihrer Produkte. Lokale Besonderheit: Drei der Stände sind jedes Jahr gemeinnützigen Organisationen vorbehalten. Hier verkaufen z. B. ein Hospizverein oder eine Kinderhilfsorganisation Selbstgemachtes – dein Kauf unterstützt also zugleich einen guten Zweck. So verbindet der Markt shopping mit einer schönen Geste der Nächstenliebe in der Weihnachtszeit.
Kulinarische Spezialitäten
Kein Weihnachtsmarkt wäre komplett ohne verführerische Düfte und deftige Leckereien – und davon bietet der Friedensplatz reichlich! Schon von weitem steigt dir der Duft von Zimt, Nelken und gebrannten Mandeln in die Nase. Heißer Svařák, der tschechische Glühwein, ist allgegenwärtig – wahlweise klassisch mit Rotwein oder als Weißwein-Variante, gewürzt mit Zitrusfrüchten und Gewürznelken. Sehr beliebt bei den Pragern ist Medovina, heißer Honigwein, der süß und wohlig die Kehle wärmt. Mit einem Becher Medovina in der Hand spürst du die Kälte kaum noch und kannst gemütlich über den Platz flanieren.
Für Naschkatzen gibt es natürlich den traditionellen Trdelník (Baumstriezel) – das walzenförmig über offenem Feuer gebackene Teiggebäck, das anschließend in Zucker und Zimt gewälzt wird. Frisch zubereitet und dampfend ist Trdelník ein unwiderstehlicher Genuss, den du unbedingt probieren solltest. Daneben locken Lebkuchen (Perníčky), oft hübsch verziert als Herzen oder Figuren, sowie verschiedenste Weihnachtsplätzchen und Schokoladenspezialitäten. An einigen Ständen werden auch Maronen über dem Feuer geröstet – perfekt, um die Hände daran zu wärmen und den aromatischen Duft zu genießen.
Auch wenn der Markt kleiner ist als die großen in der Altstadt, musst du auf herzhafte Speisen nicht verzichten. Du findest böhmische Bratwürste (klobásy) frisch vom Grill, herzhaften Schinken oder Speck im Brötchen und heiße Kartoffelpuffer (bramboráky), knusprig ausgebacken und nach Knoblauch duftend. Beliebt sind außerdem Palatschinken (dünne Pfannkuchen), die nach Wunsch mit Nutella, Marmelade oder Zimt-Zucker gefüllt werden – ideal für einen süßen Snack zwischendurch. Dazu vielleicht einen Becher Weihnachtspunsch mit Orangen und Gewürzen oder einen klassischen Grog (Rum mit heißem Wasser und Zitrone) für die Erwachsenen. Die Preise bewegen sich auf typisch Prager Niveau – ein Glühwein liegt etwa bei 4 € (ca. 100 CZK), ein Trdelník um 3 € (75 CZK). Bezahlt wird überwiegend in bar, doch viele Stände akzeptieren inzwischen auch Kartenzahlung, was praktisch ist, falls du keine Kronen in bar dabei hast.
Alles in allem vereint der Weihnachtsmarkt am Friedensplatz kulinarisch das Beste der böhmischen Weihnacht: Süße Verführungen, würzige Getränke und deftige Imbisse – all das in gemütlicher Nachbarschaftsatmosphäre, die zum längeren Verweilen einlädt.
Praktische Informationen (Öffnungszeiten, Anreise)
Bevor du dich ins Adventsgetümmel stürzt, hier die wichtigsten Infos für deinen Besuch des Weihnachtsmarkts auf dem Friedensplatz:
- Termine: Jährlich etwa von Mitte November bis Heiligabend. Im Jahr 2025 läuft der Markt vom 20. November bis 24. Dezember 2025. Die Eröffnung findet traditionell schon vor dem 1. Advent statt, sodass du bereits früh in Weihnachtsstimmung kommen kannst.
- Öffnungszeiten: Täglich ca. 10:00 bis 19:00 Uhr, an Freitagen und am Wochenende teils bis 20:00 Uhr abends. Am 24. Dezember schließen die Stände früher (oft schon am frühen Nachmittag gegen 14–15 Uhr). So haben die Händler Gelegenheit, den Heiligabend im Kreise der Familie zu verbringen.
- Eintritt: frei – der Besuch des Marktes kostet keinen Eintritt. Du bezahlst nur, was du an Speisen, Getränken oder Geschenken kaufst (Preise sind meist deutlich ausgezeichnet).
- Adresse: Friedensplatz (Náměstí Míru), Prag 2. Der Markt befindet sich direkt auf dem Stadtplatz vor der Kirche St. Ludmila im Stadtteil Vinohrady.
- Anreise: Sehr zentral gelegen und gut erreichbar. Du kannst bequem mit der Metro-Linie A (grüne Linie) bis Station Náměstí Míru fahren – die Metrostation liegt direkt unter dem Platzt. Vom Wenzelsplatz (Václavské náměstí) sind es nur etwa eine Metro-Station bis hierher. Alternativ halten mehrere Straßenbahnlinien direkt am Friedensplatz, z. B. die Tram 4, 10, 16 und 22. Auch zu Fuß ist der Markt vom Stadtzentrum aus in ca. 15–20 Minuten erreichbar (ein schöner Spaziergang die Vinohradská-Straße hinauf). Parkmöglichkeiten sind in der direkten Umgebung begrenzt und meist kostenpflichtig – wenn möglich, nutze daher die öffentlichen Verkehrsmittel.
- Besonderheiten: Der Friedensplatz-Weihnachtsmarkt öffnet traditionell als erster in Prag und gilt als Geheimtipp für lokales Flair. Im Vergleich zu den großen Märkten am Altstädter Ring und Wenzelsplatz geht es hier entspannter zu, und man trifft überwiegend Einheimische. Für dich als Besucher bedeutet das ein authentisches Erlebnis abseits der Touristenströme. Außerdem findet unweit des Marktes oft ein kleines Rahmenprogramm statt: In der Adventszeit werden in der Kirche St. Ludmila festliche Messen und manchmal Adventskonzerte abgehalten. Es lohnt sich, einen kurzen Abstecher in die Kirche zu machen – schon wegen der prächtigen Krippe, die dort meist aufgestellt ist.
Zum Abschluss noch ein paar Tipps für deinen Besuch: Zieh dich schön warm an – auf dem offenen Platz weht mitunter ein kalter Wind, doch zum Glück gibt’s genug heißen Punsch zum Aufwärmen. Plane genügend Zeit ein, um die Details der Stände zu entdecken und vielleicht noch einen Abstecher ins Vinohrady-Viertel zu machen. Rund um den Platz laden zahlreiche Cafés und Weinbars zu einer Pause ein – zum Beispiel das gemütliche Café Zanzibar oder die Coffee Corner Bakery, wo du bei Kaffee und Kuchen das Treiben beobachten kannst. Wenn du abends kommst, genieße den Anblick der beleuchteten Kirche und des Weihnachtsbaums – diese Szenerie bleibt garantiert in Erinnerung. Wir wünschen dir viel Spaß beim Entdecken dieses stimmungsvollen Weihnachtsmarkts und eine wunderbare Vorweihnachtszeit in Prag!

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Quellen: