Der Vojan-Park (Vojanovy sady) liegt auf der Kleinseite (Malá Strana) zwischen der Straße U Lužického semináře und den Gebäuden des ehemaligen Karmelitinnenklosters. Hinter einer hohen Mauer verbirgt sich eine rund 2,4 Hektar große Gartenanlage mit alten Bäumen, Rasenflächen, Blumenbeeten, einem kleinen Teich und mehreren historischen Kapellen. Trotz seiner zentralen Lage befindet sich der Park etwas abseits der üblichen Besucherwege und gilt als ruhiger Rückzugsort zwischen der Karlsbrücke, der Metrostation Malostranská und dem Wallenstein-Garten.
Der Vojan-Park (Vojanovy sady) liegt auf der Prager Kleinseite (Malá Strana) zwischen der Straße U Lužického semináře und den Gebäuden des ehemaligen Karmelitinnenklosters. Hinter einer hohen Mauer verbirgt sich eine rund 2,4 Hektar große Gartenanlage mit alten Bäumen, Rasenflächen, Blumenbeeten, einem kleinen Teich und mehreren historischen Kapellen. Trotz seiner zentralen Lage befindet sich der Park etwas abseits der üblichen Besucherwege und gilt als ruhiger Rückzugsort zwischen der Karlsbrücke, der Metrostation Malostranská und dem Wallenstein-Garten.
Der Vojan-Park wird häufig als ältester teilweise erhaltener Garten Prags bezeichnet. Seine Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück. Nachdem der frühere Bischofshof 1248 zerstört worden war, entstand auf dem Gelände ein Obstgarten, der nach seinen damaligen Besitzern als Pytlíkovská oder Flavínovská bezeichnet wurde. Das Areal blieb über mehrere Jahrhunderte eng mit kirchlichen Einrichtungen verbunden.
Im Jahr 1653 kaufte Kaiser Ferdinand III. den Garten zusammen mit einem benachbarten Gebäude für den Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen. Die Ordensfrauen ließen zwischen 1673 und 1690 ein Kloster mit der St.-Josef-Kirche (Kostel svatého Josefa) errichten. Der Garten wurde um 1670 als Kloster- und Nutzgarten neu angelegt. Hier bauten die Karmelitinnen Obst, Gemüse, Kräuter und weitere Pflanzen für den eigenen Bedarf an.
Zu den wichtigsten historischen Bauwerken gehört die Kapelle des heiligen Elias (Kaple svatého Eliáše). Sie entstand ungefähr zwischen 1660 und 1670 und wurde als künstliche Grotte gestaltet. Ihre Fassade ist mit kräpplsteinähnlichem Stuck, Steinen und Tiermotiven bedeckt. Auch im Inneren finden sich künstliche Tropfsteine, Muscheln, Spiegelstücke und farbiges Glas. Deckengemälde erzählen Szenen aus der Legende des Propheten Elias.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die 1743 errichtete Kapelle der heiligen Teresa von Ávila (Kaple svaté Terezie z Ávily). Die kleine barocke Kapelle besitzt einen annähernd quadratischen Grundriss mit abgerundeten Ecken. Ihre Decken- und Wandmalereien aus der Mitte des 18. Jahrhunderts greifen Episoden aus dem Leben der heiligen Teresa auf, die als Reformerin des Karmelitenordens verehrt wird.
In die Umfassungsmauer ist außerdem die Kapelle des heiligen Johannes von Nepomuk (Kaple svatého Jana Nepomuckého) eingelassen. Zu ihr gehört eine barocke Sandsteinfigur des Heiligen, die Ignác František Platzer im 18. Jahrhundert schuf. Nach jahrzehntelanger Abwesenheit und einer umfassenden Restaurierung wurde die Statue Anfang August 2026 wieder an ihrem ursprünglichen Standort aufgestellt. Die ungewöhnliche Darstellung zeigt Johannes von Nepomuk mit einem Kreuz, einem Buch und einem Fisch als Symbol des Schweigens.
Im 19. Jahrhundert wurde ein Teil des ehemaligen Nutzgartens in einen englisch geprägten Landschaftspark umgewandelt. Geschwungene Wege, ein Teich, offene Rasenflächen und locker angeordnete Baumgruppen ersetzten die frühere strengere Gliederung. Nach der Gründung der Tschechoslowakei übernahm das Finanzministerium den früheren Klosterkomplex und errichtete zusätzliche Gebäude am Rand des Gartens.
Seit Mai 1954 ist die Anlage als öffentlicher Park zugänglich. Damals erhielt sie ihren heutigen Namen nach dem tschechischen Schauspieler Eduard Vojan, der in der Nähe am Klárov lebte und dort 1920 starb. Im Park stehen außerdem moderne Skulpturen, darunter „Sitzende Frau“ von Jan Kodet sowie die Figuren „Frühling“ und „Herbst“ von Jan Kavan.
Bekannt ist der Vojan-Park heute besonders für seine frei laufenden Pfauen. Die Tiere bewegen sich zwischen den Rasenflächen, Blumenbeeten, Bäumen und historischen Mauern und gehören zu den beliebtesten Motiven des Gartens. Darüber hinaus bietet die Anlage Lebensraum für zahlreiche weitere Vogelarten, Insekten und Kleintiere. Neue Lehrtafeln informieren über die Geschichte, Pflanzenwelt und Tierwelt des Parks.
Zur abwechslungsreichen Bepflanzung gehören Magnolien, Ginkgobäume, Blutbuchen, Trauerweiden und verschiedene Nadelgehölze. Besonders reizvoll ist der Park im Frühjahr, wenn Magnolien und Obstbäume blühen. Ein höher gelegener Bereich mit Rosenpergolen, Bänken und einer restaurierten historischen Sonnenuhr ergänzt die Gartenanlage. Die Sonnenuhr stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und zeigt ein religiöses Motiv aus der Geschichte des Karmelitinnenklosters.
Der Vojan-Park (Vojanovy sady) ist ganzjährig und kostenlos geöffnet. Von April bis September kannst du ihn nach den aktuell veröffentlichten Zeiten täglich von 8 bis 19 Uhr besuchen. Im Februar, März, Oktober und November schließt er um 17 Uhr, im Dezember und Januar bereits um 16 Uhr. Der Haupteingang befindet sich an der Adresse U Lužického semináře 17. Im Park stehen außerdem ein kleiner Spielplatz und öffentliche Toiletten zur Verfügung.